Champions League | Courtois glänzt, Vinícius trifft – Real Madrid ist Champions-League-Sieger!

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News | Rot gegen Weiß, 6 Titel gegen 13 Titel, You’ll Never Walk Alone gegen ¡Hala Madrid y nada mas! Oder: Liverpool FC gegen Real Madrid. Am Samstagabend stand das Finale der Champions League 2022 an. Mit seinem einzigen Schuss aufs Tor machte Vinícius den 1:0-Sieg für Real Madrid klar!

Finale startet verspätet, Liverpool druckvoller – Benzemas Treffer zählt nicht

Bienvenue aus dem Stade de France zu Saint-Denis, Paris. Das Stadion hüllte sich zunehmend in rot und weiß für das diesjährige Champions-League-Finale.

Liverpool, die an diesem Abend als Gastgeber geführt wurden, setzten sich in der Gruppe gegen Atlético Madrid (3:2, 2:0), den FC Porto (5:1, 2:0) sowie AC Milan (3:2, 2:1) durch, bevor man im Achtelfinale Inter trotz Heimniederlage niederrang (2:0, 0:1). Im Viertelfinale setzte sich Liverpool gegen SL Benfica durch (3:1, 3:3) und löste das Finalticket in den Duellen mit Villarreal (2:0, 3:2).

Jürgen Klopp und die Seinen kommen mit zwei nationalen Pokalsiegen im Gepäck. In der Premier League reichte es vergangene Woche im Fernduell mit Manchester City knapp nicht. Aufstellungstechnisch gab es noch einige Fragezeichen. Jürgen Klopp machte daraus wie folgt Ausrufezeichen: Ex-Leipziger Ibrahima Konaté neben Virgil van Dijk in den Innenverteidigung. Im Mittelfeld gab es beim Aufwärmen eine Schrecksekunde: Ex-Münchener Thiago schien sich verletzt zu haben, Naby Keïta wäre die Alternative gewesen, die es letztlich nicht brauchte. Thiago konnte beginnen. Vorne stürmten Mohamed Salah, Luis Díaz sowie Sadio Mané, der intensiv mit einem Wechsel zum FC Bayern in Verbindung gebracht wird.

Damit zum weißen Teil dieses Finals: Real Madrid, die an Ort und Stelle bereits 2000 ihren achten Champions-League-Titel gewonnen haben. In der Gruppenphase erlaubte man sich einen dicken Schnitzer gegen Sheriff Tiraspol (1:2, 3:0). Die anderen beiden Gruppengegner Inter (1:0, 2:0) sowie Shakhtar Donezk (5:0, 2:1) besiegte man souverän. Die K.O.-Runde hielt für Real Madrid eine Remontada, eine Aufholjagd nach der anderen bereit. Zuerst gegen Paris Saint-Germain (0:1, 3:1), dann Titelverteidiger Chelsea (3:1, 2:3 n.V.) und im Halbfinale dramatisch gegen Manchester City (3:4, 3:1 n.V.).

Personell hielt auch Carlo Ancelotti keine Überraschungen bereit. Die Ex-Münchener David Alaba sowie Toni Kroos begannen in der Innenverteidigung, respektive dem Mittelfeld. Zentral bot Real Madrid Fede Valverde für Rodrygo auf und ganz vorne Vinícius Júnior sowie – natürlich – Karim Benzema.

Damit hinein ins Spie…

…nicht ganz. Denn der Anpfiff verzögerte sich, da sich eine größere Gruppe an Fans über den Zaun Zutritt ins Stade de France. Wie die UEFA über die Leinwand bekanntgab, handele es sich um „Sicherheitsmaßnahmen“. Liverpool kam zuerst aus der Kabine, Real Madrid ließ sich Zeit. Um gut 21:15 Uhr begaben sich beide Mannschaften wieder in die Kabine. UEFA-seitig verschob man den Anpfiff auf 21:36 Uhr.

