Basel vs. Frankurt: Die Eintracht braucht ein Europa-Wunder

Vorschau

Vorschau | Das Hinspiel zwischen Eintracht Frankfurt und dem FC Basel im Achtelfinale der Europa League ist knapp fünf Monate her – damals gewannen die Schweizer mit 3:0. Nun treffen sich die Mannschaften für das Rückspiel in Basel und die Frankfurter brauchen ein mittelschweres Wunder, um das Weiterkommen noch zu erreichen.

Anpfiff der Partie ist am Donnerstag, 21 Uhr, Live auf DAZN (Registriere dich jetzt auf DAZN und erhalte einen Gratismonat).

  • Der FC Basel hat das Hinspiel in Frankfurt mit 3:0 gewonnen
  • Die Schweizer sind seit sieben Partien ungeschlagen
  • Frankfurt ist seit über einem Monat ohne Pflichtspiel-Praxis

FC Basel: Eine verkorkste Saison noch retten

Angesichts des so überzeugenden Auftritt beim 3:0-Auswärtserfolg im Hinspiel gegen Eintracht Frankfurt könnte angenommen werden, der FC Basel würde eine einmal mehr starke Saison spielen. Ein Blick auf die Bilanz Basels in der Schweizer Super League verrät allerdings, dass der Verein seine historisch schlechteste Saison hinter sich hat. 62 Punkte – so schlecht war Basel noch nie, zum ersten Mal seit 2009 gehört man nicht zu den besten zwei Teams der Liga.

Der Tabellendritte der Schweizer Liga kann jedoch zumindest auf eine recht gelungene Phase nach dem Re-Start blicken: In den letzten 13 Begegnungen der Spielzeit hat Basel 22 Punkte geholt, seit sieben Spielen ist das Team von Trainer Marcel Koller (59) ungeschlagen, auch wenn die letzten drei Partien allesamt unentschieden geendet sind. Man habe „zu viele Ups und eben auch Downs gehabt“, resümierte Rechtsverteidiger Silvan Widmer (27).

(Photo by FABRICE COFFRINI/AFP via Getty Images)

Tatsächlich ist es trotz des Faktes, dass der FC Basel die ligaweit beste Defensive gestellt hat, eine durchwachsene Spielzeit gewesen. Rauschende Siege gegen Topmannschaften wechselten sich mit enttäuschenden Niederlagen gegen Underdogs ab. Am Ende kam nur Platz drei heraus. Doch hat Basel die Chance, eine bislang verkorkste Saison noch zu retten. Zum einen stehen die „Bebbi“ im Halbfinale des heimischen Pokals, zum anderen haben sie die große Chance, in der Europa League mindestens ins Viertelfinale einzuziehen.

Hierzu muss Basel am Donnerstagabend im heimischen St. Jakob-Park den 3:0-Sieg aus dem Hinspiel gegen Eintracht Frankfurt verteidigen. Die Begegnung, die Ende Februar ebenfalls vor leeren Rängen ausgetragen wurde, hatten die Schweizer durch die Treffer von Samuele Campo (25), Kevin Bua (26) und Ex-Mainzer Fabian Frei (31) für sich entschieden. Damals trat Basel defensiv gefestigt und offensiv effizient auf. Ob die Abwehr im Rückspiel genauso sattelfest sein wird, ist in Hinblick auf den Ausfall von Stammtorhüter Jonas Omlin (26) zwar etwas fraglich, aber in den letzten zwei Ligaspielen hat Basel keinen Gegentreffer kassiert. „Wir haben in dieser Saison gezeigt, wie stark wir defensiv auftreten können, von daher bin ich sehr positiv gestimmt“, zeigte sich Frei vor der Begegnung selbstbewusst.

Frankfurt: „Das Unmögliche möglich machen“

Während die Saison in der Schweiz erst vor wenigen Tagen geendet ist, ruht der Ball der Bundesliga bereits seit Ende Juni. Dementsprechend wenig Wettkampf-Praxis hat Eintracht Frankfurt zuletzt sammeln können. Am Samstag haben die „Adler“ daher ein Testspiel gegen AS Monaco und Ex-Trainer Niko Kovac bestritten, welches mit 1:1 ausging. „Für das Basel-Spiel kann man aus diesem Test nicht so viel ableiten“, wollte Trainer Adi Hütter gegenüber der Hessenschau die ordentliche Leistung seiner Mannschaft nicht überbewerten. Der Schweizer gab sich vor der Partie in Basel dennoch kämpferisch: „Wir werden am Donnerstagabend versuchen, das Unmögliche möglich zu machen.“

Auch Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic will die Flinte nicht vorzeitig ins Korn werfen: „Die Chance ist da“, sagte er zuletzt im KMD-Podcast. Der 48-Jährige drehte die Skepsis, ob Frankfurt nach der langen Pause körperlich bereit für das Spiel ist, um: „Die Baseler haben jetzt eine Englische Woche nach der anderen.“ Tatsächlich hat der Gegner viele Spiele in den Beinen, zuletzt hat Basel am Montag spielen müssen. „Wir haben während der Pause individuell extra so gearbeitet, dass wir auf Basel gut vorbereitet sind“, wollte Flügelspieler Timothy Chandler (30) im Vorfeld ebenfalls nichts von einem Nachteil wissen.

(Photo by DANIEL ROLAND/AFP via Getty Images)

Zuspruch gab es auch von Ex-Trainer Kovac: „Man hat gemerkt, dass die Eintracht eingespielt ist und schon einige Jahre unter Adi Automatismen entwickelt hat. Auch mit Blick auf das Spiel in Basel sehe ich sie gut aufgestellt.“ Es scheint also, als habe Frankfurt seine gute Form aus dem Bundesliga-Endspurt konservieren können. Die SGE beendete die Saison mit zehn Punkten aus den letzten vier Partien. Um der mit Platz neun letztendlich doch etwas schnöden Spielzeit noch etwas Besonderes zu schenken, bräuchte es ein Weiterkommen in der Europa League. Für Keeper Kevin Trapp (30) kein Ding der Unmöglichkeit: „Das Basel-Spiel ist sehr wichtig für uns, wir nehmen die Partie extrem ernst. Und wenn jemand so ein Ergebnis drehen kann, dann wir.“

Prognose

Es gilt, ein 0:3 aus dem Hinspiel umzudrehen. Eintracht Frankfurt ist für seine spektakulären Europa-Nächte bekannt, in den vergangenen Jahren haben die Hessen zahlreiche große Geschichten in diesem Wettbewerb geschrieben, doch gegen ein defensiv so starkes Basel, das nur auf Konter lauern wird, wird es – vor allem ohne Zuschauer – gelinde gesagt schwer. Frei nach dem Motto: Wir haben keine Chance, aber die nutzen wir! Es ist aber nicht davon auszugehen, dass es soweit kommen wird.

Mögliche Aufstellungen:

FC Basel: Nikolic – Widmer, Cömert, Alderete, Riveros – Frei, Xhaka – Stocker, Campo, Petretta – Arthur Cabral

Frankurt: Trapp – Abraham, Hinteregger, N’Dicka – Kohr, Rode – Da Costa, Kamada, Kostic – Silva, Dost

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(Photo by Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images)

Marc Schwitzky

Erst entfachte Marcelinho die Liebe zum Spiel, dann lieferte Jürgen Klopp die taktische Offenbarung nach. Freund des intensiven schnellen Spiels und der Talentförderung. Bundesliga-Experte und Wortspielakrobat. Seit 2020 im 90PLUS-Team.

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