Erste Topteams verabschieden sich aus der Champions League – 3 Thesen zum Spieltag

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Spieltag fünf in der Champions League! Heißt: Es werden weitere Entscheidungen fallen. Einige Mannschaften können das Achtelfinal-Ticket buchen, für andere schlägt die letzte Stunde, um den Gang in die Europa League oder Schlimmeres abzuwenden. Genau darum drehen sich auch unsere drei Thesen zum Spieltag.

1. Endstation für Leverkusen

Der Start unter Xabi Alonso (40) verlief eigentlich vielversprechend. Beim 4:0-Sieg gegen Schalke brachte man sämtliche Tugenden auf den Platz, die man in den Wochen zuvor schmerzhaft hatte vermissen lassen. Darauf folgten allerdings zwei derbe Niederlagen gegen Porto (0:3) und Frankfurt (1:5). Dabei spielte man phasenweise gar nicht schlecht. Mental zeigte man sich aber nicht gefestigt genug, ließ sich von fragwürdigen VAR-Entscheidungen aus der Bahn werfen, infolgedessen der Gegner sich in einen Rausch spielte. Auch beim jüngsten 2:2 gegen Wolfsburg wäre mehr drin gewesen. Vorne zeigte sich Bayer 04 allerdings ineffizient, hinten machte man gegen harmlose Wölfe einfachste Fehler, die letztlich dafür sorgten, dass es im dritten Spiel in Folge keinen Dreier gab.

Dass sich das ausgerechnet im Metropolitano zu Madrid ändert: unwahrscheinlich. Atletico hat zwar auch seine Probleme, insbesondere in der Offensive fehlt häufig die nötige Durchschlagskraft, aber: Die „Colchoneros“ haben zuletzt fünfmal in Folge nicht verloren. Die Mannschaft von Diego Simeone (52) verfügt über eine hohe individuelle Klasse, die vieles rettet, wenn die spielerischen Defizite zutage treten.

So auch beim jüngsten 2:1-Erfolg in Sevilla, wo zwei geniale Momente von Antoine Griezmann (31) reichten, um Real Betis den Zahn zu ziehen. Außerdem ist Atleti traditionell extrem heimstark, was die Sache für Leverkusen nicht leichter macht. These: Bayer 04 tritt die Rückreise nach Deutschland ohne Punkte an. Damit verpasst die „Werkself“ nicht nur das Achtelfinale der Champions League, auch Platz drei und die Europa League sind für den letzten Spieltag außer Reichweite.

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(Photo by Alex Grimm/Getty Images)

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2. Zwei europäische Größen verabschieden sich aus der Champions League

Im Heimspiel gegen den FC Bayern ist Barça zum Siegen verdammt. Nur so können sie die Mini-Chance aufs Achtelfinale wahren – voraussetzt, Pilsen entführt am frühen Abend mindestens einen Punkt aus dem San Siro. So richtig schlau wird man dieser Tage nicht aus den Katalanen. Offenbarten sie bei der 1:3-Niederlage im Clasico hinten wie vorne diverse Probleme, ließen sie in den darauffolgenden Spielen gegen Villarreal (3:0) und Athletic (4:0) die Muskeln spielen. So sorgte die herausragende Offensive um Robert Lewandowski (34) und Ousmane Dembele (25) gegen zwei starke La-Liga-Klubs für klare Siege. 

Dass Barça gegen die großen europäischen Topteams aber erhebliche Schwierigkeiten hat, bewies nicht nur der Clasico, sondern auch das Hinspiel gegen Bayern (0:2) sowie die beiden Auftritte gegen Inter (0:1, 3:3). Zudem werden die Münchner keinesfalls mit Sparflamme im Camp Nou auflaufen. Dem deutschen Rekordmeister geht es nicht nur ums Prestige, sondern auch darum, den Gruppensieg endgültig klarzumachen, um ohne Druck ins letzte Spiel gegen Inter gehen zu können. These: Für Barça wird es auch im Rückspiel nicht zum Sieg reichen. Die Katalanen müssen zum zweiten Mal in Folge den bitteren Gang in die Europa League antreten.

