Vom Winde verweht oder Schneesturm „Elli“ zum Trotz: Ob der Ball in den Nord-Stadien der Fußball-Bundesliga rollt, wissen die Fans wohl erst am Samstagmorgen. Hinter der Austragung der Partien zwischen Werder Bremen und der TSG Hoffenheim sowie zwischen dem FC St. Pauli und RB Leipzig (beide Samstag um 15.30 Uhr/Sky) stehen Fragezeichen. Einen echten Österreicher lassen die Winterprobleme der Deutschen allerdings ziemlich kalt.
„Wir sind trotz Schneesturm absolut bereit für Werder Bremen“, sagte TSG-Trainer Christian Ilzer – und zeigte sich gelassen. „Aus Österreich ist man es gewohnt, mit Schnee und solchen Bedingungen umzugehen. Es ist halt Winter – da schneit es, es ist kalt und es stürmt auch mal“, äußerte der Coach: „Wenn es viel schneit während des Spiels, kann es die Platzverhältnisse beeinflussen und den Faktor Zufall nach oben schrauben. Ich hoffe auf faire Bedingungen. Man muss sich vor Ort kurzfristig adaptieren.“
Während die Austragung des Spiels im Hamburger Stadtteil St. Pauli am Freitag am gefährdetsten schien, gaben die Bremer zwischenzeitlich alles, um faire Bedingungen herzustellen. Die Rasenheizung lief, die Räumdienste arbeiteten auf Hochtouren. Trotz anhaltender Schneefälle waren die Verantwortlichen optimistisch, dass die Partie im Weserstadion wie geplant stattfinden kann.
Bundesliga-Klubs hoffen auf Durchführung der Spiele
Eine Garantie gab es aber am Freitag noch nicht. „Die Maßnahmen, die wir ergriffen haben, greifen“, sagte Werder-Pressesprecher Christoph Pieper dem SID: „Gleichzeitig müssen wir die Entwicklung abwarten.“ Der Klub steht im Austausch mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) und den Behörden.
Auch TSG-Sprecher Jörg Bock gab am Freitagvormittag zu Protokoll, dass die Partie „Stand jetzt“ stattfinden wird. „Dass die Situation vor Ort herausfordernd sein wird, ist allen klar. Wir sind permanent in Kontakt mit der DFL und mit Werder Bremen“, sagte Bock: „Wie die Anreise stattfinden kann, kann man noch nicht sagen – das ist noch in Bewegung.“
Auch für die Fans könnte die Anfahrt schwierig sein, Werder riet zu einer frühzeitigen Anreise. Das Spielfeld soll dann laut der Werder-Greenkeeper nicht das Problem sein. Winterdienste sind zudem seit Tagen im Einsatz und räumen die Stadionperipherie.
Union Berlin sah das Aufeinandertreffen mit dem FSV Mainz 05 (ebenfalls am Samstag um 15.30 Uhr/Sky) derweil nicht gefährdet. „Wir gehen die ganze Zeit davon aus, dass das Spiel stattfindet“, sagte Vereinssprecher Christian Arbeit dem SID am Freitag. Die Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für Berlin und Brandenburg war zuvor aufgehoben worden.
In Fanklub-Kreisen wurde laut Bild-Zeitung dazu aufgerufen, beim Schneeschippen zu helfen. „Aufgrund der sehr schwierigen Witterungsverhältnisse können die Mitarbeiter unseres Vereins eure Unterstützung gebrauchen“, hieß es in dem Aufruf. „Vorsorglich könnt ihr auch gern euren Schneeschieber von zuhause mitbringen.“ Bereits am Donnerstag waren Fans und Mitarbeitende vor der Alten Försterei im Einsatz.

