WCQ2022 | Ukraine besiegt Schottland – und trifft im Playoff-Finale auf Wales!

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News | Wer macht den nächsten Schritt Richtung Weltmeisterschaft? In den Playoffs zur Qualifikation traf Schottland im Hampden Park auf die Ukraine, die sich verdient 3:1 durchsetzten.

Yarmolenko belohnt die ukrainische Überlegenheit

Welcome to Hampden Park! Am Dienstagabend ging es entweder für Schottland oder die Ukraine, den vorletzten Schritt Richtung Qatar zu machen. Der Sieger wird das Finale gegen Wales bestreiten, die im Halbfinale Österreich 2:1 besiegten und bei einem weiteren Erfolg in die Gruppe B zu England, dem Iran sowie der USA stoßen.

Die Gastgeber hatten sich in der Qualifikationsgruppe F mit sieben Punkten Vorsprung vor Israel durchgesetzt. Am letzten Spieltag brachte die Mannschaft von Steve Clarke den bis dahin noch makellosen Dänen in Form eines 2:0 ihre einzige Niederlage bei.

 



 

Wesentlich knapper ging es bei der Ukraine zu. Sechs Punkte Rückstand auf Gruppensieger Frankreich und genau ein Zähler Vorsprung vor Finnland auf Platz 3 in Gruppe D. Das Ticket für die Playoffs löste man erst am finalen Spieltag, mit einem 2:0 in Bosnien, während Finnland den Franzosen 0:2 unterlag.

Beide begannen mit voller Kapelle. Oleksandr Petrakov bot – angeführt vom Ex-Dortmunder Andriy Yarmolenko – unter anderem Oleksandr Zinchenko sowie Ruslan Malinovskyi auf. Bei Steve Clarke begannen viele Bekannte aus der Premier League: Manchester Uniteds Scott McTominay als rechtes Glied einer Dreierkette. Auch Andy Robertson und John McGinn (Aston Villa) standen in der Startelf.

Gordon zweimal herausragend zur Stelle – Yarmolenko versenkt die dritte Chance

Damit hinein ins Geschehen. Das Spiel begann hektisch. Man konnte beiden Mannschaften ansehen, um wieviel es ging. Die erste Gelegenheit gab es in Minute 9. Oleksandr Karavaev spielte von rechts an die Strafraumkante. Dort legte Malinovskyi mit etwas Glück für Viktor Tsygankov auf, der Craig Gordon mit seinem technisch hochklassigen Volley zur ersten starken Parade zwang.

Von hier an traute sich die Ukraine mehr zu. 17. Minute, Evertons Vitaly Mykolenko zog von links nach innen und fand Roman Yaremchuk, dessen Schuss aus der Drehung noch geblockt wurde. Die Nummer blieb jedoch scharf, da der Ball genau bei Yarmolenko landete, der Gordon in die nächste Glanzparade zwang.

Drei Minuten später war der Hearts-Keeper erneut gefordert, da Zinchenko im Manchester-internen Duell einen Ball gegen McTominay erlief und anschließend Tsygankov bediente, der für den nicht abseits stehenden Yarmolenko durchsteckte. Gordon warf sich in den Ball und klärte zur Ecke.

Schottland versuchte sich, wenn sie denn mal durften, mit langen Bällen auf die Doppelspitze aus Lyndon Dykes sowie Che Adams. Genau ein solcher wurde ihnen in Minute 33 selbst zum Verhängnis. Ruslan Malinovskyi schickte aus der eigenen Hälfte Andriy Yarmolenko auf die Reise. Der Kapitän nahm die Kugel technisch hervorragend an und chipte anschließend sehenswert über Craig Gordon – 0:1!

Die Schotten kamen erst zwei Minuten vor der Pause zu ihrer besten Gelegenheit: Nach einer Ballstaffette um den ukrainischen Strafraum herum zog Callum McGregor einfach mal flach ab. Sein Schuss wurde zwar geblockt, landete aber genau bei John McGinn, dessen Abschluss Mykola Matviyenko entschärfte. Torhüter Georgiy Bushchan war in dieser ersten Hälfte noch überhaupt nicht gefordert und nahm mit den Seinen das 1:0 mit in die Pause.

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Schottlands Aufholjagd kommt zu spät – Ukraine trifft im Finale auf Wales!

