Nach dem 0:0 gegen WM-Debütant Kap Verde ist die Stimmung beim amtierenden Europameister Spanien zumindest mal angespannt. Als nächster Gegner wartet am heutigen Sonntagabend Saudi-Arabien. Der Druck auf die Mannschaft von Luis de la Fuente steigt bereits.
Klar, dadurch, dass sich in 8 der 12 Gruppen auch der Drittplatzierte durchsetzt, ist ein Gruppenaus der Spanier nach wie vor eher unwahrscheinlich, aber nach dem torlosen Remis am Montag und dem damit verbundenen Fehlstart ins Turnier hegt man natürlich große Zweifel. Zumal mit Saudi-Arabien ein Gegner wartet, der eine ähnlich tiefe und defensive Spielweise hat wie Kap Verde und zudem auch gezeigt hat, dass man in der Offensive durchaus eine höhere Effizienz an den Tag legen kann, als die Afrikaner.
Das größte Problem gegen Kap Verde lag in der Offensive. Mikel Oyarzabal hatte in der ersten halben Stunde des Spiels keinen Ballkontakt. Ferran Torres war bis auf einen Lattentreffer nach einer Flanke von der linken Seite auch eher unsichtbar. Bis auf zwei gefährliche Aktionen kurz nach seiner Einwechslung blieb auch Lamine Yamal eher blass, zumal er aber erst von einer Verletzung wieder kommt. Die größte Gefahr ging von hohen Bällen hinter die Abwehr auf den startenden Marc Cucurella aus.
De la Fuente in der Kritik
Trainer de la Fuente geriet nach dem Auftakt bei der spanischen Presse und den Fans gehörig in die Kritik. Die spanische Zeitung „El Mundo“ sprach von einem „katastrophalen Spanien“, das renommierte spanische Sportblatt MARCA nannte das Spiel ein „Desaster zum Auftakt“ und betitelte La Roja als eine Mannschaft „ohne Fußball, Ideen und Mittel“.
De la Fuente blieb ruhig. „Wir müssen uns weiter verbessern. Mit dem Talent, das diese Spieler haben, ist das der Weg“, meinte er nach dem Spiel. Weiter führte er aus: „Das ist ein langes Turnier und in unserem Kopf haben wir immer noch sieben Spiele übrig.“
Auch Kapitän Rodri äußerte sich: „Wir wussten, dass wir geduldig sein müssen.“ Allerdings hob er auch das Positive hervor: „Sie (Kap Verde; Anm. d. Red.) haben kaum Chancen kreiert“, sagte er, räumte aber auch ein, dass man sich vor dem Tor verbessern müsste.

Ein Hauptkritikpunkt an de la Fuente waren zu späte Wechsel. Yamal kam erst in der 71.Minute, mehr war nach Aussagen des spanischen Übungsleiters aber auch vorerst nicht drin. Nico Williams, der zusammen mit Yamal das kongeniale Flügel-Duo bei der EM vor zwei Jahren bildete, kam erst in der 87.Minute. Der Flügelspieler kommt aber auch aus einer Seuchen-Saison beim Athletic Club.
Mögliche Anpassungen für Saudi-Spiel
Häufig gefordert wurde das Spiel gegen Saudi-Arabien gleich mit zwei richtigen Flügelspielern anzugehen. Gavi auf der linken Offensivseite hing in der Luft, was nicht zwingend an ihm, sondern eher an der Fülle qualitativer Spieler im Zentrum liegt.
Die Stimmung bei den Spaniern ist nach dem Auftakt natürlich angeschlagen. Allerdings hat die Mannschaft in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, dass sie zu den absoluten Top-Nationen gehört. De la Fuente betonte auf der Pressekonferenz vor dem Spiel noch einmal: „Es gibt kein Drama oder eine Krise.“.

