Trägt die Euphoriewelle den BVB ins Achtelfinale der Champions League? – 3 Thesen zum Spieltag

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UEFA CL/EL

Am 4. Spieltag der Champions League kann der BVB als erster deutscher Teilnehmer das Achtelfinale klarmachen. Xabi Alonso steht derweil vor seinem Trainer-Debüt in der Königsklasse und kann mit Leverkusen den Turnaround schaffen. Das und mehr besprechen wir in unseren drei Thesen zum Spieltag.

1. Borussia Dortmund löst das Achtelfinal-Ticket

Wir zählen den vierten Spieltag der Champions-League-Gruppenphase, das heißt: Die ersten Entscheidungen könnten fallen. Das betrifft auch den BVB, der in dieser Woche schon das Achtelfinal-Ticket lösen kann. Voraussetzung dafür sind drei Punkte im Heimspiel gegen den FC Sevilla – und die sind keinesfalls unrealistisch. Zwar läuft bei der Borussia noch lange nicht alles perfekt – bis vor wenigen Tagen war sogar von einer Krise in Dortmund die Rede –, in den letzten beiden Spielen konnte man allerdings reichlich Selbstvertrauen sammeln. Nach dem klaren 4:1-Sieg in Sevilla holte man in der Bundesliga einen 0:2-Rückstand gegen den FC Bayern auf und glich in letzter Minute aus. Das gibt natürlich ordentlich Rückenwind für das Heimspiel gegen die Andalusier.

Ein weiterer Punkt, der für den BVB spricht: Die aktuelle Form von Sevilla. Der Tabellenachzehnte in La Liga hat – wie die Platzierung schon unschwer erkennen lässt – einen Katastrophenstart in die neue Saison hingelegt. Nach sechs Zählern aus den ersten zehn Pflichtspielen musste Erfolgstrainer Julen Lopetegui (56) nach dem Hinspiel gegen die Dortmunder den Hut nehmen. Mit Jorge Sampaoli (62) übernahm ein Trainer, der Mannschaften nachweislich entwickeln und auf ein höheres Level hieven kann, dessen Ideen aber Zeit brauchen, um von den Spielern an- und aufgenommen werden.



Das hat auch das erste Spiel unter der Regie des Chilenen gezeigt. Am Samstag war man dem Athletic Club über weite Strecken klar unterlegen, nahm am Ende etwas glücklich einen Punkt mit (1:1). Gegen ein Borussia Dortmund, das soeben einen gefühlten Sieg im wichtigsten Bundesliga-Spiel des Jahres eingefahren hat, wird das nicht reichen. Der BVB gewinnt auch das Rückspiel gegen Sevilla und macht damit frühzeitig das Achtelfinale klar. 

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2. Sporting, Salzburg, Brügge: Die Außenseiter marschieren

Jedes Jahr gibt es in der Champions League einige vermeintlich schwächere Mannschaften, die überraschen. In dieser Saison trifft dieses Attribut in erster Linie auf den FC Brügge zu. Der belgische Meister sorgt mit einer jungen Mannschaft und erfrischendem Offensivfußball für Aufsehen. Auf dem Papier klarer Underdog in Gruppe B, schlug man in der ersten Halbserie Leverkusen, Porto und sogar Atletico – und das ohne ein einziges Gegentor zum kassieren.

So führt man die Gruppentabelle mit einem unglaublichen Sechs-Punkte-Vorsprung an. Unter Umständen können die Belgier an diesem Spieltag schon das Achtelfinal-Ticket lösen. Dass das im Metropolitano gegen Atleti passiert, ist zwar eher unwahrscheinlich, doch wird „Blauw-Zwart“ alles dafür tun, um den „Colchoneros“ einen höchst ungemütlichen Abend zu bescheren. Die Chancen auf die K.o.-Runde stehen so oder so relativ gut. Klar ist: Man wird mit mindestens drei Punkten Vorsprung auf sämtliche Konkurrenz in die beiden letzten Spieltage gehen. 

Auch Sporting CP wurde in Gruppe D mit Tottenham, Frankfurt und Marseille eher Außenseiter-Chancen ausgerechnet. Aber: Einem ersten Statement-Sieg bei der SGE (3:0) ließen die Portugiesen drei Punkte gegen die „Spurs“ folgen (2:0), sodass die tabellarische Ausgangslage nach drei Spielen trotz der 1:4-Pleite in Marseille recht ordentlich ist. Dass OM sein jüngstes Ligaspiel gegen Aufsteiger Ajaccio verloren hat (1:2), macht Sporting für das Rückspiel gegen die Franzosen Hoffnung. Angenommen, Frankfurt verliert bei Tottenham, hätten die Portugiesen bei einem Sieg ein Sechs-Punkte-Polster auf den Drittplatzierten, womit ihnen die erneute Teilnahme an der K.o.-Runde in der Champions League nur noch theoretisch zu nehmen wäre.

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(Photo by BRUNO FAHY/BELGA MAG/AFP via Getty Images)

Derweil führt auch der FC Salzburg seine Gruppentabelle an – und das gegen noch namhaftere Konkurrenz. Mit Chelsea und Milan teilte man sich jeweils die Punkte (1:1), gegen Dinamo Zagreb vergangene Woche gab es einen knappen 1:0-Heimsieg. Auch im Rückspiel gegen die Kroaten ist der österreichische Meister Favorit. Mit einem Sieg würde man den Weg in Richtung überraschenden Achtelfinal-Einzug ebnen.

3. Leverkusen schafft den Turnaround

Gerardo Seoane (43) ist nach etwas mehr als einem Jahr Geschichte in Leverkusen. Nach der 0:2-Pleite in Porto wurde der Trainer entlassen, der Nachfolger sogleich verkündet: Xabi Alonso (40). Die spanische Fußballlegende ist Risiko und Chance zugleich. Klar ist: Seine bisher einzige Trainerstation war die zweite Mannschaft von Real Sociedad. Klar ist aber auch, dass Alonso dort gute Arbeit leistete und gemeinhin als Trainertalent gilt.

Sein Einstand unterm Bayer-Kreuz gelang jedenfalls schon mal: Am Samstag gab es einen 4:0-Sieg gegen Schalke, der auch in der Höhe verdient war. Offensiv zeigte man sich spielfreudig, defensiv stabil. Man wäre falsch beraten, von Alonso auf Anhieb Wunderdinge zu erwarten, aber die neue Ansprache und der positive Start könnte der Mannschaft einen Schub geben und zu weiteren guten Ergebnissen verhelfen.

So auch im Rückspiel gegen den FC Porto. Die Portugiesen sind zwar gut in Form, haben in der laufenden Spielzeit aber auch ihre Aussetzer – den größten davon vor wenigen Wochen, als sie zuhause Brügge 0:4 unterlagen. Leverkusen kann zudem Mut aus dem letzen Heimspiel in der Champions League gegen Atletico ziehen, das man überraschend 2:0 gewann. Es lassen sich also durchaus Argumente finden, dass Alonso auch sein Trainer-Debüt in der Königsklasse gewinnt und mit Bayer 04 den Turnaround schafft.

(Photo by Alex Grimm/Getty Images)

Michael Bojkov

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