Trauma? Davon will Niko Kovac nichts wissen. Schließlich ist Borussia Dortmund mit ihm als Trainer gegen Mainz 05 ja auch noch ungeschlagen, Kovac sieht in der Partie gegen den Angstgegner vielmehr eine Chance. Denn sein Team könne im Fernduell um die Meisterschaft mit Bayern München ja wieder „vorlegen“ – und den Rivalen von der Isar so unter Druck setzen.
Während Kovac Mainz vor der Partie am Freitagabend (20.30 Uhr/RTL und Sky) gewohnt nüchtern analysieren kann, kommen bei den BVB-Fans böse Erinnerungen hoch. An das Titel-Drama 2023, als bei den Schwarz-Gelben zu Hause mit einem 2:2 am letzten Spieltag die Meisterträume platzten. Stolpert der BVB nun ausgerechnet wieder gegen Mainz?
„Ich erwarte ein schwieriges Spiel“, sagte Kovac, schließlich sei Mainz unter dem neuen Coach Urs Fischer „keine Laufkundschaft“ und kämpfe „ums sportliche Überleben“, doch kurz nachdem er die Dortmunder übernommen hatte, gewannen sie vor rund einem Jahr vor den eigenen Fans ja mit 3:1 und „ich gehe davon aus, dass wir das auch am Freitag können“, sagte Kovac, der unter anderem auf seinen gesperrten Abwehrchef Nico Schlotterbeck verzichten muss.
BVB will die Siegesserie fortführen
Doch das soll den BVB nicht stoppen. In der Bundesliga sind Kovac und Co. seit Oktober ungeschlagen, zuletzt gelangen sogar fünf Siege in Serie. So ist der Rückstand auf Bayern von elf auf sechs Punkte geschmolzen, außerdem kommt es in gut zwei Wochen noch zum direkten Duell – und zwar zu Hause. Der BVB will mehr als Platz zwei, zuletzt hatten Führungsspieler wie Schlotterbeck oder auch Julian Brandt ihre Titelambitionen unterstrichen. Und trotzdem hören die Nörgeleien im Umfeld nicht auf.
Kein Wunder, dass BVB-Boss Lars Ricken ziemlich angefressen ist. Wer den Fußball „nicht ganz zu verstehen“ vermag, sollte „vielleicht auch mal ein bisschen stiller sein“, sagte der 49-Jährige im Interview mit RTL/ntv, das Gemecker „nervt manchmal schon“. Und im Gegensatz zu Kovac kann sich Ricken nur allzu gut an das Mainz-Drama 2023 erinnern. Seitdem habe der BVB „in jedem Heimspiel ein Hühnchen zu rupfen“ mit den 05ern.
Doch Mainz fährt nach drei Siegen in Folge äußerst selbstbewusst nach Dortmund. „Wir sind ein Angstgegner für große Vereine. Die wissen, wir gehen ihnen auf die Nerven“, sagte Nationalspieler Nadiem Amiri bei RTL/ntv: „Wir laufen, marschieren, werden nie müde, sind eklig. Auch Dortmund ist schlagbar. Mainz ist nie einfach für Dortmund.“

