Der FC Schalke überwintert als Herbstmeister der 2. Bundesliga. Mit 37 Punkten aus 17 Spielen besitzt man vier Zähler Vorsprung auf die Verfolger.
Doch Felix Kroos, TV-Experte und Bruder von Weltmeister Toni, tritt nun auf die Euphoriebremse und stellt den Aufstieg offen infrage. Im Gespräch mit T-Online bewertet Kroos die erste Saisonhälfte zwar positiv, warnt jedoch vor einer trügerischen Momentaufnahme. „Wenn wir die Hinrunde sportlich ganz nüchtern bewerten, haben sie in ihrer Punkteausbeute überperformt“, erklärt der frühere Bundesliga-Profi. Mit Blick auf die kommenden Monate fällt seine Prognose entsprechend deutlich aus: „Ich rechne damit, dass sie in der Rückrunde einbrechen werden. Schalke wird nicht aufsteigen.“
Kroos erkennt an, dass Schalke eine „super Hinrunde“ gespielt habe, sieht aber klare sportliche Grenzen. „Mir fehlt die Fantasie, was sie rein fußballerisch über ihre Abwehrstärke hinaus entwickeln können“, so der 34-Jährige. Besonders im Vergleich mit der direkten Konkurrenz sieht er Defizite: „Wenn die anderen Top-Mannschaften auch diese defensiven Grundtugenden haben, sind sie Schalke in Punkten wie beim Herausspielen von Torchancen überlegen.“
Ein Blick auf die Zahlen stützt seine Skepsis. Schalke erzielte in 17 Ligaspielen lediglich 22 Tore. „Das wird am Ende entscheidend sein, dass sie nicht aufsteigen“, lautet sein nüchternes Fazit.
Kroos lobt Schalke-Verantwortlichen
Trotz der düsteren Prognose spart Kroos nicht mit Lob für den Klub. „Gerade nach den letzten Jahren hat man gar nicht mehr damit gerechnet, dass bei Schalke so ein Umschwung entstehen kann“, betont er. Unabhängig vom Ausgang dieser Saison sei wieder Identität spürbar: „Es ist mittlerweile wieder Schalke 04 zu erkennen. Die Leute denken und reden optimistisch über den Verein. Das ist ein riesiges Kompliment wert.“
Besonders hebt Kroos Trainer Miron Muslic und Sport-Boss Frank Baumann hervor: „Sie haben es geschafft, wieder ein funktionierendes Zusammenspiel zwischen Fans, Mannschaft und Umfeld herzustellen.“ Dass das schon in diesem Jahr für den ganz großen Wurf reicht, bezweifelt er jedoch.

