Fast hätte Jonathan Tah im vergangenen Sommer ein anderes Trikot angezogen. Statt zum FC Bayern München wäre der deutsche Nationalspieler beinahe zum FC Barcelona gewechselt. Sportdirektor Deco bestätigt nun erstmals gegenüber der spanischen Sportzeitung ‚Sport‘: Man war sehr nah dran – zu nah, um es nicht zu bedauern.
„Wir waren in weit fortgeschrittenen Gesprächen mit Jonathan Tah – am Ende kam es jedoch nicht zum Abschluss“, gibt Deco offen zu. Eine Aussage, die aufhorchen lässt. Denn lange galt Barcelona als Favorit im Rennen um den ablösefreien Innenverteidiger, der nach dem Double mit Bayer Leverkusen seinen Abschied von der Werkself verkündet hatte.
Doch was nach einem perfekten Match aussah – ein Topklub auf der Suche nach Verstärkung, ein ablösefreier Weltklasse-Verteidiger – scheiterte an der harten Realität. Barcelonas finanzielle Probleme machten den Transfer unmöglich. Die Katalanen konnten schlichtweg nicht die nötigen Gehaltsmittel aufbringen, um Tah ein konkurrenzfähiges Angebot zu unterbreiten.

ManUnited ebenfalls im Rennen – Bayern setzte sich durch
Neben Barcelona hatte auch Manchester United Interesse signalisiert. Doch letztlich machte der FC Bayern das Rennen. Der Rekordmeister verpflichtete Tah ablösefrei – zumindest offiziell. Um den 30-Jährigen bereits für die FIFA Klub-WM 2025 einsetzen zu können, überwiesen die Münchner eine Summe im niedrigen Millionenbereich an Leverkusen.
Ein Schnäppchen, das sich längst ausgezahlt hat. Tah absolvierte bislang 36 Pflichtspiele für die Bayern und überzeugte dabei über weite Strecken. Gemeinsam mit Dayot Upamecano bildet er die unumstrittene Stamm-Innenverteidigung. Drei Tore und drei Vorlagen steuerte der Abwehrchef zusätzlich bei.
Bereits im August sicherte sich Tah mit dem Gewinn des Supercups seinen ersten Titel im Bayern-Trikot. Sein Vertrag in München läuft noch bis 2029 – lange genug, um Barcelona weiter daran zu erinnern, was ihnen durch die Lappen gegangen ist.
Barcelona zahlt den Preis für finanzielle Misswirtschaft
Für Deco und Barcelona ist die verpasste Tah-Verpflichtung ein weiteres Kapitel in der Geschichte finanzieller Einschränkungen. Seit Jahren kämpfen die Katalanen mit den Folgen von Missmanagement und überzogenen Ausgaben aus der Vergangenheit.
Transfers wie der von Tah zeigen, dass Barcelona zwar weiterhin als Traumziel für Spieler gilt – die finanzielle Realität aber oft verhindert, dass aus Träumen Wirklichkeit wird. Der FC Bayern nutzte die Schwäche der Konkurrenz gnadenlos aus und sicherte sich einen der besten Innenverteidiger Europas.
Für Tah hat sich die Entscheidung ausgezahlt. Für Barcelona bleibt die Frage: Wann werden sie wieder in der Lage sein, bei solchen Transfers mitzuhalten?


