In Berlin ist man sich noch nicht ganz einig, wie man auf das anstehende DFB-Pokal-Viertelfinale blicken soll. Während Trainer Stefan Leitl tiefstapelt und Hertha BSC als „krassen Außenseiter“ sieht, kennt Paul Seguin keine falsche Bescheidenheit: „Wir wollen ins Finale. Wir wollen DFB-Pokalsieger werden. Alles andere wäre gelogen. Wir können Geschichte schreiben mit dem Verein.“
Am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) gegen den Fußball-Bundesligisten SC Freiburg geht es erst einmal um den Einzug ins Halbfinale – und den Traum vom Endspiel im eigenen Stadion aufrechtzuerhalten. Der Einzug ins Semifinale gelang den Hauptstädtern zuletzt vor zehn Jahren, damals war gegen Borussia Dortmund (0:3) Endstation. In dieser Saison soll es anders laufen.
Hertha will Pokaltraum am Leben halten
„Am Dienstag wartet Freiburg, ein richtig gutes Team und ein Europa-League-Teilnehmer – da muss einiges für uns zusammenkommen, damit wir als Sieger vom Feld gehen können“, sagte Toni Leistner nach dem jüngsten überzeugenden Sieg am Wochenende bei der SV Elversberg (3:0). „Mit so einem Sieg tanken wir Selbstvertrauen für eine insgesamt extrem wichtige Woche, in der wir von Spiel zu Spiel schauen“, sagte Leistner. Den Aufstieg hat man beim Tabellensechsten schließlich noch nicht abgeschrieben.
Der Ligaerfolg in Elversberg und der furiose Sturmlauf im Achtelfinale gegen den 1. FC Kaiserslautern (6:1) dienen als Mutmacher für das Spiel im wohl wieder ausverkauften Olympiastadion. „Ich wünsche meiner Mannschaft, dass sie dieses Spiel am Dienstag genießt. Wir haben eine Chance, in die nächste Runde einzuziehen, wenn wir geradezu perfekt spielen – und diese Chance wollen wir nutzen“, sagte Leitl, auch wenn Freiburg natürlich als Favorit anreist.
Personell gibt es bei den Berlinern noch einige Fragezeichen. Deyovaisio Zeefuik musste in Elversberg verletzt ausgewechselt werden, Marton Dardai fiel wegen Hüftproblemen kurzfristig aus. Ob beide rechtzeitig für das Pokalduell zurückkehren, ist offen.
Doch für den lang gehegten Traum vom heimischen Finale sollen alle Kräfte mobilisiert werden – die Chance scheint so groß wie lange nicht mehr. Auch wenn Leitl tiefstapelt.

