Der einstige Manchester United-Verteidiger Patrice Evra sorgte zuletzt mit einer Beichte für Aufruhr. Demnach soll der Franzose in fast jedem Spiel zu Schmerzmitteln gegriffen haben.
Patrice Evra spielte bei vielen europäischen Klubs auf Top-Niveau, seine beste Zeit verbrachte er wohl in der Premier League bei Manchester United. Mit den Red Devils wurde der mittlerweile 44-Jähirge gleich fünfmal englischer Meister, holte dreimal den League Cup und dreimal das FA Community Shield. Auch für die AS Monaco, Juventus Turin oder OGC Nizza absolvierte der Franzose einige Pflichtspiele.
Doch wie Evra nun in einem Interview mit The Telegraph erzählt, hat er die wenigsten seiner Partien ohne die Einnahme von Schmerzmitteln gespielt. In seinen mehr als 800 Spielen habe der ehemalige Defensivspieler kaum einmal schmerzfrei gespielt. Er selbst schätzt den Anteil nur auf „sieben Spiele“ mit keinerlei Schmerzen.
Evra mit Appell an junge Sportler: „Nehmt keine Schmerzmittel“
Im Interview erzählte der 81-fache französische Nationalspieler, dass er insbesondere in der Zeit bei Manchester United und Juventus Turin häufig zu entzündungshemmenden Mitteln gegriffen hat – und sich dadurch sogar mehrfach übergeben musste. Gerade am Anfang, als er 2006 nach Manchester kam, soll Evra von der Intensität überrascht worden sein.
Aufgrund einer kleinen Verletzung sollte der Linksverteidiger damals das Training pausieren: „Ich lag auf der Behandlungsliege und sah Ryan Giggs. Er hatte Rückenprobleme, machte aber ein paar Dehnübungen und ging dann nach draußen zum Training. Ich sah, wie Paul Scholes Eis auf sein verletztes Sprunggelenk legte. Gary Neville tapte sein Sprunggelenk. Ich dachte mir: Moment mal, wenn diese drei Dinosaurier nach draußen gehen, warum bin ich dann so eine Prinzessin und bleibe auf der Liege liegen? Also zog ich einfach meine Fußballschuhe an und ging nach draußen. Der Arzt sagte: Patrice, du bist verrückt. Ich trainierte und spielte am nächsten Tag das Spiel.“

Heute denkt der 44-Jährige ein wenig anders über sein damaliges Verhalten: „So viele Sportler haben das schon erlebt und man kennt den Druck im Fußball. Die Fans wissen nicht, warum man nicht spielt. Wenn man ein Problem mit dem Magen hat, gilt man als zu weich. Ich möchte zukünftige Sportler schützen. Nehmt keine Schmerzmittel, denn am Ende zahlt ihr den Preis dafür“.