Benzema schiebt aus dem Abseits ein – Turpins Team gefordert und auf dem Posten

Nach einem kleinen Medley von Camila Cabello ging es mit 37-minütiger Verspätung dann aber wirklich los. Die erste Viertelstunde war ein reines Abtasten und daher ereignisbefreit. Danach war es Liverpool, die sich entschlossener aus dem Häuschen wagten. 16. Minute, Trent Alexander-Arnold tankte sich bis an die Grundlinie durch. Seinen Querpass auf Salah entschärfte Thibaut Courtois. Direkt im Anschluss probierte sich Thiago von der Strafraumkante. Abermals war Courtois auf dem Posten. Auch einen weiteren Versuch Salahs hatte der Belgier sicher.

Die bislang beste Gelegenheit gab es in Minute 21. Sadio Mané bat links im Strafraum Casemiro und Dani Carvajal zum Tänzchen und zog ab – Courtois lenkte die Kugel herausragend an den linken Innenpfosten, kein Tor.

Erst nach 25 Minuten hatten die bislang wenig königlichen Königlichen ihre erste Torannäherung. Vinícius zog einen Ball vom linken Flügel direkt aufs Tor. Alisson war erstmals gefordert, musste sich kurz strecken, packte allerdings sicher zu.

Bis hierhin hatte Liverpool komplett den Hut auf, bot den runderen, druckvolleren, geschlosseneren Auftritt. Real Madrid wartete auf Momente. Einen solchen gab es nach genau einer halben Stunde, als Toni Kroos einen Ball eroberte und sofort Vinícius steil schickte. Alexander-Arnold fing den Pass im allerletzten Moment ab. Vier Minuten später flankte Alexander-Arnold auf Salah, der seinen Kopfball allerdings genau auf Courtois zog.

Zwei Minuten vor der Pause chippte Luka Modrić in die Mitte, zum erstaunlich frei stehenden Karim Benzema, der noch einen Haken schlug und in die Mitte legen wollte. Dort stand niemand in weiß. Weder Alisson noch Ibrahima Konaté bekamen die Szene geklärt, sodass Fede Valverde nachsetzen konnte. Vom Uruguayer kam die Kugel wieder zu Benzema, der diesmal trocken ins lange Eck einschob. 0:1? Die Fahne ging erstmal hoch und Clément Turpin konsultierte seine Videoassistenten Jérôme Brisard sowie Massimiliano Irrati. Es ging um zwei Fragen: Foul, ja oder nein? Und: Abseits, ja oder nein? Ein Foul lag nicht vor. Der finale Ball auf Benzema kam zwar von Fabinho, aber nicht als kontrolliertes Zuspiel, sodass der hinter Alisson postierte Franzose abseits stand. Weiter 0:0 – und auch zur Pause 0:0.

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Vinícius macht den Unterschied! Real Madrid ist Champions-League-Sieger!

Ohne Wechsel ging es in die zweite Hälfte. Die Tonalität der Partie blieb allerdings dieselbe. 47. Minute, Alexander-Arnold zog eine Flanke von halbrechts an den zweiten Pfosten zu Luis Díaz. Carvajal ging im letzten Moment dazwischen.

Real Madrid agierte nach der Pause etwas druckvoller, mit mehr Zug. In der 58. Minute wurde ein Abschluss Mohamed Salahs geblockt. Alles in rot reklamierte auf Strafstoß, Turpin interessierte das nur bedingt. Dafür schalteten die Königlichen um. Es lief inzwischen die 59. Minute, als Luka Modrić mit einem überragenden Zuspiel Fede Valverde fand. Real Madrids Nummer 15 bekam rechts zuviel Platz, Benzema hinterlief auch noch. Valverde entschied sich gegen den Abschluss, sondern für das Zuspiel an den zweiten Pfosten. Dort hatte sich Vinícius in den Rücken Alexander-Arnolds gestohlen und schob ein. 0:1!

