Champions League | Zwei Topduelle und viele Überraschungskandidaten – Das Wichtigste zu den Playoffs im Überblick

Champions League Rangers FC PSV Eindhoven
Vorschau

Vorschau | Am heutigen Dienstagabend geht die Champions League mit den Playoffs in ihre vierte und letzte Qualifikationsrunde. Zeit, einen näheren Blick auf die einzelnen Partien zu werfen.

FC Kopenhagen – Trabzonspor

Zwei Mannschaften, die erst zu den Playoffs in den Wettbewerb einsteigen. Der dänische Rekordmeister empfängt den türkischen Überraschungsmeister. Für Kopenhagen war es insofern ein besonderer Titelgewinn, als dass es die erste Meisterschaft nach der siebenjährigen Ära Ståle Solbakken war. Der Ex-Kölner übernahm im Oktober 2020 die norwegische Nationalmannschaft. Jess Thorup heißt sein langfristiger Nachfolger, der einen eher überschaubaren Start in die neue Saison erwischte. Gleich am 1. Spieltag setzte es ein 0:1 gegen Horsens und im weiteren Verlauf noch zwei Niederlagen, bei Viborg FF (2:4) sowie gegen Randers FC (1:3). Zwei Spiele konnte man im gleichen Zeitraum gewinnen, bei Aalborg BK (3:1) und gegen Stadtrivale Brøndby IF (4:1). Tabellarisch macht das Platz 8.

 



 

Etwas besser sieht es in der neuen Saison für Trabzonspor aus. Die Süper Lig ist bislang zwar „nur“ zwei Spiele alt. Durch zwei Siege konnte sich die Mannschaft von Abdullah Avcı sofort vorne festsetzen, steht einzig aufgrund der um einen Treffer schwächeren Tordifferenz hinter dem von Vincenzo Montella trainierten Adana Demirspor.

FK Bodø/Glimt – GNK Dinamo Zagreb

Willkommen zum „Wir-ärgern-José-Mourinho-Derby“. 2020/21 schien der Portugiese nach dem 2:0 im Hinspiel über die Kroaten mit einem Bein im Viertelfinale der Europa League. Eine Woche später glich Mislav Oršić den Doppelpack von Harry Kane nicht nur mit einem Doppelpack seinerseits aus. In Minute 106 vollendete er auch noch ein Solo mit einem trockenen Schuss ins kurze Eck zur Entscheidung.

Nicht minder bemerkenswert ist das, was Bodø/Glimt, dem Team jenseits des nördlichen Polarkreises gelang. 6:1 besiegten sie in der Gruppenphase der Europa Conference League Mourinhos AS Roma und blieben zwei weitere Male ungeschlagen, bevor es im Viertelfinal-Rückspiel ein 0:4 gegen den späteren Titelgewinner setzte. Trotz des Verlustes zahlreicher Leistungsträger gelingt es Kjetil Knudsen, die Mannschaft, auch auf internationalem Niveau, konkurrenzfähig zu halten. So, wie seit der 1. Qualifikationsrunde, als man den isländischen Vertreter Klaksvíkar Ítróttarfelag eliminieren konnte (3:0, 1:3), gefolgt von einem erfolgreichen Turnaround gegen Linfield FC aus Nordirland (0:1, 8:0) und dem souveränen Weiterkommen gegen den FK Žalgiris aus der litauischen Hauptstadt Vilnius. Würden sie auch die Hürde Dinamo Zagreb nehmen, wäre es ihre erste Teilnahme an der Gruppenphase der Champions League.

Der Građanski nogometni klub Dinamo Zagreb, trainiert vom ehemaligen Nationaltrainer Ante Čačić haben wesentlich mehr Erfahrung vorzuweisen. Zuletzt waren die Kroaten 2019/20 dabei, wurden damals Letzter in einer Gruppe mit Manchester City, Atalanta sowie Shakhtar Donezk. Diese Spielzeit haben sie sich bis auf das Remis im Hinrundenspiel der 2. Qualifikationsrunde gegen KF Shkupi aus Nordmazedonien (2:2, 1:0) nichts zu Schulden kommen lassen. Ludogorets Razgrad wurde zweimal bezwungen (2:1, 4:2).

Rangers FC – PSV Eindhoven

Mit die namhafteste Begegnung der Playoffs. Der Europa-League-Finalist der Vorsaison gegen den Titelgewinner und Triplesieger von 1988. Dazu stehen jeweils zwei Ex-Spieler an der Seitenlinie. Giovanni van Bronckhorst auf der einen Seite und Ruud van Nistelrooy, der zur aktuellen Saison von Roger Schmidt übernahm, auf der anderen.

Beide Teams sind erst in der 3. Qualifikationsrunde eingestiegen – und haben denkwürdige Begegnungen hinter sich. Die Rangers unterlagen im Hinspiel dem belgischen Aufstiegs- und Sensationsmeister Royale Union Saint-Gilloise 0:2, drehten die Angelegenheit im Ibrox noch. Bayern-Leihgabe Malik Tillman sorgte für den entscheidenden Treffer zum 3:0.

