Sonntag, November 1, 2020

Nationalmannschaft und enger Spielplan | Das Rad überdreht

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Julius Eid
Julius Eid
Redakteur


Spotlight | Heute Abend tritt die deutsche Nationalmannschaft zum dritten Mal in sieben Tagen an. Auch im Klubfußball wird der Spielplan angezogen. Eine Tatsache, die diese Saison maßgeblich beeinflussen wird.

Unzufriedenheit auf allen Seiten

Der FC Bayern gilt als Hauptquelle für die deutsche Nationalmannschaft. Auch im eigenen Anspruch der Münchner ist dies eine Tatsache, die seit jeher gilt. Eine unbedingte Abneigung gegen die eigene Nationalelf kann man den Verantwortlichen im Süden sicherlich nicht unterstellen. Doch Karl-Heinz Rummenigge (65) fand nun scharfe Worte, was den Terminplan des Nationalteams und damit eben verbunden, seiner Spieler, angeht. Sponsoringtermine vor den Spielen sprach er ebenso kritisch an, wie das Ausrichten eines Freundschaftsspiels wenn zwei Nations-League-Spiele folgen. Daraufhin konnte man ein paar der Spieler auf RTL bei „Wer wird Millionär“ bewundern. 

(Photo by Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images)

Rummenigges Sorge gründet sicherlich nicht auf Fürsorge gegenüber dem DFB und der öffentlichen Wahrnehmung der Spielerauswahl des Verbandes. Sie gründet auf der Befürchtung, die eigenen Spieler nicht mehr in Topform durch diese enorm stressige Saison manövrieren zu können. Denn auch ohne Nationalmannschaften hat sich der Profifußball in diesem Jahr ein mörderisches Tempo selbstauferlegt. Aufgrund des verspäteten Saisonstarts presst man alles, jeden Wettbewerb, in einen kürzeren Zeitraum. Denn pünktlich enden soll die Saison, immerhin muss im Anschluss eine EM gespielt werden.

(Photo by Matthias Hangst/Getty Images)

Mannschaften, die planen, auch europäisch lange um Titel mitzuspielen, werden mehr englische Wochen spielen als „normale“. Die besten Fußballer werden nach dieser Überlastung während der Saison noch nicht einmal eine Sommerpause haben, sondern dann bei der Europameisterschaft auflaufen. Der beste Spieler der vergangenen Premier-League-Saison, Kevin de Bruyne (29), kritisierte dies im Anschluss an ein Nations-League-Spiel seiner Belgier scharf. „Dein Körper schreit nach Ruhe, aber niemand hört auf die Spieler“. 

Wer stoppt denn das Rad?

Dieses Gefühl, was de Bruyne dort ausdrückt, herrscht sicherlich seit langem im Fußball vor. Ligaverbände, Nationalverbände, UEFA und FIFA kämpfen um das bestmögliche Stück vom großen Finanzkuchen, und wenn das ein paar mehr Spiele bedeutet, dann werden diese angesetzt. Egal ob in der Nations League, in der kommenden Europe Conference League oder eben als Ligaspiel zwei Tage nach Ende einer Länderspielpause. Alles Geschichten, die schon länger bekannt sind und für Ärger sorgen, nicht nur Spieler auch Trainer haben dies immer wieder angesprochen. So zum Beispiel Liverpool-Trainer und amtierender englischer Meister Jürgen Klopp (53), der seit Jahren die Überlastung der Spieler kritisiert. Doch in diesem Jahr ist etwas anders.

(Photo by ANTHONY DEVLIN/AFP via Getty Images)

Durch die Corona-Pandemie und den dadurch verkürzten Zeitplan sind die Spielansetzungen nicht mehr nur auf Kante genäht, sie haben das Rad überdreht. Schon jetzt sieht man Spiele von Mannschaften wie Liverpool und Bayern, in denen die besten Spieler unseres Kontinents offensichtlich ermüdet und weit weg von ihrer Topform sind. Die Saison hat noch nicht einmal richtig Fahrt aufgenommen. Und so sind nun auch viele der Funktionäre ein wenig genervt, die aktiv ihren Teil zum aufgeblähten Spielplan beigetragen haben. Aber wer stoppt denn jetzt das überdrehte Rad?

In Zeiten, in denen durch die Pandemie eh schon hohe wirtschaftliche Verluste erwartet werden, ist die Antwort einfach: Keiner. Das Blatt ist überreizt, aber jeder hat noch einen Einsatz in der Mitte liegen und weigert sich, seinen Anteil aufzugeben um das unansehnliche Spiel ein wenig ansehnliche zu machen. Und so wird diese Saison nicht nur für Vorstandsvorsitzende, Trainer und Spieler eine lange werden. Auch der Zuschauer wird spätestens nach der EM erschöpft sein. Wahrscheinlich schon deutlich eher. 

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