Für einen Profi aus der Bundesliga könnte der Traum von der WM-Teilnahme über Umwege wahr werden. Rani Khedira steht vor einem Verbandswechsel.
Mit nunmehr 32 Jahren ist der Abräumer von Union Berlin noch ohne Länderspiel und trug nur in den Jugendauswahlen des DFB den Adler auf der Brust. Mit dem Debüt für die Mannschaft von Julian Nagelsmann wird es auch nichts mehr werden, dennoch wird der Routinier wohl bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada auf dem Platz stehen.
Da der Vater der Khedira-Brüder aus Tunesien stammt, ist der Berliner auch für das Team von Sabri Lamouchi spielberechtigt. Wie tunesische Medien berichten, war Khedira vor wenigen Tagen zu Gast in der Botschaft des nordafrikanischen Landes und soll schon im März seinen Einstand in der Nationalmannschaft feiern.
Nach 2018: Zweite Tunesien-Anfrage für Khedira
Vor zwölf Jahren gewann Khediras älterer Bruder Sami mit der deutschen Nationalmannschaft in Brasilien den Titel. Chancen auf die Trophäe dürfte Rani 2026 nicht haben, die K.O.-Phase ist den Aigles de Carthage aber zuzutrauen. Die Vorrunde hat es jedoch in sich, in der Gruppenphase trifft Tunesien auf die Niederlande und Japan. Der dritte Gegner steht noch nicht fest.
Die Auswahl hatte sich im September 2025 mit einem 1:0 gegen Äquatorialguinea für das Turnier qualifiziert. Für die tunesische Nationalmannschaft ist es die siebte WM-Teilnahme, bisher war stets in der Vorrunde Endstation.

Schon vor der WM 2018 hatte der Verband bei Khedira vorgefühlt, dieser hatte aber abgesagt. „Ich bin in Deutschland geboren und aufgewachsen, ich spreche nur Deutsch. Das war ausschlaggebend. Mein Spiel ist von Kommunikation geprägt, von Anweisungen und taktischen Dingen. Die Zeit ist zu knapp, das ist zu schwierig“, begründete der Mittelfeldspieler seinen Verzicht vor acht Jahren.
Mittlerweile scheint die Sprachbarriere kein Problem mehr zu sein, zumal mit Michael Hefele ein deutscher Ex-Profi Teil des Trainerteams ist und die Einheiten auf Englisch stattfinden sollen.

