Europa League | Hinteregger-Wahnsinn! Last-Second-Eintracht steht im Viertelfinale!

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News | Leipzig kam nach dem Ausschluss von Spartak Moskau per Freilos ins Viertelfinale der Europa League, Dortmund scheiterte bereits in den Playoffs an den Rangers, Leverkusen an Bergamo. Eintracht Frankfurt allerdings führte nach dem Hinspiel im Benito Villamarín 2:1 gegen Real Betis. Nach hochdramatischen 120 Minuten steht ein 1:1 – mit Martin Hinteregger im Mittelpunkt.

Knauff ans Alu – Frankfurt drückt, aber noch ohne Erfolg

Willkommen im Deutsche Bank Park, wo Eintracht Frankfurt im Achtelfinal-Rückspiel der Europa League Real Betis empfing. Das vergangene Wochenende gestalteten beide Mannschaften knapp wie erfolgreich. Frankfurt feierte ein knappes 2:1 gegen den VfL Bochum, Betis gewann 1:0 gegen den Athletic Club.

An seiner Startelf vom Sonntagabend nahm Oliver Glasner keine Veränderungen vor. Heißt, dass Ansgar Knauff erneut auf rechts ran durfte, Daichi Kamada und Jesper Lindstrøm auf der Doppelzehn und ganz vorne Rafael Santos Borré.

Aufseiten von Betis begann Kapitän und Vereinslegende Joaquín. Auch Ex-Schalker Juan Miranda, Aitor Ruibal sowie Willian José standen in der Startelf. Manuel Pellegrini setzte auf sein gewohntes 4-2-3-1.

 



 

Damit hinein in medias res. Betis begann dominant, wenngleich dabei keine wirklichen Torgelegenheiten heraussprangen. Die erste hatte Frankfurt in der 14. Minute. Djibril Sow spielte einen Traumpass durch die Gasse auf Ansgar Knauff. Die BVB-Leihgabe machte alles richtig, versuchte direkt hoch zu vollenden. Rui Silva war wohl noch leicht an der Kugel und lenkte sie an den Querbalken. Einmal kräftig durchatmen bei grün-weiß. Auf der anderen Seite schlugen Knauff und Oliver Glasner simultan die Hände über dem Kopf zusammen.

Je länger das Spiel dauerte, desto überlegener wurden die Frankfurter. Nicht zwingend durch spielerische, aber kämpferische Parameter. Sie liefen Betis enorm hoch an, die sich nur selten wirklich befreien konnten. Trotzdem blieb es vor den Toren größtenteils ruhig. In der 43. Minute spielte Knauff den Ball eher auf Verdacht nach innen, alle Mann in grün-weiß ließen die Kugel passieren, sodass urplötzlich Borré frei vor Rui Silva stand, den Ball allerdings vorbeispitzte. Entsetzen bei den Frankfurtern, die Erleichterung kam sogleich in Form der Fahne. Borré stand abseits und vergab nicht die zweite Großchance des Spiels. Damit hatte das 0:0 zur Pause bestand – und der Siegtreffer von Daichi Kamada aus dem Hinspiel ebenfalls.

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Kostić trifft erneut die Torumrandung – Borja Iglesias schockt die Eintracht

Einen Wechsel nahm Manuel Pellegrini zur zweiten Hälfte vor. Juanmi Jiménez ersetzte Ex-Schalker Juan Miranda. Die ersten Minuten gestaltete Betis dominant, tackerte die Frankfurter am eigenen Strafraum fest, wenngleich sich die Gäste vor allem beim letzten Pass zu ungenau präsentierten. So blieb ihnen die Gelegenheit zum benötigten Treffer weiterhin verwehrt.

Erst nach gut einer Stunde wurde die Partie offener. 63. Minute, Kamada flankte von links. Eigentlich eine simple Aufgabe für Rui Silva. Betis‘ Keeper segelte allerdings am Ball vorbei und hatte Glück, dass Filip Kostić die Kugel vor dem leeren Tor nicht richtig traf. Trotzdem blieb die Szene warm, Frankfurt holte sich einen weiteren Freistoß. Kostić servierte. In der Mitte kam niemand mehr an die Hereingabe, die sich ans linke Kreuzeck senkte.