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Photo by THOMAS COEX/AFP via Getty Images

Liverpool war nun gefordert und versuchte es zu erzwingen, notfalls auch mit dem Kopf durch die Wand. Das spielte den abgezockten Madrilenen natürlich in die Karten. Dennoch bekamen die Reds in Minute 64 ihre Chance: Salah zog von rechts nach innen und ab – Courtois setzte seine zwei Meter ein und parierte abermals.

Vier Minuten später glänzte der Belgier erneut. Eine weite Hereingabe landete am zweiten Pfosten beim eingewechselten Diogo Jota, der per Kopf nochmal querlegte, Salah wartete am zweiten Pfosten, kam aber nicht in die Show, weil sich Courtois dazwischenwarf.

Die immerwährende Gefahr war allerdings das mögliche 0:2. 76. Minute, Kroos führte einen Freistoß schnell aus. Im Strafraum kam Casemiro an den Ball. Beim 4:1 gegen Juventus im Finale 2017 traf er bereits. Diesmal zeigte er sich uneigennützig – Chance vertan.

Courtois hält alles, Liverpools Druck versandet – Real Madrid baut den Rekord aus

Das Finale ging in die Crunchtime, Liverpool erhöhte sukzessive den Druck und tauchte beinahe im Minutentakt gefährlich in Reals Strafraum auf. In Minute 78 spielte Alexander-Arnold scharf an den Elfmeterpunkt, Éder Militão klärte die Hereingabe.

Zwei Minuten später kombinierte sich Liverpool über Salah und Mané nach vorne. Diogo Jota schlug rechts am Strafraum einen kurzen Haken und hielt aufs untere rechte Eck. Die Kugel war noch leicht abgefälscht, Courtois aber einmal mehr auf dem Posten.

Es ging nur in eine Richtung, 82. Minute, Roberto Firmino bediente im Rückraum Naby Keïta, der es mit dem Außenrist versuchte, aber viel zu überhastet. Die Kugel ging gut anderthalb Meter über das Tor. Nur wenige Sekunden später nahm Mohamed Salah einen Diagonalball überragend rechts im Strafraum an, verschaffte sich Platz und hielt wuchtig aufs lange Eck. Das musste doch eigentlich das 1:1 sein! War es aber nicht, weil Thibaut Nicolas Marc Courtois etwas dagegen einzuwenden hatte, diesmal herausragend mit dem Unterarm.

Direkt im Gegenzug bekam Real Madrid die Chance zur Entscheidung in Form eines Drei-auf-Eins-Konters. Vinícius hatte allerdings zu früh mit der Situation abgeschlossen und drehte ab. Zudem war der Pass von Karim Benzema einen Tick zu ungenau. So blieb es weiter offen.

Am Ergebnis tat sich aber nichts mehr. Real Madrid brachte den knappen Vorsprung ins Ziel und holt seinen 14. Titel in diesem Wettbewerb, Für Jürgen Klopp ist es derweil das dritte Silber im vierten Endspiel nach 2013 und 2018.

Beide Mannschaften beenden somit die Saison mit einem Double. Für Liverpool bleibt es beim Carabao Cup und FA Cup. Real Madrid gewinnt La Liga sowie die Champions League. Gebraucht haben sie für Letztere gerade einmal zwei Schüsse aufs Tor, vier waren es insgesamt, verglichen mit deren 24 (neun aufs Tor), die Liverpool abgegeben hat. Ein ums andere Mal stand ihnen dabei jedoch Thibaut Courtois im Weg. So ist der Erfolg für Real Madrid zwar anhand der Chancenverteilung nicht zwingend hochverdient, aber dennoch konsequent. In drei Finals dieser Saison kommen die Reds auf einen xG von 6,12. Tore gelangen ihnen dabei allerdings nicht. Der siebte Titel lässt damit weiter auf sich warten, während Real Madrid den eigenen Rekord ausbaut und nun mit 14 Titeln doppelt soviele auf dem Konto hat, wie der zweitplatzierte AC Milan.

Der Endstand aus dem Stade de France: Liverpool FC 0, Real Madrid C.F. 1. Real Madrid ist Champions-League-Sieger.

Photo by PAUL ELLIS/AFP via Getty Images

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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