Der Vertrags-Poker um Bayerns Dayot Upamecano sorgte zuletzt für Aufregung. Besonders der Spielerberater des Franzosen soll den Preis immer weiter hochgetrieben haben. Der ehemalige Fußballstar Matthias Sammer fordert deshalb ein Ende der Funktion des Spielerberaters.
Es war ein stetiges Hin und Her, schon seit Monaten. Dayot Upamecano, dessen Vertrag im kommenden Sommer ausläuft, sollte unbedingt verlängert werden. Die FCB-Verantwortlichen machten Zugeständnisse in Richtung des Spielers. Der Spieler bekam ein hohes Handgeld zugesprochen, außerdem auch seine Ausstiegsklausel. Doch die Spielerseite, insbesondere Upamecanos Spielerberater, verzögerte den Deal immer wieder – ein Vertragsstreit drohte.
Nun, rund ein halbes Jahr vor Vertragsende des 27-Jährigen, soll der französische Nationalspieler doch vor einer Unterschrift beim deutschen Rekordmeister stehen. Aber der Umgang aller Beteiligten missfällt vielen Akteuren und Experten in der Fußballbranche. Auch Matthias Sammer (58), mittlerweile als BVB-Berater und Fußballexperte tätig, hat im Sky-Talk „Sammer & Basile – Der Hagedorn Talk“ seinen Unmut geäußert.
Sammer fordert Ende der Fußball-Spielerberater
Auf die Frage „Würdest Du Dir wünschen, dass die Spieler ohne Berater fungieren würden?“, des Sky-Journalisten Ricardo Basile, antwortete Sammer klar und deutlich: „Ja, ich würde sie abschaffen. Erstens verdienen sie zu viel Geld. Zweitens sind sie unnötig und drittens schafft das keine Konstellation, die gut ist zwischen Spieler und Verein. Das ist nicht gut.“
Insbesondere das unverhältnismäßige Gefüge zwischen Spieler, Berater und der Vereinsseite sieht der 58-Jährige kritisch. „Da sitzt ein Sportvorstand, ein Sportdirektor, mit einem Berater zusammen. Sie sprechen mit der wichtigsten Person, die ist möglicherweise gar nicht dabei“, so Sammer und meint damit den Spieler, der in solchen Gesprächen oft garnicht anwesend ist. Und weiter: „Der, der das aber aushandelt verdient das Dreifache vom Jahresgehalt von dem, der hier sitzt. Das ist doch schon mal krank!“

Das massive Gehalt der Spieleragenten gilt tatsächlich als sehr hoch. Weltweit überschreiten die Beraterhonorare längst die Milliardengrenze. Diese Unverhältnismäßigkeit gilt nur als eine der vielen Kritikpunkte, die an Spielerberatern geäußert werden. Der Vertrags-Poker um Bayerns Upamecano zeigt einmal mehr: Heutige Spielerberater besitzen eine Macht, die durchaus überdacht werden sollte.

