Champions League: Eintracht Frankfurt trotz starker Anfangsphase gegen Tottenham Hotspur mit Niederlage

UEFA CL/EL

News | Tottenham Hotspur empfing im gleichnamigen Stadion am vierten Spieltag der UEFA Champions League die Frankfurter Eintracht. Die spektakuläre Begegnung im Nordosten Londons endete mit einem 3:2-Heimerfolg. Zum Mann des Abends avancierte dabei mit zwei Treffern der ehemalige Bundesliga-Akteur Heung-Min Son.

Frankfurter Führung wird zum Weckruf für Tottenham

„London Calling“ hieß es für die Frankfurter Eintracht am vierten Spieltag der UEFA Champions League. Der Gegner war mit Tottenham Hotspur, aktuell Tabellendritter der Premier League, der vermeintlich härteste Brocken in Gruppe D. Jener Klub aus dem Nordosten der englischen Hauptstadt war jedoch, genau wie die Gäste vom Main, mit lediglich vier Punkten aus drei Partien in den Wettbewerb gestartet. Dementsprechend wartete vor dem Anpfiff eine brisante Konstellation im Kampf ums Überwintern in der Beletage des europäischen Fußballadels auf. Spurs-Coach Antonio Conte (53) tauschte sein Personal, im Vergleich zum 1:0-Auswärtserfolg bei Brighton & Hove Albion am vergangenen Wochenende, auf drei Positionen. Für Ben Davies, Matt Doherty und Yves Bissouma (alle Bank) rückten Clement Lenglet, Emerson Royal sowie Richarlison in die Startelf. Bei den Gästen aus Frankfurt, deren sportliche Darbietungen in dieser Saison bisher einer Schachtel Pralinen glichen, fiel die Personalrochade mit fünf Veränderungen noch deutlicher aus. Der 48-jährige Trainer Oliver Glasner setzte in seiner Anfangsformation, wie Tottenham in einer Dreierkette angeordnet, auf Makoto Hasebe, Christopher Lenz, Sebastian Rode, Daichi Kamada und Randal Kolo Muani anstelle von Luca Pellegrini (verletzt), Eric Junior Dina Ebimbe, Mario Götze, Lucas Alario und Rafael Borre (alle Bank).



Vor Beginn des Spiels wurde eine bewegende Trauerminute zu Ehren des langjährigen Fitnesscoaches der Spurs Gian Piero Ventrone, der vor wenigen Tagen im Alter von 62 Jahren an den Folgen einer Leukämie-Erkrankung verstarb, abgehalten. Unter der Leitung des spanischen Unparteiischen Carlos del Cerro Grande (46), der sein 20. Champions League Spiel leiten durfte, ging es danach in das sportlich brisante Aufeinandertreffen. Dem amtierenden Europa League Sieger aus Hessen war zu Beginn keinerlei Verunsicherung nach der enttäuschenden Darbietung beim 0:3 in Bochum anzumerken. Stattdessen kombinierten die Adlerträger sich flüssig über den Platz und belohnten sich nach 14. Minuten mit dem Führungstreffer. Dank einer starken Pressingaktion konnte Tempodribbler Lindström Tottenham-Verteidiger Eric Dier die Kugel abstreitig machen, über Umwege kam der Ball zu Rode, dieser legte mit Übersicht für Kamada auf und der Japaner musste nur noch einschieben.

Diese Szene sollte jedoch zum Weckruf für die bis dahin biederen Gastgeber werden. Nach einem Pass aus dem Zentrum behauptete sich der englische Nationalspieler Harry Kane gegen Routinier Hasebe, filetierte mit einem perfekt getimten Schnittstellenpass die Eintracht-Defensive, woraufhin Heung-Min Son mit einem überlegten Abschluss ausgleichen konnte (20.). Doch es sollte aus Sicht der Gäste noch schlimmer kommen: nach VAR-Kontakt und Ansicht der Bilder entschied der Schiedsrichter, nach einem Foul von Jakic an Kane, regelkonform auf Elfmeter. Diese Einladung ließ sich der gefoulte Kapitän der Londoner in seiner ihm eigenen Kaltschnäuzigkeit nicht entgehen – 2:1 (28.). Die Frankfurter fanden in dieser Phase überhaupt keinen Zugriff mehr. Exemplarisch das 3:1 in der 36. Minute. Der linke Schienenspieler Lenz kam nicht ins direkte Duell mit Ex-Bundesligaspieler Pierre-Emile Höjbjerg, dessen Flankenball der sträflich allein gelassene Son mit einer sehenswerten Direktabnahme verwertete – sein zweites Tor an diesem Abend. Bis zur Pause war es SGE-Schlussmann Kevin Trapp bei Paraden gegen Son und Cristian Romero (41., 45.+2) zu verdanken, dass der deutsche Vertreter nicht hoffnungslos zurücklag.

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Tuta erhält die Ampelkarte

In der zweiten Halbzeit beschränkten sich die Gastgeber lange Zeit auf den Verwaltungsmodus. Eine Ausnahme war Ryan Sessegnons Abschluss, den erneut Trapp hervorragend vereitelte (52.). Die Frankfurter schwächten sich kurz darauf personell. Der am heutigen Abend indisponierte Tuta beging ein taktisches Foul an Son, in dessen Folge er mit der Ampelkarte des Feldes verwiesen wurde (59.). Das Tempo des Spielgeschehens flachte nun ab, beide Mannschaften nahmen angesichts des straffen Programms einige personelle Wechsel vor und viele Zuschauer hatten sich schon mit einem entspannten Heimerfolg abgefunden. Doch dann kam die 87. Minute – ein kleiner Hoffnungsschimmer für Glasners Team. Der eingewechselte Mario Götze brachte einen Eckball präzise an den Elfmeterpunkt und Neuzugang Faride Alidou konnte per Kopfball den Anschlusstreffer herstellen. Sollte etwa in Unterzahl das Wunder der „Eintracht-Moralmonster“ gelingen? In der Nachspielzeit der Partie verschoss Kane einen, von Hrvoje Smolcic an Bryan Gil verursachten, weiteren Strafstoß für die Gastgeber (90.+2). Nichtsdestotrotz reichte es schlussendlich zum verdienten Sieg der Spurs gegen tapfere Frankfurter, deren schwache Leistung zwischen Minute 20 und der Halbzeitpause letztlich den Unterschied ausmachte.

Durch den zeitgleichen Erfolg von Olympique Marseille bei Sporting Lissabon (0:2) übernimmt Tottenham Hotspur die Tabellenführung in Gruppe D. Eintracht Frankfurt rutscht auf Platz 4 ab, hat jedoch weiterhin alle Chancen aufs Achtelfinale der Champions League. Weiter gehts in zwei Wochen mit einem Heimspiel gegen den französischen Vizemeister. Die Londoner empfangen zeitgleich den Klub aus der portugiesischen Hauptstadt.

Steven Busch

Die Außenristpässe eines Tomás Rosicky entfachten seinen Enthusiasmus für den Fußball und die Affinität zu den schwarzgelben Borussen aus dem Ruhrgebiet. WM-Held Mario Götze brach ihm mit dem Wechsel in den Süden der Republik einst sein Fanherz und der Glaube an die Fußballromantik musste leiden. Wenn sein persönlicher Traum von der professionellen Fußballkarriere schon platzen musste, entschied er sich dem Sport aus journalistisch-kritischer Perspektive erhalten zu bleiben.

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