Champions League | Mbappé und Messi crashen RB-Party

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News | Der 3. Spieltag der Champions League führte RB Leipzig nach Paris. Trotz eines äußerst couragierten Auftritts unterlag der Tabellenachte der Bundesliga 2:3.

André Silva belohnt Leipzigs mutigen Auftritt – verdientes Unentschieden zur Pause

Für die Gastgeber gab es im bisherigen Saisonverlauf ein Unentschieden in Brügge (1:1) sowie den Erfolg im Spitzenduell gegen Manchester City (2:0). RB Leipzig hingegen hatte beide Spiele im Etihad (3:6) sowie gegen Club Brügge (1:2) verloren.

Beide Trainer zeigten sich äußerst rotationsfreudig. Gleich siebenmal wechselte Mauricio Pochettino im Vergleich zum 2:1 gegen Angers: Gianluigi Donnarumma, Colin Dagba, Thilo Kehrer, Abdou Diallo, Danilo Pereira, Rafinha und Mauro Icardi mussten für Keylor Navas, Achraf Hakimi, Marquinhos, Nuno Mendes, Idrissa Gueye, Julian Draxler und ein gewisser Lionel Messi. Das MNM-Trio musste allerdings gesprengt werden. Neymar meldete sich mit Leistenproblemen ab.

 



 

Aufseiten der Leipziger begannen Nordi Mukiele, Angeliño, Tyler Adams, Konrad Laimer und André Silva für Joško Gvardiol, Kevin Kampl, Emil Forsberg, Dominik Szoboszlai sowie Yussuf Poulsen.

Die erste Gelegenheit der Chance gehörte auch gleich RB. 3. Minute, Christopher Nkunku nahm rechts im Strafraum Laimer mit. Dessen Abschluss aus spitzem Winkel wehrte Keylor Navas ab. In der Anfangsphase war es ein relativ ausgeglichenes Spiel, der erste PSG-Abschluss ging an Julian Draxler in Minute 7, der eine hohe Flanke noch artistisch in Richtung Tor brachte, aber auch nur das. Im direkten Gegenzug wieder RB: Angeliño von links auf André Silva, dessen Kopfball Navas nur mit Mühe parieren konnte. Mit dem Rebound, den Laimer in die Mitte brachte, hatte der Costa Ricaner weniger Probleme.

Mbappé legt vor, André Silva antwortet – turbulentes Spiel im Prinzenpark

Es deutete sich an, dass hier früh ein Tor fallen würde. In Minute 10 war es soweit. Lionel Messi eroberte am eigenen Strafraumrand die Kugel gegen André Silva. Kylian Mbappé durfte Tempo aufnehmen. An der Strafraumkante schloss er durch die Beine von Willi Orbán unten links ab.

In den Folgeminuten versuchte PSG, die Partie zu beruhigen. Doch RB gab sich nicht auf: 25. Minute, im Zuge einer Freistoßflanke brachte Mukiele die Kugel nach innen. Marquinhos klärte im allerletzten Moment. Nur zwei Minuten später nahm André Silva einen Ball auf der Brust an und schloss aus der Drehung ab – Außenpfosten. Das Tor wackelte – und in Minute 29 fiel es auch. Nkunku spielte links Angeliño frei. Leipzigs Linksverteidiger nahm Tempo auf und legte mit dem schwächeren Rechten perfekt an den zweiten Pfosten, André Silva musste nur noch einschieben – 1:1!

PSG wollte versuchen, zurückzuschlagen. Nur stand Leipzig jetzt defensiv wesentlich kompakter und zeigte sich offensiv zielstrebiger. Die Hausherren bekamen bestenfalls Stückwerk zustande. Beispiel: In der 41. Minute fand Marco Verratti Mbappé, Orbán klärte zum Eckball. Im direkten Gegenzug lief der RB-Konter, an dessen Ende Nkunku Presnel Kimpembe auswackelte und knapp verzog. Im Anschluss bekam er noch eine Chance, diesmal geblockt von der PSG-Abwehr.

