Real Madrid empfängt den Liverpool FC zur Neuauflage des Finals 2018

Vorschau

Vorschau | Real Madrid empfängt im Viertelfinale der Champions League den FC Liverpool. Damit kommt es zur Neuauflage des Champions-League-Finales aus dem Jahr 2018. Da auf beiden Seiten sieben Spieler, die 2018 in der Startelf standen, zum Einsatz kommen könnten und auch die Trainer dieselben sind, dürfte bei beiden das Finale vor drei Jahren noch tief verankert sein. 

Anpfiff der Partie ist am Dienstag, 21:00 Uhr, Live bei Sky;

  • Real Madrid ist die letzte spanische Mannschaft im Wettbewerb
  • Liverpool scheint allmählich wieder in die Spur zu finden
  • Viele Spieler aus dem Finale 2018 immer noch dabei

Vor der Partie zwischen Real Madrid und dem FC Liverpool haben wir uns außerdem die Einschätzungen von Liverpool-Experte Richard Köppe, Chefredakteur der Redmen Family Germany, eingeholt.

Real Madrid: Ungeschlagen seit zwei Monaten

Es war vor allem in der Hinrunde keine gute Spielzeit der Königlichen. Die Mannschaft von Trainer Zinedine Zidane (48) spielte deutlich unter den Erwartungen. In der Gruppenphase der Champions League gab es beispielsweise zwei peinliche Auftritt gegen Shakhtar Donezk, auch in der Liga gab es einige unnötige Punktverluste gegen kleinere Mannschaften. Entsprechend hatte man lange Zeit einen großen Rückstand auf Tabellenführer und Stadtrivalen Atletico Madrid.

Seit einigen Wochen läuft es jedoch deutlich besser. Vor allem defensiv spielt Real Madrid deutlich konstanter. Dazu dominiert man viele Gegner, anders als noch in der Hinrunde. Das macht sich in den Resultaten bemerkbar. Die letzte Niederlage kassierten die Königlichen wettbewerbsübergreifend am 30. Januar, seither gewann man neun von elf Spielen und ist wieder im Rennen um den Titel in La Liga. Nur noch drei Punkte beträgt der Rückstand auf Atletico, Ende Januar waren es noch elf.

Stabile Abwehr und vorne hilft Benzema

Somit geht die Mannschaft von Zidane nun mit Rückenwind in das Spiel gegen Liverpool. Die gute Organisation der letzten Wochen könnte ein Schlüssel für das Weiterkommen sein. Defensiv steht man mehr als gut, Real kassierte nur sechs Gegentore in den elf Spielen. Hauptverantwortlich hierfür ist, dass sich Lucas Vazquez (29) in der Abwesenheit von Daniel Carvajal (29) zu einem mehr als ordentlichen Rechtsverteidiger entwickelt hat. Der gelernte Rechtsaußen macht das sogar so gut, dass er auf dem Zettel des FC Bayern München gelandet ist.

Photo: Imago

Offensiv fixiert sich einiges auf Karim Benzema (33). Der Franzose ist seit dem Abgang von Cristiano Ronaldo (36) der unumstrittene Anführer der Offensivabteilung der Königlichen. Neun der letzten 20 Treffer erzielte Benzema, und das, obwohl er drei Spiele wegen Aduktorenproblemen verpasste. Der andere große Name in der Offensive der Madrilenen wird das Hinspiel gegen Liverpool verpassen. Eden Hazard (30) laboriert erneut an einer Verletzung und wird frühestens zum Rückspiel zurückerwartet. Es ist ein weiteres Kapitel der mehr als unglücklichen Zeit des Belgiers in Spanien. Seit seinem Wechsel vor fast zwei Jahren stand Hazard verletzungsbedingt nur in 36 der 89 Spiele auf dem Feld.

Neben Hazard wird auch Kapitän Sergio Ramos (35) im Hinspiel ausfallen. Der Innenverteidiger laboriert an einer Muskelverletzung. Der Ausfall wird der defensiven Stabilität sehr weh tun. Ansonsten kann Zidane aus dem Vollen schöpfen, der restliche Kader steht dem Franzosen zur Verfügung. In den letzten Wochen spielte Real häufig in einem 3-5-2-System, das dem Team enorm weiterhelfen konnte. Das dürfte auch gegen die Reds das Mittel der Wahl sein.

FC Liverpool: Die Verletztensituation entspannt sich allmählich

Bei den Reds entspannt sich inzwischen die personelle Situation deutlich. Die drei Innenverteidiger Virgil van Dijk (29), Joe Gomez (23) und Joel Matip (29) werden den Rest der Saison verpassen. Ansonsten steht Trainer Jürgen Klopp (53) jedoch wieder fast der gesamte Kader zur Verfügung. Kapitän Jordan Henderson (30) wird im Rückspiel wieder eingreifen können, doch im Mittelfeld ist Liverpool inzwischen wieder derart breit aufgestellt, dass dieser Ausfall verschmerzbar ist. Im letzten Spiel gegen die Wolverhampton Wanderers (1:0) standen sieben zentrale Mittelfeldspieler im Spieltagskader.

