Deutsche Vertreter gegen Ex-Torjäger und europäische Schwergewichte – 3 Thesen zum 2. Spieltag der Champions League

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Am 2. Spieltag der Champions League müssen es die deutschen Mannschaften mit einigen europäischen Schwergewichten auf sich nehmen, zudem treffen zwei Weltklasse-Stürmer auf ihre ehemaligen Klubs. Darauf stützen sich auch unsere drei Thesen zum Spieltag.

1. Lewandowski und Haaland treffen gegen ihre Ex

Im Sommer kehrte Erling Haaland (22) dem BVB den Rücken, schloss sich Manchester City an. Robert Lewandowski (34) bestand auf seinen Wechsel zum FC Barcelona, bekam nach einer wochenlang andauernden Transfer-Posse die Freigabe vom FC Bayern. Was unverändert blieb: Ihr Torinstinkt. In der neuen Saison bringen es beide auf eine beachtliche Quote von eineinhalb Treffern pro Spiel.

Vor allem Haaland (12 Tore in 8 Spielen) beeindruckt. Der Norweger hat sich schnell ins Spielsystem von Pep Guardiola (51) eingefunden, brauchte in der Premier League nichtmal einen Schnupperkurs und führte seine Mannschaft gleich mit einem Doppelpack zum 2:0-Sieg bei West Ham. Es folgte ein Hattrick gegen Crystal Palace, mit dem er einen 0:2-Pausenrückstand im Alleingang zum 4:2-Sieg drehte, auch im darauffolgenden Spiel gegen Nottingham (6:0) erzielte der 22-Jährige drei Tore.

Dass er es obendrein auch in der Champions League in „Skyblue“ kann, bewies er jüngst mit einem Doppelpack in Sevilla (4:0). Kurzum: Haaland befindet sich in herausragender Verfassung und wird das am Mittwoch auch seine Ex-Teamkollegen spüren lassen.

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Gespannt richten sich die Blicke auch nach München, wo Lewandowski (9 Tore in 6 Spielen) nach nur wenigen Wochen Abstinenz etwas unverhofft wieder den Rasen der Allianz Arena betreten wird. Noch spannender als die Frage, wie der Pole von den Fans empfangen wird, ist zweifelsohne, ob er den Münchnern bei seiner Rückkehr auch noch einen einschenken kann.

Die Vorzeichen stehen allemal gut für den amtierenden Weltfußballer. Seinen Doppelpacks in San Sebastian (4:1) und gegen Valladolid (4:0) ließ er weitere Treffer beim FC Sevilla (3:0) und in Cadiz (4:0) folgen. Zum Auftakt in der Champions League schenkte er Viktoria Pilsen vergangene Woche drei ein. Auch Lewandowski bewies damit früh, dass seine Trefferlaune nicht an Vereinsfarben gebunden ist. Das wird er auch in seinem ehemaligen Wohnzimmer unter Beweis stellen. 

2. (Noch) nicht reif für die Champions League: Frankfurt verliert auch in Marseille

Auf dem Papier ist die Gruppe D, in der Eintracht Frankfurt zu Werke ist, recht ausgeglichen. Neben Favorit Tottenham dürfen sich Olympique Marseille, Sporting CP und eben die Eintracht berechtigte Chancen auf ein Achtelfinal-Ticket machen. Allerdings mussten die „Adler“ bei ihrem Champions-League-Debüt Lehrgeld zahlen. In Halbzeit eins gegen Sporting noch die überlegene Mannschaft, wurden nach dem Seitenwechsel einfachste Fehler eiskalt bestraft. Am Ende stand ein etwas unglaubwürdiges 0:3 gegen hocheffiziente Portugiesen auf der Anzeigetafel.

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(Photo by Daniel ROLAND / AFP) (Photo by DANIEL ROLAND/AFP via Getty Images)

Nun geht es an die französische Südküste ins stimmungsvolle Stade Velodrome, wo ein formstarkes Olympique Marseille wartet. Unter Neutrainer Igor Tudor (44) spielt OM einen kontrollierten und zielstrebigen Offensivfußball, der in der Liga zu einer fast vollen Punkteausbeute führt. In den bisherigen sieben Partien gab es leidlich ein Unentschieden in Brest (1:1), alle anderen Spiele wurden gewonnen.

Den Auftakt in der Champions League verlor man zwar bei Tottenham, die 0:2-Niederlage wurde jedoch in erster Linie durch einen Platzverweis begünstigt. Bis dahin und auch darüber hinaus hielt man gegen den Favoriten gut mit. Vergangenes Wochenende drehte man einen frühen Rückstand gegen Lille zu einem 2:1-Sieg, was der Mannschaft sicherlich zusätzlichen Rückenwind für das Spiel gegen Frankfurt verleiht. 