Champions League Rangers PSV Eindhoven

Photo by VINCENT JANNINK/ANP/AFP via Getty Images

Noch dramatischer ging es bei der PSV zu. Nach einem 1:1 im Stade Louis II zu Monaco schien es, als würde die Mannschaft aus dem Fürstentum durchgehen. Guillermo Maripán und Wissam Ben Yedder hatten die Führung durch Joey Veerman 20 Minuten vor Schluss gedreht. In Minute 89 rettete Érick Gutiérrez den Seinen allerdings die Verlängerung. Luuk De Jong stellte – natürlich per Kopf – auf 3:2 und öffnete das Tor zu den Playoffs. Auch in der Eredivisie könnte es für van Nistelrooy und die Seinen kaum besser laufen. Nach zwei Spieltagen führt man die Tabelle an und konnte zudem Ajax um Ex-Hoffenheim-Coach Alfred Schreuder in der Johan Cruijff Schaal, dem niederländischen Supercup, spektakulär 5:3 bezwingen.

Die Rangers haben ebenfalls mit drei Siegen aus drei Spielen den optimalen Start erwischt, laufen Erzrivale Celtic allerdings um zwei Treffer hinterher.

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Qarabağ FK – Viktoria Plzeň

Ein wenig überraschend steht Qarabağ FK in den Playoffs. Dass sie sich in Runde 1 gegen Lech Poznań durchsetzen (0:1, 5:1), damit durfte man noch rechnen. Danach allerdings wartete der Schweizer Überraschungsmeister FC Zürich. Das Ex-Team von TSG-Trainer André Breitenreiter, nun unter der Leitung von Franco Foda, unterlag im Hinspiel der 2. Runde 2:3 und wusste die Angelegenheit auch vor eigenem Publikum nicht mehr zu drehen. Owusu Kwabena machte mit seinem Treffer zum 2:2-Endstand alles klar. Eine Runde später gab es für die Aserbaidschaner das Duell mit Ferencváros. Nach einem 1:1 im Hinspiel setzten sie sich in Budapest 3:1 durch.

So wartet nun das Duell mit dem Klub, dessen Auswechselbänke stilecht in Form von Bierdosen gestaltet sind: Viktoria Plzeň. Die Tschechen bekamen es in Runde 2 mit HJK Helsinki zu tun und ließen absolut nichts anbrennen (5:0, 2:1), bevor sie nach einem 2:1 im Hinspiel der 3. Runde das taten, woran Real Madrid letzte Saison noch scheiterte: Sheriff Tiraspol vor eigenem Publikum besiegen. Abermals gab es ein 2:1.

Maccabi Haifa – FK Crvena zvezda

Wie Viktoria Plzeň stieg auch Maccabi Haifa in Runde 2 ein und eliminierte mit Olympiakos gleich mal einen der größeren Namen aus dem Wettbewerb (1:1, 4:0). Im Hinspiel der 3. Runde gegen Apollon Limassol gab es ebenfalls ein 4:0, sodass das 0:2 im Rückspiel nicht schwerer ins Gewicht fiel.

Der rote Stern aus Belgrad, zuletzt 2019/20 dabei, damals in einer Gruppe mit dem FC Bayern, Olympiakos und Tottenham stieg erst in Runde 3 ein und ließ am Einzug in die Playoffs keinerlei Zweifel aufkommen. 5:0 im Hinspiel, 2:0 im Rückspiel.

Dynamo Kyiv – SL Benfica

Ein typischer Fall von: So schnell sieht man sich wieder. Erst in der Vorsaison bildeten beide Teams – zusammen mit dem FC Bayern und dem FC Barcelona – die Gruppe E. Während Dynamo Kyiv dem portugiesischen Rekordmeister vor eigenem Publikum noch ein 0:0 abrang, unterlagen sie in Lissabon 0:2.

Auf dem Weg in die Playoffs eliminierte die Mannschaft von Mircea Lucescu Fenerbahçe in der Verlängerung des Rückspiels der 2. Qualifikationsrunde 2:1. Im Hinspiel gab es ein 1:0. Gleiches Spiel auch in der 3. Runde – mit dem Unterschied, dass Dynamo sein Heimspiel gegen Sturm Graz diesmal 1:0 gewinnen konnte.

Champions League Dynamo Kyiv SL Benfica

Photo by BO AMSTRUP/Ritzau Scanpix/AFP via Getty Images

Roger Schmidt ist bereits mit Amtsantritt bei Benfica eine Rarität geglückt: Er ist erst der zweite deutsche Trainer der Vereinshistorie nach Jupp Heynckes 2000. Für ihn reichte es damals zu Platz 3, Schmidt steht nach Siegen gegen Arouca (4:0) und Aufsteiger Casa Pia (1:0) auf Platz 2, punkt- und torgleich hinter Tabellenführer Porto, die allerdings einen Treffer mehr erzielt haben. Das Ticket in die Playoffs löste Benfica mit zwei souveränen Siegen gegen den FC Midtjylland (4:1, 3:1).

Auch an die Begegnungen mit Dynamo Kyiv haben sie beste Erinnerungen: Mit dem 2:0 am 6. Spieltag der Vorsaison machte Benfica den ersten Einzug in die K.O.-Runde seit 2015/16 perfekt. Während man Ajax im Achtelfinale noch ausschalten konnte (2:2, 1:0), wurde der portugiesische Rekordmeister vom Liverpool FC nicht nur um das Halbfinale erleichtert (1:3, 3:3), sondern auch um Toptorjäger Darwin Núñez. Ex-Sturmpartner Gonçalo Ramos ist ein heißer Kandidat auf die Nachfolge: Mit einem Dreierpack beim 4:1 gegen Midtjylland besiegelte er den Einzug in die Playoffs praktisch im Alleingang.

Photo by OLAF KRAAK/ANP/AFP via Getty Images

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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