Besonders wichtig war die Rückkehr von Diogo Jota (24). Der portugiesische Neuzugang spielte eine überragende Hinrunde (17 Spiele, neun Tore) und fehlte dem Team in der schweren Zeit im Januar und Februar sehr. Seit seiner Rückkehr traf Jota direkt wieder dreimal in vier Ligaspielen. Da auch Roberto Firmino (29) nach einer Knieverletzung wieder zur Verfügung steht, hat Klopp offensiv die Qual der Wahl.

Kann Liverpool die Saison über die Champions League retten?

Trotz der Rückkehrer werden die Reds es schwer haben, sich über die Premier League für die Champions League zu qualifizieren. Auf den auf Platz vier liegenden Chelsea FC sind es aktuell zwei Punkte Rückstand, und die Blues sind seit dem Trainerwechsel hin zu Thomas Tuchel (47) so stark, dass Platz vier keineswegs sicher erscheint. Gewinnt Liverpool die Champions League, wäre man auch dann für die Champions League qualifiziert, wenn die Reds nicht unter den ersten Vier in der Liga landen.

Möglich erscheint dies durchaus. Die Mannschaft von Klopp kann in einem bzw. zwei Spielen immer noch jede Mannschaft der Welt schlagen. Dazu ist der Weg ins Finale ein vergleichsweise leichter, weder auf den FC Bayern München, Paris St. Germain noch Manchester City kann man vorher treffen. Dazu kommt, dass die Reds in beiden heimischen Pokalwettbewerben bereits ausgeschieden sind und die Champions League somit die letzte Chance auf einen Titel in dieser Saison ist.

Prognose von Richard Köppe:

Das Viertelfinale gegen Real Madrid steht ganz klar im Zeichen der Wiedergutmachung, manche würden fast von Rache sprechen. Der Schmerz der Finalniederlage von 2018 sitzt beim Liverpooler Anhang noch tief, obwohl genau dieses 1:3 in Kiew die Reds ein Jahr später zum Titelgewinn anspornte. Dabei ist es fast schon ironisch, dass Sergio Ramos, der Buhmann aus dem Finale, wegen einer Verletzung ausfallen wird. Es kann für Liverpool nur von Vorteil sein, auch wenn der eine oder andere Fan gerne Real mit Ramos besiegt sehen möchte. Die Fans und Spieler sehen sich trotz der Verletzungskrise nicht in der Underdog-Rolle sondern als ebenbürtig mit dem Rekordsieger der Champions League.

Das liegt vor allem an der Rückkehr von zwei Spielern: Fabinho und Diogo Jota. Der Brasilianer musste wegen einer Muskelverletzung pausieren und wurde im Januar und Februar schmerzlich vermisst. Seit seiner Rückkehr setzt Klopp den Sechser auch endlich auf seiner angestammten Position ein und nicht mehr als Notlösung in der Innenverteidigung. Dort haben sich Leihgabe Ozan Kabak und der Ex-Stuttgarter Nathaniel Phillips gut eingespielt. Das verschafft Liverpool eine ungemeine Stabilität und sorgt für ein schnelles Umschaltspiel, was auch der Offensive zugute kommt. Drei Siege ohne Gegentor aus den letzten drei Spielen bestätigen dies.

Hier kommt der zweite Rückkehrer Diogo Jota ins Spiel. Der Portugiese war im Sommer die wichtigste Neuverpflichtung von Jürgen Klopp, denn er ist nach Mohamed Salah der torgefährlichste Spieler auf dem Platz. Drei Monate fehlte er aufgrund seiner Knieverletzung, drei Monate Pause, die man Jota gar nicht anmerkt. Denn in seinen fünf Spielen seit seiner Rückkehr erzielte der Stürmer drei Tore, zuletzt ein Doppelpack als Joker gegen Arsenal. Auf ihn muss Real Madrid besonders aufpassen.

Die zwei Spiele gegen Real werden freilich kein Selbstläufer für Liverpool, doch der Wille, aus einer verkorksten Saison noch was Positives zu gewinnen, dürfte bei den Reds größer sein. Gerade das macht sie in der Champions League zu einem unangenehmen Gegner. Ein 2:0-Sieg, ähnlich wie gegen RB Leipzig, würde mich nicht überraschen.

Mögliche Aufstellungen:

Real Madrid: Courtois – Vazquez, Varane, Fernandez, Mendy – Casemiro – Kroos (Isco), Modric – Asensio, Benzema, Vinicius

FC Liverpool: Alisson – Robertson, Kabak, Philipps, Alexander-Arnold – Fabinho, Wijnaldum, Thiago – Mane, Salah, Jota

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Foto: IMAGO

Lukas Heigl

Liebhaber des britischen Fußballs: Von Brighton über Reading und Wimbledon bis nach Inverness. Ist mehr für Spiele der dritten englischen Liga als für den Classico zu begeistern. Durch das Kommentatoren-Duo Galler/Menuge auch am französischen Fußball interessiert

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