Europa League Vorschau Gruppe F: SSC Neapel, Real Sociedad, AZ Alkmaar, HNK Rijeka

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In Kürze beginnt die neue Saison in der UEFA Europa League. In der Gruppe F treffen die SSC Neapel, Real Sociedad, AZ Alkmaar und HNK Rijeka aufeinander. Wir stellen die Teams vor!

  • SSC Napoli: Neue Kräfte und viel Variabilität
  • Real Sociedad und AZ Alkmaar: Zwei Mannschaften mit viel Talent – und ein unerfüllter Traum
  • HNK Rijeka: Kroatiens Pokalsieger will auch in Europa angreifen

Gruppe A: Roma, Young Boys, Cluj, ZSKA Sofia

Gruppe B: Arsenal, Rapid, Molde, Dundalk

Gruppe C: Bayer 04, Slavia Prag, Beer Sheva, Nizza

Gruppe D: Benfica, Lüttich, Rangers, Lech Posen

Gruppe E: PSV, PAOK, Granada, Omonia Nikosia

SSC Neapel: Gattuso bringt die Wende

Wenn man einen Blick auf die letzten Jahre wirft, kann man nicht sagen, dass Napoli international in besonderem Maße vom Glück geküsst war. 2013/14 reichten ihnen in einer Champions-League-Gruppe mit Borussia Dortmund, Arsenal und Olympique Marseille zwölf Punkte nicht fürs Achtelfinale. 2018 verhinderte eine Sensationsparade von Liverpools Torhüter Alisson (28) ihren Einzug in die K.O.-Runde. Letzte Saison wurden sie zwar Gruppenzweiter. Doch eine unterdurchschnittliche Halbzeit kostete sie im Rückspiel das Weiterkommen.

(Photo by FILIPPO MONTEFORTE/AFP via Getty Images)

Trotzdem wird Napoli die Saison 2019/20 in guter Erinnerung behalten. Zum einen, weil man sich nach einer eher durchwachsenen Spielzeit mitsamt Trainerwechsel von Carlo Ancelotti zu Gennaro Gattuso (42) noch in die Europa League retten konnte. Aber vor allem aufgrund des Coppa-Finals, das man gegen Juventus im Elfmeterschießen mit 4:2 für sich entschied.

Napolis vielversprechender Beginn – und eine Posse sondergleichen

2020/21 fing für Napoli eigentlich sehr vielversprechend an, auf ein 2:0 in Parma folgte ein 6:0 gegen CFC Genua. Und auf diese Partie, die Posse des Jahres. Nachdem zwei Spieler aus Neapels Kader positiv auf COVID-19 getestet wurden, untersagte ihnen die örtliche Gesundheitsbehörde die Anreise zum Topspiel nach Turin, die gesamte Mannschaft ging stattdessen in Quarantäne. So weit, so plausibel. Doch die italienische Liga setzte sich kurzerhand über diese Entscheidung hinweg und die Partie trotzdem an. Das Stadion wurde in Gänze für den Spieltag vorbereitet, auch die Spieler waren bereits im Tunnel und bereit, sich warmzumachen. Das alles in bestem Wissen, dass eine der Mannschaften nicht erscheinen wird. Am gestrigen Mittwoch wurde bekannt, dass Juventus die Partie am grünen Tisch 3:0 gewonnen hat, Napoli wird darüber hinaus ein Punkt abgezogen. Eine Aktion, die unterm Strich an Absurdität eigentlich nicht zu überbieten ist.

In der Europa League geht es für Napoli zum Auftakt gegen AZ Alkmaar. Zuvor steht aber noch das Topspiel gegen Tabellenführer Atalanta Bergamo an. Taktisch zeigte sich Gennaro Gattuso in den bisherigen Partien sehr variabel. In Parma griff er noch auf ein 4-3-3 mit dem Ex-Leipziger Diego Demme (28) im Mittelfeld sowie einem Dreiersturm aus Lorenzo Insigne (24), Dries Mertens (33) und Hirving Lozano (25) zurück. Daraus wurde beim 6:0 gegen Genua ein 4-2-3-1 mit Neuzugang Victor Osimhen (21) als einziger Spitze. Besagter Dreiersturm wurde einen Halbtonschritt zurückgezogen und Demme musste dafür aus der Startelf weichen. Besonders im Mittelfeld bietet Napolis Kader mit Spielern wie Fabián Ruiz (24), Piotr Zielinski (26), Eljif Elmas (21), Nikola Maksimovic (28), Stanislav Lobotka (25) oder eben Demme extrem viel taktischen Freiraum. Damit dürfte Napoli eigentlich auch in der Europa League weit kommen. Jetzt müssen nur noch die höheren Mächte mitspielen.

