Edin Dzeko sah machtlos zu, wie seine Schalker einbrachen. Unter dem Jubel der Fans hatte sich der strahlende Startelf-Debütant bei der Auswechslung nach seinem Doppelpack verabschiedet. Dass die Mitspieler dann die scheinbar komfortable Führung doch noch leichtfertig herschenkten, gefiel dem Altstar auf der Bank gar nicht. Am Ende eines Nachmittags, an dem die Knappen einen Befreiungsschlag abermals verpassten, verfinsterte sich seine Miene.
„Ich habe gedacht, das 2:0 hätte gereicht, aber in dieser Liga reicht das nicht“, haderte Dzeko nach dem 2:2 (0:0) gegen Dynamo Dresden bei Sky – und stellte klar: „Wir haben die zwei Gegentore nicht bekommen, weil ich schon weg war.“ Er sei jedenfalls „nicht zu 100 Prozent zufrieden“.
Schalke muss sich strecken
Die Aussage wirkte wie eine Untertreibung. Da Darmstadt 98 den Patzer der kriselnden Königsblauen gegen den 1. FC Kaiserslautern (4:0) nutzte, stürzte der Herbstmeister erstmals seit dem 13. Spieltag von der Spitze. Plötzlich haben Dzeko und seine Teamkollegen im Endspurt der Saison etwas zu verlieren.
„Das Ergebnis ist sehr enttäuschend, ich ärgere mich total“, schimpfte Kapitän Kenan Karaman nach dem neuerlichen Rückschlag im engen Aufstiegsrennen: „Wir haben das Spiel in der zweiten Halbzeit komplett im Griff und erzielen zwei hervorragende Tore. Das muss zu Hause eigentlich für drei Punkte reichen.“
Seit fünf Partien wartet das Team von Trainer Miron Muslic auf einen Erfolg – und angesichts der Flaute geistert auf Schalke inzwischen die Frage umher: Verspielen die Königsblauen den von vielen Beobachtern in der Öffentlichkeit fast schon sicher geglaubten Aufstieg noch? In der Rückrundentabelle liegt S04 jedenfalls nur auf Rang 16, und das, obwohl Sportvorstand Frank Baumann auf dem Winter-Transfermarkt noch üppig zuschlug.
Vor allem die Defensive, zuletzt das Prunkstück in Muslics auf Effizienz ausgelegtem Gebilde, wackelt bedenklich. Dass Schalke nach nur zehn Gegentoren in der Hinrunde in den jüngsten drei Partien gleich sechs Treffer kassierte, sei „zu viel“, monierte Dzeko, dessen Premierensieg im Schalker Dress auf sich warten lässt: „Man sieht, das reicht noch nicht. Wir müssen einfach mehr geben.“
Auch ohne den Starstürmer auf dem Feld.

