Champions League: Drei Thesen zum zweiten Spieltag

UEFA CL/EL

Der zweite Spieltag der Champions League steht vor der Tür. Der Auftakt lieferte jede Menge Spektakel und Überraschungen. Nun könnten sich bereits erste klare Tendenzen und brenzlige Tabellenkonstellationen ergeben. Drei Thesen.

These 1: BVB und Ajax setzen sich früh ab

In Gruppe C duellieren sich der BVB, Ajax, Sporting CP und Besiktas um den Einzug ins Achtelfinale. Die Gruppenkonstellation und der Spielplan sorgen dafür, dass sich die Favoriten der Gruppe, Ajax und der BVB, bereits früh von ihren Mitstreitern aus der Türkei und Portugal absetzen können. Beide gewannen ihr erstes Gruppenspiel und nehmen auch am zweiten Spieltag jeweils die Favoritenrolle ein. 

Der BVB ist zu Hause gegen Sporting gefordert. Die Dortmunder gewannen vier ihrer letzten fünf Spiele und zelebrierten über weite Strecken spektakulären Offensivfußball. Die jüngste Bundesliga-Niederlage in Mönchengladbach ist zwar ein kleiner Dämpfer, wird an der Rollenverteilung jedoch nichts ändern. Zumal Sporting momentan auch nach seiner Form sucht. In der Liga mühte man sich zuletzt gegen Marítimo und Estoril Praia zu 1:0-Siegen, zuvor wurde man in der Champions League vor heimischer Kulisse von Ajax  deklassiert (1:5). Die Aussichten auf Punkte gegen große Gegner waren also schon besser.

Borussia Dortmund Champions League

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Apropos Ajax, wo wir beim zweiten Spiel wären: Der Niederländische Meister befindet sich in einer überragenden Verfassung. Die letzten sechs Pflichtspiele konnten gewonnen werden, mit einer Bilanz von unfassbaren 29:1 Toren. Darunter auch der erwähnte Kantersieg gegen Sporting, zu dem Sébastien Haller (27) mal eben vier Tore beisteuerte. Die Niederländer sind also wahrhaftig in „Ballerlaune“. Das ist kein gutes Zeichen für Besiktas, die am Dienstagabend in Amsterdam antreten müssen. Mal abgesehen davon, dass der Kader individuell zu schwach besetzt ist, um international mithalten zu können, sind die Türken momentan von zahlreichen Verletzungen gebeutelt. Und auch sportlich läuft es nicht. So holte man in den vergangenen beiden Ligaspielen gegen Adana Demirspor (3:3) und Altay (1:2) lediglich einen Punkt. 

Die Vorzeichen in Gruppe C könnten also klarer kaum sein. Alles andere als die nächsten Siege für Ajax und den BVB kämen einer Überraschung gleich. Beide werden auf sechs Punkte davonziehen, während sich die Landesmeister aus Portugal und der Türkei fortan auf das Erreichen der Europa-League-Zwischenrunde konzentrieren müssen. 

These 2: PSG verliert gegen Manchester City und steht früh unter Zugzwang

Der zweite Spieltag der Champions League bringt einen echten Kracher mit sich: PSG empfängt Manchester City. Es treffen nicht nur zwei Titelfavoriten aufeinander, sondern die vielleicht besten Fußballkader der Welt. Sowohl bei PSG als auch bei Manchester City jagt ein großer Name den anderen. 

Der Unterschied zwischen beiden Mannschaften: Während sich City im Laufe der letzten Jahre über einen langen Arbeitsprozess hinweg zu einer Weltklasse-Mannschaft geformt hat, wurde bei den Parisern innerhalb weniger Wochen ein Starensemble zusammengebastelt. Gianluigi Donnarumma (22), Sergio Ramos (35), Achraf Hakimi (22), Georginio Wijnaldum (30) und nicht zuletzt Lionel Messi (34) sind alle in der abgelaufenen Transferperiode dazugestoßen. Daher ist es auch wenig verwunderlich, dass sich die Mannschaft – so herausragend sie in der Breite wie in der Spitze besetzt ist – erst finden muss.



Das hat auch der Champions-League-Auftakt gezeigt, als man in Brügge nur 1:1 spielte. Die heimische Ligue 1 dominiert man zwar mit voller Punktausbeute, ist aber auch hier stellenweise noch weit vom angestrebten Perfektionismus entfernt. Derweil zeigt sich Manchester City gefestigt. In der Premier League steht man auf Platz zwei, konnte zuletzt Tuchels Chelsea besiegen. Und auch gegen Tuchels Ex wird es die drei Punkte geben. Die „Citizens“ werden auf sechs Punkte davonziehen, während PSG mit einem Pünktchen aus zwei Spielen verbleibt und in den darauffolgenden Duellen gegen Leipzig ungewollt früh unter Zugzwang steht.

These 3: FC Salzburg – der auftrumpfende Underdog in der Champions League

Schaut man sich die Auslosung der aktuellen Champions-League-Saison an, herrscht in den meisten Gruppen eine recht eindeutige Rollenverteilung hinsichtlich der Achtelfinal-Tickets vor. Nicht so in Gruppe G. Hier kämpfen Lille, Sevilla, Salzburg und Wolfsburg ums Überwintern in der Königsklasse – ein recht ausgeglichenes Teilnehmerfeld. 

Und haben dem FC Salzburg vor der Saison nicht wenige vorsichtig die Außenseiterrolle zugeschoben, waren die Österreicher zum Auftakt die überzeugendste Mannschaft. Beim Elfmeter-Festival von Sevilla (1:1) spielte man mutigen Offensivfußball und erarbeitete sich eine Vielzahl an Torchancen – gegen eine der besten Defensiven Europas wohlgemerkt. Schaut man auf die Expected-Goals-Werte (fbref.com), hätte der Österreichische Meister sogar drei Tore erzielen müssen. Es kam also vor allem der schwachen Torchancenverwertung zuschulden, dass in Sevilla letztlich nicht mehr als ein Punkt drin war.

Sevilla Salzburg

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Dabei kommt die offensive Power nicht von ungefähr. Trotz bitterer Abgänge einiger Leistungsträger haben die Salzburger es erneut geschafft, eine junge, wettbewerbsfähige Truppe auf den Platz zu bringen. Gerade die Offensive um Brenden Aaronson (20), Chukwubuike Adamu (20), Benjamin Šeško (18) und insbesondere Karim Adeyemi (19) bringt unheimlich viel Talent mit. Die österreichische Bundesliga dominiert man nach Belieben, ist mit voller Punktausbeute Tabellenführer. Dass die Salzburger auch international konkurrenzfähig sind, wird der FC Sevilla bejahen. 

Als nächster Gegner wartet nun Lille. Der Französische Meister hat nach dem Abgang von Erfolgstrainer Christophe Galtier (55) noch reichlich Sand im Getriebe, steht in der Ligue 1 momentan nur auf Platz neun. Für die Salzburger die Chance, den ersten Dreier der noch jungen Champions-League-Saison zu holen, und sie werden sie nutzen. Der FC Salzburg wird Lille besiegen und sich damit eine hervorragende Ausgangslage für die weiteren Gruppenspiele der Champions League erarbeiten.

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Michael Bojkov

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