Livakovic der Held – Kroatien bezwingt Japan im Elfmeterschießen

Kroatiens Nationaltorhüter hält gegen Japan seinen dritten Elfmeter.
WM-News

Kroatien steht im Viertelfinale der WM 2022. Das Team von Zlatko Dalic setzte sich im Elfmeterschießen mit 3:1 (1:1 n.V.) gegen Japan durch. Dominik Livakovic avancierte mit drei gehaltenen Elfmetern zum Helden. 

Maeda bringt Japan gegen Kroatien in Führung!

Beflügelt vom sensationellen ersten Platz in einer Gruppe mit dem Zweitplatzierten Spanien, Deutschland und Costa Rica, ging Japan mit breiter Brust in das WM-Achtelfinale gegen Kroatien und presste zunächst einmal hoch. Die Blue Samurai hatten nach einer Ecke auch die erste Gelegenheit durch Taniguchi, der knapp drüber köpfte und die Kroaten Glück, als Maedas aggressives Anlaufen gegen Torhüter Livakovic nicht in einem Desaster endete (4.).



Kroatien erholte sich vom fulminanten Auftakt des Gegners, ließ schon bald den Ball gewohnt flüssig durch das technisch starke Mittelfeld laufen und kam ebenfalls zu einer ersten Chance. Tomiyasu verlor auf der rechten Abwehrseite das Gleichgewicht, Perisic  schaltete gedankenschnell um und zog in den Strafraum. Sein Abschluss war für Gonda jedoch nicht platziert genug (8.). Schon bald entwickelte sich ein enges und intensives Spiel, in dem Kroatien den Ballbesitz dominierte, aber Japan mit Physis und geschicktem Umschaltspiel Paroli bot.

Zumeist gelang es dem Deutschland-Bezwinger durch eine kompakte Grundordnung, Kroatien am Abschluss zu hindern. In der 28. Minute sogar in höchster Not, als Kramaric nach einer Flanke von Barisic in aussichtsreicher Position gerade noch abgedrängt wurde. Nach einer kurzen Druckphase des Vizeweltmeisters wurde Japan immer aktiver und schnürte den Gegner zeitweise sogar ein. Die beste Aktion hatte hierbei Kamada, der nach einer schönen Kombination Lovren geschickt mit links aussteigen ließ, ehe er den Abschluss mit rechts verzog (40.). Drei Minuten später folgte die Führung. Nach einem kurzausgeführten Eckball, bekam Kroatien eine Flanke von Doan nicht geklärt. Maeda kam im Getümmel an den Ball und staubte ab.

Maeda bringt Japan beim Achtelfinale der WM 2022 gegen Kroatien mit 1:0 in Führung

(Photo by INA FASSBENDER/AFP via Getty Images)

Perisic gleicht für Kroatien aus

Der Treffer gab Japan zusätzlich Auftrieb. Das Team von Hajime Moriyasu wirkte agiler, wacher und entschlossener. Im Zweikampf sowie im Positions- und Passspiel. Und dennoch gelang Kroatien wie aus dem Nichts der Ausgleich. Nach einer kurzen Ballbesitzphase flankte Lovren von rechts aus dem Halbfeld und Perisic netzte mit einem präzisen Kopfball aus über zwölf Metern sehenswert ein (55.).

Der Treffer tat dem Spiel gut. Nur zwei Minuten nach dem 1:1 nahm sich Endo aus 20 Metern ein Herz und zwang Livakovic zu einer starken Parade (57.). Quasi im Gegenzug vertändelte Endo leichtfertig den Ball, wieder war Perisic der Nutznießer. Doch der 134-fache Bundesligaspieler, aktuell bei Tottenham unter Vertrag, verlor beim Eindringen in den Strafraum die Kontrolle über den Ball. Kroatien hatte nun wieder Überwasser und durch einen Dropkick aus der Distanz von Luka Modric auch den nächsten gefährlichen Abschluss. Gonda lenkte die Kugel gerade noch so über das Tor (63.). Das Team von Zlatko Dalic blieb in der Folge spielbestimmend, allerdings ohne in die gefährliche Zone zu kommen. Japan konzentrierte sich weiter auf eine gute Grundordnung und kam nur selten zu offensiven Nadelstichen: der unglückliche Tomiyasu hatte nach einem Steckpass von Mitomas plötzlich die Chance zum 2:1, wählte jedoch ein Abspiel ins Nichts (80.).