So ging es mit dem 1:1 in die Pause. Es ist ein verdientes Ergebnis. RB Leipzig musste sich nach dem frühen Rückstand kurz schütteln, zeigte im Anschluss allerdings wesentlich mehr Initiative, stand defensiv kompakter und konterte blitzgefährlich. Der Ausgleich von André Silva war konsequent wie hochverdient. RB hätte sogar noch vor der Pause führen können. Sollten sie nach der Pause an diesen Auftritt anknüpfen, ist auch ein Auswärtssieg nicht ausgeschlossen.

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Mukiele dreht das Spiel – doch dann kommt Messi

Ohne personelle Veränderungen ging es in den zweiten Durchgang. Es verwunderte stark, wie entspannt sich RB Leipzig durch das gegnerische Mittelfeld kombinieren durfte. Erst nach fast einer Stunde versuchte PSG, eine Druckphase aufzuziehen. Die Antwort der Leipziger sah wie folgt aus: 57. Minute, wieder inszenierte der überragende Nkunku, wieder hatte Angeliño links alle Zeit und allen Platz der Welt, den er zu einer perfekten Flanke auf den zweiten Pfosten nutzte. Dort lief Nordi Mukiele im genau richtigen Moment ein, um volley in den linken Winkel zu vollenden. Kategorie: Traumtor. An der Seitenlinie fing Jesse Marsch an, wild zu jubeln.

Photo by Matthias Hangst/Getty Images

Abschlüsse hatte PSG im zweiten Durchgang noch keine zu verbuchen, weil RB Leipzig die Räume hervorragend verdichtete und immer wieder die wichtigen Zweikämpfe im Mittelfeld gewann. Es deutete absolute nichts auf einen Ausgleich hin – und trotzdem fiel er. 67. Minute, Tyler Adams wurde von Hakimi unter Druck gesetzt und spielte einen unkontrollierten Rückpass, den Mbappé erlief und intelligent zurück in die Mitte legte. Den Abschluss von Lionel Messi parierte Péter Gulacsi noch an den Innenpfosten. Doch Messi lief durch und drückte die Kugel aus kürzester Distanz über die Linie.

Sechs Minuten später zog Mbappé nach innen, bekam den leichten Kontakt von Mohamed Simakan und fiel. Marco Guida zeigte auf den Punkt. Lionel Messi nahm sich des Strafstoßes an, den er per Panenka verwandelte. PSG wieder vorne. Ein Auftritt, den man wohlwollend als äußerst effizient bezeichnen kann. Letztendlich ging RB die Luft aus. In der dritten Minute der Nachspielzeit brachte der eingewechselte Joško Gvardiol Hakimi im Strafraum zu Fall. Mithilfe des VAR entschied Guida auf Elfmeter. Diesmal trat Mbappé an – und jagte die Kugel Richtung Seine. Ein 4:2 wäre auf jeden Fall zuviel des Guten gewesen.

So tat sich am Ergebnis nichts mehr. RB Leipzig kann viel Positives aus diesem Abend mitnehmen, aber keine Punkte. Über weite Teile dieses Spiels hatten sie PSG unter Kontrolle, erspielten sich eine ganze Reihe an guten Chancen. Doch letztendlich entschieden Kleinigkeiten diese Partie. Und diese Kleinigkeiten fielen nicht zugunsten Leipzigs aus. Tabellarisch bleibt es düster für die Leipziger: Drei Spiele, drei Niederlagen. 6:11 Tore. Einzig Atalanta 2019/20 wusste sich aus dieser Situation noch zu befreien. Für RB kann es nur noch darum gehen, an den kommenden drei Spieltagen irgendwie noch den Sprung in die Europa League zu schaffen. Doch das allein wird schon ein schwieriges Unterfangen.

Fürs Erste lautet der Endstand aus dem Pariser Prinzenpark: Paris Saint-Germain 3, RB Leipzig 2.

Photo by Matthias Hangst/Getty Images

Victor Catalina

 

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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