FIFA: Verbandschef von Genua trotz Anklage bei WM-Eröffnungsspiel vor Ort

24. November 2022 | WM-News | BY Gero Lange

News | Die internationale Spielergewerkschaft FIFPRO hat die FIFA kritisiert, dass Pierre-Alain Mounguengui, Chef des gabunischen Fußballverbandes, beim Eröffnungsspiel der WM in Katar vor Ort weilte. Er soll Missbrauchsfälle nicht den zuständigen Behörden gemeldet haben und steht deshalb vor Gericht.

FIFA: Pierre-Alain Mounguengui trotz Anklage bei WM-Eröffnungsspiel – FIFPRO erhebt starke Kritik

Wie The Guardian berichtet, hat die internationale Spielergewerkschaft Fédération Internationale des Associations de Footballeurs Professionnels (FIFPRO), mit scharfer Kritik darauf reagiert, dass der Chef des gabunischen Fußballverbandes (Fegafoot), Pierre-Alain Mounguengui bei dem Eröffnungsspiel der WM 2022 in Katar vor Ort weilte. Aktuell steht Mounguengui vor Gericht, da er wegen der Nichtanzeige von pädophilen Straftaten angeklagt worden ist.



Bis Ende Oktober saß er noch in Präventivhaft, wenige Wochen später wurde er im Stadion in Katar neben FIFA-Präsident Gianni Infantino und dem Emir von Katar, Tamim bin Hamad al-Thani, gesichtet. Zudem gibt es ein Bild, welches ihn bei einer Umarmung mit Patrick Motsepe, dem Präsident des afrikanischen Fußballverbands Confédération Africaine de Football (CAF) zeigt. Motsepe war es, der Mounguengui während einer Reise nach Gabun im August im Gefängnis besucht hatte. Es wird vermutet, dass die Freilassung auf Druck der CAF erfolgt ist.

Die FIFPRO schrieb in einer Erklärung: „Gegen Pierre-Alain Mounguengui wird derzeit ermittelt, weil er angeblich den weit verbreiteten Missbrauch vertuscht hat, indem er ihn nicht den zuständigen Behörden meldete. Die Besuche der CAF-Führungskräfte bei Mounguengui in der Haft am Vorabend seiner Freilassung und die Fotos des CAF-Präsidenten, der Mounguengui bei der Fifa-Weltmeisterschaft umarmt, tragen nicht dazu bei, Opfer und Informanten davon zu überzeugen, ihr Leben und das ihrer Familien zu riskieren, um auszusagen.“

Weiter heißt es: „Wie die Opfer diese Momente wahrnehmen, ist wichtig und könnte die Integrität und Effizienz der FIFA-Untersuchung erheblich beeinflussen.“ Ein FIFA-Sprecher lehnte eine Stellungnahme auf Nachfrage hin ab. „Die Vorwürfe des weit verbreiteten, systematischen sexuellen Missbrauchs, von dem möglicherweise Hunderte von Spielern in Gabun betroffen sind, müssen sowohl von der FIFA als auch von den Behörden in diesem Land ordnungsgemäß untersucht werden“, so die FIFPRO.

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„Die Ermittlungen der FIFA können nur dann erfolgreich sein, wenn das Vertrauen in ihre Effizienz und Unabhängigkeit vorhanden ist. Opfer und Informanten müssen darauf vertrauen können, dass die für den Missbrauch Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden, wenn die Beweise dies belegen. Aus der Unterstützung von Missbrauchsopfern im Fußball auf der ganzen Welt wissen wir, dass dieses Vertrauen zerbrechlich ist: Spieler, die missbraucht wurden, sind bereits wiederholt von den Fußballbehörden im Stich gelassen worden, als sie nicht geschützt oder angehört wurden.“

(Photo by Clive Mason/Getty Images)

Gero Lange

Fußballbegeistert seit der Heim-WM 2006. Großer Fan von Spektakelfußball mit vielen schönen Toren, am liebsten aus der Distanz. Seit 2020 bei 90PLUS


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