Rückenwind – etwas, das der Eintracht dieser Tage fehlt. Mit einem überzeugenden 4:3-Sieg in Bremen und dem furiosen 4:0 gegen Leipzig schien man so allmählich Fuß zu fassen in der neuen Spielzeit. Es folgte jedoch die hohe Niederlage gegen Sporting und ein 0:1 gegen Wolfsburg mit „ganz vielen, ganz großen Mängeln“ im eigenen Spiel, wie Trainer Oliver Glasner (48) später am Sky-Mikrofon besorgt konstatierte.

Der SGE mangelt es also insbesondere noch an der Konstanz. Die berüchtigte Europapokal-Magie aus den vergangenen Jahren wird das in der Champions League gegen stärkere Gegner nicht vollständig abfedern können. Frankfurt wird auch in Marseille verlieren und steht damit ausgerechnet gegen Tottenham mächtig unter Zugzwang. 

3. Erstmals seit fünf Jahren: Kein deutscher Sieg an einem Gruppenspieltag

Frankfurt hat auf dem Papier tatsächlich noch den leichtesten Gegner aller deutschen Vertreter an diesem Spieltag. Neben Barcelona und Manchester City bekommen es die Teilnehmer aus der Bundesliga mit Atletico und Real Madrid zu tun – dicker hätte es kaum kommen können. Folglich ist nicht wirklich damit zu rechnen, dass die Bundesliga mit einer positiven Bilanz aus diesem Spieltag geht. Zumal keiner der Vertreter zuletzt zu hundert Prozent gefestigt wirkte.

RB Leipzig hat einen katastrophalen Saisonstart hinter sich, der jüngste 3:0-Sieg gegen Dortmund ist folglich eher als Befreiungsschlag denn als Bestätigung der eigenen Stärken zu klassifizieren. Gegen Real Madrid sind die Aussichten trotz Neutrainer Marco Rose (46) uns dessen Namen nicht gerade rosig. Die Königlichen mussten in der laufenden Spielzeit noch keinen Punktverlust hinnehmen und dabei wird es auch am Mittwochabend bleiben.

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(Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

Ähnlich wie die Leipziger hatte auch Leverkusen einen grauenvollen Saisonstart, der sich selbst nach einem zwischenzeitlichen Befreiungsschlag nicht wirklich ins Positive gewendet hat. Auf den 3:0-Sieg in Mainz folgten Niederlagen gegen Freiburg (2:3) und Brügge (0:1), und auch bei der Hertha kam man jüngst nicht über ein 2:2 hinaus. Gegen Atletico wird daher wenig zu holen sein. Das Offensivspiel der „Rojiblancos“ gestaltet sich zwar bisweilen zäh, die Ergebnisse stimmen jedoch.

Derweil fuhr der BVB vor der deutlichen Pleite in der Red Bull Arena immerhin drei souveräne Zu-Null-Siege am Stück ein. Manchester City wird dennoch eine Hausnummer zu hoch sein. Die „Skyblues“ haben nicht nur einen von oben bis unten mit Weltklasse gespickten Kader inklusive Haaland, sondern mit dem 4:0-Sieg in Sevilla auch ordentlich Rückenwind.

Die größten Hoffnungen auf einen Dreier darf sich wohl der FC Bayern machen, der es allerdings mit dem formstärksten Team Europas zu tun bekommt. 4:1, 4:0, 3:0, 5:1 und 4:0 lauten die vergangenen Pflichtspiel-Resultate des FC Barcelona. Dabei sticht natürlich insbesondere die Offensive um Lewandowski heraus. Nun hat der deutsche Rekordmeister zwar auch einen furiosen Saisonstart hingelegt, zuletzt jedoch in der Bundesliga Federn gelassen.

Konnte man mit den Unentschieden gegen Gladbach und Union (jeweils 1:1) zumindest leistungstechnisch zufrieden sein, warf das jüngste Remis gegen Stuttgart (2:2) auch dahingehend Fragen auf. Folglich herrscht an der Säbener Straße eine gewisse Unruhe. Die wird Barça für sich zu nutzen wissen und mindestens einen Punkt aus der Allianz Arena entführen. Für Lewandowski wird es damit eine rundum gelungene Rückkehr in die bayerische Landeshauptstadt.

Heißt auch: Kein deutscher Vertreter gewinnt an diesem Gruppenspieltag der Champions League. Das gab es zuletzt 2017, ebenfalls am 2. Spieltag. Damals gingen die Bayern denkwürdig mit 0:3 in Paris baden, infolgedessen Trainer Carlo Ancelotti (63) seinen Platz räumen musste.

Photo by Getty Images

Michael Bojkov

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