In einer ähnlichen Ausgangslage befindet sich Juventus, das gegen Benfica ebenfalls zwingend einen Dreier braucht, um die Hoffnung aufs Achtelfinale in der Champions League aufrechtzuerhalten. Die Umschreibung mag grotesk klingen, aber der jüngste 4:0-Erfolg gegen Empoli war tatsächlich eine Art Ausnahmeerscheinung bei den „Bianconeri“. Juve hat in der laufenden Spielzeit nämlich massive Probleme.



Zum einen fehlt es häufig an Idee und Kreation im Spiel nach vorne sowie der nötigen Durchschlagskraft. Zudem lässt man sich gerade gegen kleinere Mannschaften zu oft den Schneid abkaufen, wenn diese an die Grenzen gehen oder über sich hinauswachsen. So geschehen zuletzt in der Champions League, wo man eine 0:2-Blamage bei Maccabi Haifa verarbeiten musste. Ein positives Signal ist, dass sich die Mannschaft von Trainer Massimiliano Allegri (55) zuletzt wieder gefangen hat. Neben dem überzeugenden Sieg gegen Empoli gab es einen nicht unverdienten Dreier im Stadtderby bei Torino (1:0).

Ob das für die lebensnotwendigen drei Punkte gegen Benfica reicht, ist jedoch mehr als zweifelhaft. Der portugiesische Meister ist aktuell eine der konstantesten Mannschaften in Europa. Tatsächlich verlor der Klub aus Lissabon noch kein einziges mal. Sogar gegen PSG blieb man in beiden Spielen ungeschlagen, erkämpfte sich jeweils ein 1:1. Heute können die Portugiesen vor heimischem Publikum das Achtelfinal-Ticket buchen. Dass sie sich das nehmen lassen werden, ist unwahrscheinlich. These: In Lissabon gibt es für Juventus nichts zu holen. Die „Vecchia Signora“ scheidet vorzeitig aus der Champions League aus und muss am letzen Spieltag im Fernduell mit Haifa um Platz drei kämpfen.

3. Eintracht Frankfurt: Dem nächsten Traum zum Greifen nah

Nur vier Punkte konnte Eintracht Frankfurt aus den ersten vier Gruppenspielen holen – eigentlich eine geringe Ausbeute. Trotzdem stehen die Chancen aufs Achtelfinale gut. Mit einem Heimsieg gegen Olympique Marseille können die Adler einen großen Schritt machen und auf Platz zwei springen. Zuletzt gab es drei souveräne Siege in Folge: Im Pokal erledigte man seine Pflichtaufgabe bei den Stuttgarter Kickers (2:0), während man in der Liga mit Leverkusen (5:1) und Gladbach (3:1) zwei Topteams deutlich besiegen konnte.

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(Photo by Alex Grimm/Getty Images)

Besonders die Offensive zeigt sich dieser Tage gut aufgelegt. Randal Kolo Muani (23) hat sein vermeintliches Zwischentief bezwungen, steuerte in besagten drei Spielen zwei Tore und eine Vorlage bei. Jesper Lindström (23) gelangen gegen Leverkusen und Gladbach sogar drei Treffer. Kurzum: Frankfurt ist gut drauf und geht mit reichlich Rückenwind ins Heimspiel gegen OM, das natürlich nicht das letzte in der Champions League bleiben soll.

Was auch für die Eintracht spricht: Beim kommenden Gegner läuft es momentan so gar nicht rund. Drei Niederlagen in Folge mussten die Franzosen zuletzt in der Liga einstecken. Am Wochenende ließ man sich vor eigenem Publikum von RC Lens den Schneid abkaufen, die sich mit einer giftigen Herangehensweise einen 1:0-Sieg verdienten. Oliver Glasner (48) wird ganz genau hingeschaut und mit Sicherheit einiges für seine Mannschaft mitgenommen haben, die auf eine ähnlich disziplinierte Weise schon das Hinspiel in Marseille gewann – ebenfalls mit 1:0 übrigens. These: Auch das Rückspiel geht an die SGE, die damit einen großen Schritt in Richtung Achtelfinale macht und das Ticket am letzten Spieltag in den eigenen Händen hält.

(Photo by Alex Grimm/Getty Images)

Michael Bojkov

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