Die Debatte um einen möglichen Boykott der Fußball-WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada gewinnt zunehmend an Fahrt. Hintergrund ist die angespannte politische Lage in den USA.
Zuletzt brachte Oke Göttlich, Präsident des FC St. Pauli und Vizepräsident des DFB, eine solche Option öffentlich ins Spiel. Stefan Effenberg, ehemaliger Nationalspieler und SPORT1-Experte, kann diese Forderung jedoch „überhaupt nicht nachvollziehen“.
Im Gespräch mit t-online stellte Effenberg klar: „Das wird nicht passieren. Für die Spieler müssen der Sport, das Turnier und natürlich der Titel im Vordergrund stehen, keine politisch motivierten Aktionen.“ Politik solle im Sport „außen vor sein“.
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Effenberg sieht Katar-WM als mahnendes Beispiel
Er betonte zudem, dass das ständige Nachfragen der Presse die Spieler unter Druck setze und sie dadurch stark belastet würden. „Für Äußerungen zur Politik sind die Verantwortlichen da“, so Effenberg, „und nicht die Spieler, auf die schon 2022 viel abgewälzt wurde, womit sie dann nicht zurechtkamen.“
Der 57-Jährige erinnert damit an die umstrittene WM in Katar. Dort schied die deutsche Nationalmannschaft bereits in der Gruppenphase aus. Anschließend wurde sie für ihre symbolischen Gesten kritisiert. „An die Folgen erinnern wir uns noch. Da haben sie hoffentlich aus der Vergangenheit gelernt“, so Effenberg. Seine Hoffnung lautet, dass die WM 2026 nicht erneut als Bühne für politische Botschaften genutzt werde: „Ich hoffe wirklich, dass man sich ganz auf das Sportliche konzentriert.“
Kein gutes Haar ließ der „Tiger“ außerdem an Politikern, die bei Großturnieren auf der Ehrentribüne auftauchen. „Die sind das ganze Jahr über nicht im Stadion zu sehen sind und lassen sich bei den Turnieren plötzlich blicken, um sich dann im Erfolg ihrer Mannschaft zu sonnen. Da wird der Fußball für politische Profilierung missbraucht“, so Effenberg.

