Jahresawards 2021: Trainer des Jahres

Jahresawards 90PLUS Trainer des Jahres: Tuchel, Galtier, Svensson
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Das Fußballjahr befindet sich in seinen letzten Zügen. Der Zeitpunkt ist also gekommen, um die Jahresawards zu verleihen. Wir stellen die Kandidaten vor, ihr stimmt ab. Die Nominierten bei das Trainer des Jahres sind Thomas Tuchel vom FC Chelsea, Christophe Galtier (OSC Lille, nun OGC Nizza) und Bo Svensson von Mainz 05.

  • Tuchel: Chelsea wieder zum Schwergewicht gemacht
  • Galtier: In Lille und Nizza mit tollen Ergebnissen
  • Svensson: Anhaltende Trendwende in Mainz

Das turbulente Fußballjahr 2021 ist so gut wie beendet. Wieder einmal gab es einige Mannschaften, die viele Titel gewinnen konnten und national wie international für Furore sorgten. Immer entscheidend bei solchen Vorgängen: Die Übungsleiter an der Seitenlinie. Wir stellen euch die drei Nominierungen in der Kategorie „Trainer des Jahres“ unserer Jahresawards vor!

Jahresawards 2021: Die bisherigen Kategorien

Kategorie 1: Mannschaft des Jahres

Kategorie 2: Spiel des Jahres

Kategorie 3: Tor des Jahres

Kategorie 4: Transfer des Jahres

Kategorie 5: Newcomer des Jahres

Thomas Tuchel

Es ist schwer zu glauben, dass Thomas Tuchel noch kein volles Jahr beim FC Chelsea im Amt ist. So sehr hat er Verein und Mannschaft bereits geprägt. Besonders sein Einstieg war beachtlich. Binnen weniger Monate schweißte er eine lethargische Gruppe von unterperformenden Individuen zu einer homogenen und schlagfertigen Mannschaft zusammen, die die Champions League gewann. Doch der Reihe nach.

Als der Deutsche im Januar 2021 im Südwesten anheuerte, waren die Blues trotz Sommerinvestitionen im Bereich von 250 Millionen Euro auf dem neunten Platz der Premier League abgestürzt. Sein Vorgänger Frank Lampard, dem in den Medien immer wieder Kommunikationsprobleme nachgesagt wurden, bekam keine geschlossene Einheit auf den Platz und ließ eine taktische Linie vermissen. Mit Tuchel änderte sich das schlagartig. Schon schnell war seine Handschrift auf dem Platz zu erkennen. Aus der löchrigen Defensive wurde ein Bollwerk, und das ohne das Angriffsspiel zu vernachlässigen. Selbst Kai Havertz und Timo Werner, die einen schwierigen Start hatten, blühten auf. Seit seinem Antritt am 20. Spieltag 2020/2021 kassierte Chelsea die wenigsten Gegentore der Premier League (13). Nur Meister Manchester City holte mehr Punkte (45) als die Blues (38), die Qualifikation zur Champions League gelang trotz des Fehlstarts.

Rückwirkend war diese bekanntlich gar nicht notwendig, denn in der Königsklasse lief die Tuchel-Elf zur Höchstform auf. Die Londoner marschierten durch die K.O.-Runde, schalteten Atlético und Real Madrid aus und kassierten in sechs Spielen nur zwei Tore. Der Final-Sieg gegen Manchester City war die Krönung. Der Guardian fasste es an diesem Tag am besten zusammen: „An einem glorreichen Abend für Tuchel und sein Team setzt der Trainer die letzten Pinselstriche an sein Meisterwerk und überlistet seinen Freund und Rivalen Pep Guardiola und sieht zu, wie Kai Havertz kurz vor der Halbzeit das entscheidende Tor erzielt.“

2021/2022 hatte Chelsea bislang mit einigen personellen Rückschlägen zu kämpfen, unter anderem bei Neuzugang Romelu Lukaku. Nichtsdestotrotz tanzen die Blues noch auf allen Hochzeiten. Auch die Meisterschaft ist bei sechs Punkten Rückstand vor der Halbzeit noch drin. Dank Tuchel ist Chelsea national und international wieder ein Schwergewicht.