In der Schlussphase mieden nun beide Mannschaften das Risiko und so kam es im fünften Achtelfinale der WM 2022 zur ersten Verlängerung.

Kroatiens Ivan Perisic feiert seinen 1:1-Ausgleichstreffer gegen Japan.

(Photo by Anne-Christine POUJOULAT / AFP) (Photo by ANNE-CHRISTINE POUJOULAT/AFP via Getty Images)

Zähe Verlängerung zwischen Japan und Kroatien.

Weder Japan noch Kroatien wollte in der Verlängerung einen folgenschweren Fehler machen. Das war deutlich zu spüren. Bis auf einige halbherzige Vorstöße und Bälle in die Strafräume, fand die Partie beinahe ausschließlich im Mittelfeld statt. Erst nach zehn Minuten kam der starke Perisic per Direktabnahme im Sechzehner zum Abschluss, wie so oft an diesem Nachmittag war jedoch ein blauer Körper dazwischen (100.). Kurz vor dem Seitenwechsel sprintete Mitoma plötzlich ungestört über den halben Platz und zog aus 20 Metern ab. Der Abschluss hatte Wucht und wurde von Gvardiol abgefälscht, war aber dennoch zu zentral.

Auch im zweiten Durchgang fokussierten sich beide Teams weiterhin darauf, kein Gegentor zu kassieren. Der Spielfluss litt zudem deutlich unter den insgesamt neun Auswechslungen sowie der sinkenden Konzentration derjenigen, die durchspielten. Chancen nahmen ab, Fouls und Abspielfehler zu. Nichtsdestotrotz startet Kroatien in den letzten Minuten so etwas wie eine Schlussoffensive. Japan wusste die unpräzisen Flanken aus dem Halbfeld jedoch souverän zu klären. Majers Flachschuss neben das Tor aus der Distanz bildete den Schlusspunkt. Elfmeterschießen.

Kroatien gewinnt im Elfmeterschießen – Livakovic hält dreimal

0:0 – Minamino (JPN) vergibt – Livakovic (CRO) hält

0:1 – Vlasic (CRO)

0:1 – Mitoma (JPN) vergibt – Livakovic (CRO) hält

0:2 – Brozovic (CRO)

1:2 – Asano (JPN)

1:2 – Livaja (CRO) vergibt – Pfosten

1:2 – Yoshida (JPN) vergibt – Livakovic (CRO) hält

1:3 – Pasalic (CRO)

Kroatien trifft im Viertelfinale der WM 2022 am Freitag (16 Uhr) auf  Brasilien oder Südkorea.

 

Japan – Kroatien 1:1 (1:1, 1:0) n.V., 1:3 n.E.

Japan: Gonda – Tomiyasu, Yoshida, Taniguchi – Ito, Endo, Morita (ab 106. Tanaka), Nagatomo (ab 64. Mitoma) – Doan (ab 87. Minamino), Maeda (ab 64. Asano), Kamada (ab 75. Hiroki Sakai)

Kroatien: Livakovic – Juranovic, Lovren, Gvardiol, Barisic – Brozovic – Kovacic (ab 99. Vlasic), Modric (ab 99. Majer) – Kramaric (ab 68. Pasalic), Petkovic (ab 62. Budimir, ab 106. Livaja), Perisic (106. Orsic)

Tore: 1:0 Maeda (43.), 1:1 Perisic (55.) 

Gelbe Karten: Kovacic, Barisic

Zuschauer: 42.523 (Al-Wakrah)

Photo by Alex Grimm/Getty Images)

Chris McCarthy

Gründer und der Mann für die Insel. Bei Chris dreht sich alles um die Premier League. Wengerball im Herzen, Kick and Rush in den Genen.

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