Zur Pause war der Spielstand die beste Nachricht für Steve Clarke und seine Mannschaft. Klar war, dass die Bravehearts etwas ändern mussten, sollte aus ihrer ersten Weltmeisterschaftsteilnahme seit Frankreich 1998 noch etwas werden. Deshalb kam zur Pause der etwas spielstärkere Ryan Christie für den gelb vorbelasteten Lyndon Dykes.

Den besseren Beginn erwischte allerdings die Ukraine. 49. Minute, Torschütze Yarmolenko legte von der Grundlinie zurück zu Oleksandr Karavaev, der von rechts Roman Yaremchuk am zweiten Pfosten bediente. Benficas Stürmer war Aaron Hickey körperlich klar überlegen und köpfte gegen den Lauf von Gordon zum 0:2 ein! Der ukrainische Traum von der ersten Weltmeisterschaft seit Deutschland 2006, er schien momentan intakter denn je. Mit dem Hampden Park hatte man schon bei der EM im vergangenen Jahr äußerst positive Erfahrungen gemacht. An Ort und Stelle gewann die Ukraine ihr Achtelfinalspiel gegen Schweden dank eines Treffers von Artem Dovbyk in der 121. Minute 2:1. Anschließend setzte es allerdings ein 0:4 gegen England.

Zurück zur Aktualität, mit der bis hierhin besten Chance für die Schotten. 57. Minute, Taras Stepanenko spielte Bushchan scharf an, sehr scharf, fast schon zu scharf. Der Keeper von Dynamo Kiev wurde von McGregor angelaufen und schoss seinen Gegenspieler ab. Die Kugel ging jedoch knapp am Tor vorbei.

Mit der Stundenmarke gelang es den Schotten, zumindest etwas Druck aufzubauen. Das mussten sie allerdings. Denn die Uhr lief gnadenlos gegen sie. 68. Minute, Scott McTominay zog eine Flanke in die Mitte, die Bushchan nicht festhalten konnte und genau zu John McGinn prallen ließ, der aus fünf Metern knapp vorbeiköpfte. Genau das sind die Szenen, die man bei 0:2-Rückstand nutzen muss, will man etwas mit einer Weltmeisterschaft zu tun haben.

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Photo by Mark Runnacles/Getty Images

Drei Minuten später kam allerdings die Ukraine auf der Gegenseite. Infolge eines Konters ging Tsygankov ins Eins-gegen-Eins mit Grant Hanley und schloss ab. Gordon parierte mit dem Fuß.

Es war nun ein offenes Spiel, Schottland kam zu seinen Chancen, wusste dieser aber einfach nicht zu nutzen. 76. Minute, nach einem Ballverlust der Ukrainer erlief Southamptons Che Adams die Kugel, verpasste Matviyenko den Beinschuss, scheiterte allerdings an Bushchan.

Trotzdem war Schottland in der Schlussviertelstunde konkreter. 80. Minute, eine Flanke konnte Bushchan nur in die Mitte abwehren. Dort setzte Callum McGregor zum Heber an, den Taras Stepanenko zwar auf der Linie klären wollte. Die Uhr von Danny Makkelie vibrierte allerdings. Tor, 1:2 nur noch! Auch der Hampden Park erwachte nochmal. Und die Frage kam auf, inwiefern der Ukraine, die ob des Krieges im eigenen Land nicht viele Spiele bestreiten konnte, Freundschaftsspiele bestenfalls, noch genug Kraft haben würde, dieses Ergebnis nachhause zu bringen.

Zwei Minuten nach dem Treffer hätte die Ukraine bereits alles klar machen können. Der von Bayer Leverkusen umworbene Mykhaylo Mudryk schickte Artem Dovbyk. Anders, als bei der Europameisterschaft im vergangenen Jahr zögerte er diesmal zu lange und wurde von Torschütze McGregor abgegrätscht.

In Minute 95 bekam die Ukraine einen weiteren Konter, abermals war Dovbyk frei durch, diesmal blieb er jedoch eiskalt und schob ins lange Eck ein. Man konnte sehen, wieviel von ihm und auch seinem Trainer Oleksandr Petrakov abfällt. Es ist ein Stück Normalität für ein Land, das zuletzt extrem viel einstecken musste. Es ist das Playoff-Finale für die Ukraine gegen Wales!

Der Endstand aus dem Hampden Park: Schottland 1, Ukraine 3.

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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