Chris McCarthy

Christophe Galtier

Lille steckte 2017/18 mitten im Abstiegskampf, als sie Christophe Galtier aus Saint-Étienne holten. Binnen drei Saisons führte er die Doggen erfolgreich ans gegenüberliegende Ende der Tabelle. Dabei überzeugten sie durch die beste Defensive der Liga mit 23 Gegentoren in 38 Spielen. So fiel es nicht ins Gewicht, dass sie nur den viertbesten Angriff stellten.

Lilles größte Spezialität in der Saison 2020/21 war es, viele knappe Spiele noch auf die eigene Seite zu ziehen. Gegen Monaco, Marseille, Lyon und auch Paris Saint-Germain holten sie je vier von sechs möglichen Punkten. Das, obwohl die Mannschaft auf Schlüsselpositionen mit jungen Spielern besetzt war. Diese konnten sich allerdings an den erfahrenen José Fonte sowie Burak Yilmaz orientieren.

Zur laufenden Saison wechselte Galtier nach Nizza, mit denen er nahtlos an seinen Höhenflug anknüpft. Bereits in seiner ersten Saison stehen die Niçois  – ebenfalls mit vielen jungen Spielern ausgestattet – auf Platz 4. Der Rückstand auf das Zweitplatzierte Marseille beträgt gerade einmal zwei Punkte. Christophe Galtier, einen Namen, den man sich für die kommenden Jahresawards vormerken sollte.

Victor Catalina

Bo Svensson

Was wohl Mainz-Fans gedacht hätten, hätte man ihnen vor einem Jahr gesagt, dass sie an Weihnachten 2021 nur vier Zähler hinter einem Champions-League-Platz stehen werden, mit mehr Punkten, als RB Leipzig, dem VfL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach? Und dann ist auch noch eine Nominierung für die Jahresawards dabei herumgekommen!

Sicherlich, dass man sie nicht zum Narren halten (höhö!) und das Hochprozentige lieber auf die Fastnacht verschieben soll. Schon der Klassenerhalt erschien damals wie das achte Weltwunder. Denn genauso viele Zähler lagen die Mainzer hinter dem Relegationsplatz. Einzig die um neun Tore weniger schlechtere Differenz hielt sie vor Schalke.

Dann holte der Verein Christian Heidel sowie Martin Schmidt zurück, die wiederum Bo Svensson zurückholten. Eine dringend gebrauchte Portion Vereins-DNA, die sofort Wirkung zeigte. 32 Punkte holte Mainz in der Rückrunde. Mehr gelang nur Eintracht Frankfurt (33), Borussia Dortmund (35) sowie dem FC Bayern München (39). Am Ende stand mit Platz 12 und sechs Punkten Vorsprung auf den 1. FC Köln ein fast schon souveräner Klassenerhalt.

Unter Bo Svensson spielt Mainz mutig, läuft die Gegner taktisch äußerst geschickt an. Das aber, ohne die Defensive zu entblößen. Außerdem hat die Mannschaft über das letzte Jahr eine bewundernswerte Resilienz entwickelt. Obwohl Patrik Schick in der 84. Minute Mainz 0:2 in Rückstand brachte, nahmen sie noch einen Punkt aus Leverkusen mit. Zwei Leipziger Führungen konterte Moussa Niakhaté per Doppelpack, bevor Leandro Barreiro zum Sieg traf. Am 1. Spieltag schoss der Mainzer Innenverteidiger eine Notelf mit zehn quarantänebedingten Ausfällen zum Sieg. Binnen kürzester Zeit brachte Bo Svensson die Mainzer, die am äußersten Rande des Abstiegs standen, in Höhen, wie es sie zuletzt mit Martin Schmidt an der Seitenlinie sowie Thomas Tuchel gab.

 

Victor Catalina

 

 

(Tuchel Photo by Susan Vera – Pool/Getty Images) (Galtier Photo by Marco Luzzani/Getty Images) (Svensson Photo by Christian Kaspar-Bartke/Getty Images)

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