Real Sociedad: Baskische Gipfelstürmer

Nein, es war beileibe kein schöner Treffer, der für Real Sociedad das Tor nach Europa aufstieß. Am 38. und letzten Spieltag der vergangenen Saison lagen die Basken 0:1 bei Atlético Madrid zurück, bis der Ex-Dortmunder Adnan Januzaj (25) in Minute 87 einen Freistoß mit Schnitt in den Strafraum brachte. Dort gingen zahlreiche Akteure in rot-weiß und blau-weiß zum Ball, am Ende war es wohl Hector Herrera (30), der die Kugel in die eigenen Maschen lenkte. La Real wird es egal sein, Hauptsache drin. Denn dieser eine Punkt reichte ihnen im Kampf mit Villarreal, Granada, Getafe und Valencia für die Europa League.

(Photo by Denis Doyle/Getty Images)

Auch die neue Spielzeit begann für die Mannschaft von Imanol Alguacil (49) durchaus vielversprechend. Nach fünf Spielen stehen sie bei acht Punkten und gerade mal einer Niederlage – einem 0:1 gegen Valencia – auf Platz 3. Zudem haben sie am 2. Spieltag Real Madrid erfolgreich einen Punkt abgeknöpft. Vor der Länderspielpause schenkten sie zudem dem defensiv eigentlich sehr robusten Getafe die ersten drei Gegentore ein.

Ohne Ødegaard, dafür mit Silvas Routine

Es wird zu sehen sein, ob Real Sociedad diese Form auch in der neuen Spielzeit aufrechterhalten kann. Denn im Sommer verließen mit Martin Ødegaard (21/Real Madrid) und Diego Llorente (27/Leeds United) zwei absolute Schlüsselspieler den Verein. Dafür konnte man in letzter Sekunde noch den Transfer von David Silva (34) zu Lazio torpedieren. Vor allem auf europäischer Ebene könnte er mit seiner Erfahrung hilfreich sein.

Ansonsten fokussiert sich Real Sociedad eher auf junge Spieler und hat unter anderem mit Martín Zubimendi (21) oder Roberto López (20) zwei aus dem eigenen Nachwuchs fest in den Profikader integriert. Meistens stellt sich die Mannschaft in einem 4-1-4-1 mit Zubimendi als Kapellmeister im Mittelfeld und dem Ex-Dortmunder Alexander Isak als einzige Spitze auf. Dazwischen übernimmt David Silva den Platz von Ødegaard.

Am kommenden Wochenende steht für La Real das Spitzenduell beim Zweitplatzierten Betis an, bevor sie ihre Europareise in Rijeka starten. Gleich am 2. Spieltag wartet dann allerdings Napoli. Für ein Weiterkommen würden sie sicherlich auch ein erneutes Foto-Finish in Kauf nehmen.

AZ Alkmaar: Viel Talent – und ein unerfüllter Traum

Es läuft noch nicht so recht beim Zweiten der Vorsaison. Eine Tabelle hat nach drei Spielen zwar nur bedingt Aussagekraft, doch die Mannschaft von Arne Slot (42) weist diese Tage starke Ähnlichkeiten mit der DFB-Elf auf. Drei Unentschieden stehen bis hierhin zu Buche, dazu ein Last-Minute-Ausgleich nach 3:1-Führung bei Fortuna Sittard sowie eine spät verspielte 4:0-Führung bei Sparta Rotterdam. Dazu kommen bereits zwei Platzverweise. Macht unterm Strich Platz 13.

Es sind die üblichen Leistungsschwankungen, die bei jungen Mannschaften öfters vorkommen. Denn AZ hat in Kapitän Teun Koopmeiners (22), Myron Boadu (19) und Calvin Stengs (21) drei der größten Talente der Eredivisie im Kader. Der kommt übrigens auf ein Durchschnittsalter von gerade einmal 24 Jahren.

