Der Fußball erhielt in den vergangenen viele neue Neuerungen. Zukünftig sollen Spielverzögerungen noch strenger unterbunden werden.
In der kommenden Woche kommt es zur IFAB-Tagung, wo sich traditionell Vertreter der FIFA und der vier britischen Verbände über die Spielregeln austauschen. Wie die Times berichtete, soll vor allem über neue Maßnahmen zur Reduzierung von Zeitspiel gesprochen werden. Dabei scheinen sich die Regelhüter an der zur laufenden Spielzeit eingeführten Regelung zu orientieren, wonach es einen Eckball gibt, wenn der Torhüter mehr als acht Sekunden für einen Abschlag benötigt.
Demnach erwäge das IFAB, die sich bislang als sinnvoll erwiesene Regelung auf Abstöße und Einwürfe auszuweiten. Ein Vorschlag sehe vor, dass der Schiedsrichter mit den Fingern einen Countdown von fünf Sekunden herunterzählt und bei Nichteinhaltung sich ein Abstoß in eine Ecke für den Gegner umwandele oder ein Einwurf an die andere Mannschaft gehe. Der Countdown würde allerdings nur dann angewandt werden, wenn der Unparteiische der Meinung sei, dass eine Spielverzögerung im Raum steht.
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FIFA will gegen Vortäuschen von Verletzungen vorgehen
In der Premier League etwa griffen mehrere Mannschaften – darunter Brentford um Weitwerfer Michael Kayode – auf lange Einwürfe als offensives Stilmittel zurück, wofür sie allerdings auch Zeit benötigen, um die Positionen einzunehmen. Dies könnte zwar zur um knapp eineinhalb Minuten sinkenden Netto-Spielzeit beigetragen haben, wäre aber von der Neuregelung nicht betroffen.

Darüber hinaus wurde bereits beim FIFA Arab Cup im Dezember eine Vorgabe getestet, die darauf zielt, das Vortäuschen von Verletzungen strenger zu bestrafen. Ein Feldspieler musste nach einer Behandlung auf dem Spielfeld zwei Minuten bis zum Wiedereintritt warten. Es sei denn, er war Opfer eines Foulspiels, das zu einer Gelben oder Roten Karte führte. Die Regel sei bei allen Beteiligten auf positive Resonanz gestoßen.
Die FIFA prüfe eine breitere Anwendung der Regel und überlege zudem, was passieren soll, wenn Torhüter behandelt wird. Möglicherweise müsste dann ein Feldspieler kurzzeitig an seine Stelle treten. Zudem werde bei der Tagung über den Vorschlag von Arsene Wenger gesprochen, der das Abseits reformieren möchte. Öffentlich hielt sich Begeisterung allerdings doch schwer in Grenzen.