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Photo by DANIEL ROLAND/AFP via Getty Images

Zwei Minuten später hatte auch Betis seine beste Chance: Joaquín setzte sich – auch im zarten Alter von 40 Jahren – auf rechts gekonnt durch und flankte punktgenau in die Mitte auf Juanmi, dessen Kopfball Kevin Trapp glänzend entschärfte.

Die Partie war nun zerfahren. Betis versuchte Druck aufzubauen, Frankfurt wollte das torlose Remis nachhause kämpfen. Es lief bereits die 90. Minute. Betis fuhr einen allerletzten Angriff, Aitor Ruibal setzte sich links gegen zwei Mann durch und bediente Nabil Fekir, der einmal auf der Grundlinie Platz bekam. Martin Hinteregger war eine Sekunde nicht aufmerksam, sodass der eingewechselte Borja Iglesias den Ball an Kevin Trapp vorbeispitzeln konnte. 0:1! Ein Tor wie ein Urknall. Das Stadion verstummte sofort. Iglesias jubelte mit den Reservisten. Es gab die Verlängerung.

Hinteregger macht mit der letzten Aktion alles klar

Personell beließen es beide Trainer bei dem, was auch zum Schlusspfiff auf dem Platz stand. Betis nahm das Momentum des Führungstreffers mit und war im ersten Durchgang der Verlängerung etwas besser im Spiel, ohne dabei zu sehr ins Risiko zu gehen. Es war nun Fußballmikado. Wer zuerst wackelt, verliert.

In den letzten 15 Minuten versuchte sich die Eintracht nochmal mit schnellen Spielzügen nach vorne zu kommen. Die beste Gelegenheit gab es aber auf der anderen Seite. 109. Minute, ein Steckpass landete rechts beim eingewechselten Diego Lainez, der an Ndicka vorbei nach innen zog und abschloss. Abgefälscht landete der Ball bei Borja Iglesias, der an den Querbalken des leeren Tores köpfte. Riesenglück für Frankfurt!

Mit der letzten Aktion! Hintereggers Rekordtor schickt Frankfurt ins Viertelfinale

Es sah alles nach einem Elfmeterschießen aus. Bis zur 121. Minute. Frankfurt bekam noch einen aller, aller, allerletzten Freistoß aus dem linken Halbfeld. Kostić servierte – in der Mitte sprang Martin Hinteregger in die Kugel. Letztendlich war ein Betico wohl auch noch am Ball. Michael Oliver sprach sich nochmal mit Chris Kavanagh am Bildschirm ab, während Oliver Glasner in die Kurve sprintete. Nach der Jubelexplosion verstummte das Stadion. Letztlich zählte der Treffer! Es lag kein Foul vor. Keeper Rui Silva kam aus seinem Tor, verfehlte die Kugel, Guido Rodríguez war wohl auch noch leicht am Ball – und Eintracht Frankfurt steht im Viertelfinale der Europa League. Für Manuel Pellegrini ist es hingegen nach Dortmund 2013 – damals noch in Diensten von Malaga – das zweite Last-Minute-Drama auf deutschem Boden.

Einen Rekord hielt der Treffer auch noch bereit. Nach ziemlich genau 120 Minuten und 22 Sekunden war dieser Treffer der späteste in der Europa-League-Geschichte.

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Photo by Alex Grimm/Getty Images

Am morgigen Freitag, um 13:30 Uhr, werden die Frankfurter erfahren, auf wen sie im weiteren Turnierverlauf treffen. Die Gegner fürs kommende Wochenende stehen bereits fest. Für Eintracht Frankfurt gibt es am Sonntag ein Spitzenspiel bei RB Leipzig, bevor sie zuerst Greuter Fürth und dann den SC Freiburg empfangen. Betis reist nach Vigo, anschließend steht ein Heimspiel gegen Osasuna an, bevor es ins Ramón de Carranza zu Cádiz geht.

Der Endstand aus dem Deutsche Bank Park: Eintracht Frankfurt 1, Real Betis 1. Frankfurt gewinnt 3:2 nach Hin- und Rückspiel.

Photo by DANIEL ROLAND/AFP via Getty Images

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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