(Photo by MAURICE VAN STEEN/ANP/AFP via Getty Images)

Vielleicht steckt der Mannschaft aber auch die vergangene Spielzeit noch in den Köpfen. Nachdem man beide Spiele gegen Ajax gewinnen konnte, war AZ punktetechnisch bereits gleichgezogen und auf einem sehr guten Weg, die erste Meisterschaft seit 2009, damals noch unter Louis van Gaal (69), zu holen. Doch aufgrund der Corona-Pandemie entschloss sich der niederländische Fußballverband die Saison gleich nach Alkmaars 2:0-Sieg in der Johan-Cruyff-Arena zu beenden, ein Meister wurde nicht gekürt. So bleibt für Slot und seine Talente nur die große Frage, was hätte sein können.

Was ist, ist ein Duell gegen Venlo am Wochenende sowie der Europa-League-Auftakt in Neapel. Man wird sehen, ob sie bis dahin wieder zu sich gefunden haben. Denn gerade das Spiel im San Paolo dürfte alles andere als einfach werden, gegen ein Napoli, das mit allen Wassern gewaschen ist. Dort wird es wieder die Mannschaft brauchen, die gegen Ajax sechs Punkte geholt hat.

HNK Rijeka: Kroatiens Pokalsieger will auch in Europa angreifen

Einen Titel hat Rijeka bis hierhin schon sicher. Den für die am besten gelegene Spielstätte. Das Rujevica Stadium ist direkt an einer Felswand gebaut, bietet zudem noch eine wunderbare Aussicht auf die Adria. Wenn es als Taktik geplant war, die Gegner damit zu hypnotisieren, dann hat sie auch in der abgelaufenen Saison ziemlich gut funktioniert.

Bildquelle: Goran Kovacic/PIXSELL/imago

Rijeka wurde hinter Abonnement-Meister Dinamo Zagreb und ihrem Stadtrivalen Lokomotiva Dritter, verteidigte zudem den Titel im Hrvatski Nogometni Kup, dem kroatischen Pokal.

Wie Alkmaar hatte auch Rijeka einige Probleme, in die Saison zu kommen. Nach fünf Spielen stehen drei Siege und zwei Niederlagen zu Buche. Neun Punkte reichen im Moment für Platz fünf. Der Vollständigkeit halber sei noch gesagt, dass die kroatische Liga lediglich zehn Mannschaften beheimatet.

Zu den fünf Spielen in der Liga kommen noch zwei in der Europa-League-Qualifikation. Gegen Kowaliwka, den Tabellensechsten der vergangenen Premier-Liga-Saison in der Ukraine, brauchten sie noch die Verlängerung, gewannen dort aber 2:0. Den FC Kopenhagen, der beim Finalturnier immerhin das Europa-League-Viertelfinale erreichte, besiegte Rijeka per Eigentor in der regulären Spielzeit.

Am Wochenende steht für die Mannschaft von Simon Rozman (37) zuerst das Ligaduell gegen den Tabellensechsten Varazdin an, bevor sie gegen Real Sociedad anfangen, ihren Stundenplan in der Europa League abzuarbeiten. Große Namen sucht man bei Rijeka vergebens, auch hier überstrahlt Dinamo Zagreb vieles. Trotzdem haben sie einen Ehemaligen, der vielen Bundesliga-Fans geläufig sein sollte: Andrej Kramaric (29). 2014/15 traf er in sechs Europa-League-Spielen fünfmal. Trotzdem schied der Hrvatski Nogometni Klub Rijeka schon in der Gruppenphase als Tabellendritter aus.

Prognose

Mehr als das wird wohl auch in dieser Saison nicht für die Kroaten drin sein. Napoli und Real Sociedad werden aller Voraussicht nach um den Gruppensieg kämpfen. Wenn AZ Alkmaar wieder zu sich findet, könnte Platz 2 und damit immerhin die K.O.-Runde drin sein. Einen Sololauf darf man aber von keinem der vier erwarten. Die Gruppe bleibt von Anfang bis Ende spannend.

(Photo by FILIPPO MONTEFORTE/AFP via Getty Images)

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Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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