Borussia Dortmund war am Samstagabend zu Gast in Leipzig, um das Topspiel in der Bundesliga zu absolvieren. Es war eine sehr unterhaltsame Partie, in der beide Teams ihre Chancen hatten.
Die erste Halbzeit ging ganz klar an RB. Die Leipziger schafften es sehr gut, die Außen des BVB immer wieder in direkte Duelle zu verwickeln. Die Folge: Vor allem Yan Diomande brach oft durch. Der BVB hatte Mühe, sich den Angriffen der Leipziger zu erwehren, stand defensiv zudem das ein oder andere Mal falsch.
Leipzig ging mit einem 2:0 in die Kabine, nachdem es gelang, über die linke Seite gleich zwei baugleiche Treffer zu erzielen. Dortmund schlug in Halbzeit zwei aber zurück. Ein Eigentor von Romulo brachte die Elf von Trainer Niko Kovac wieder heran, Fabio Silva sorgte kurz vor dem Ende für den vielumjubelten, nach der zweiten Halbzeit aber nicht unverdienten Ausgleich.
Aus diesem Spiel lässt sich für beide Mannschaften einiges mitnehmen. Positivere Elmente gibt es dabei aber eher auf Seiten der Schwarzgelben.
Leipzig macht die gleichen Fehler wie in der gesamten Saison
Für RB Leipzig fühlte sich dieses Spiel nämlich an wie eine sehr gute Zusammenfassung der bisherigen Saison. Man startete gut, der eigene Plan ging auf. Das Risiko wurde belohnt, Leipzig dominierte, spielte auf einem guten Niveau und schaffte es, Dortmund zu Fehlern zu zwingen. Allerdings hatte die Elf von Trainer Ole Werner in dieser Saison schon oftmals Führungen verspielt und dadurch Punkte liegen lassen. Ein Beispiel war die furiose erste Halbzeit samt Führung gegen den FC Bayern, nur um dann in der zweiten Halbzeit noch fünf Gegentore zu kassieren.

Und siehe da: Leipzig lernte so gar nicht aus der bisherigen Saison. Direkt nach dem Seitenwechsel ging man mit einer 2:0-Führung mehrfach ins Risiko. Sowohl beim Aufbau als auch im Gegenpressing. Ja, eine intensive Spielweise gehört zur DNA, aber diese ein wenig abzusichern und anzupassen ist nicht verboten. Das 2:1 resultierte, wenn auch ein wenig unglücklich. Als Ole Werner später im Spiel der jungen Mannschaft von außen das Signal sendete, das 3:1 erzielen zu müssen, indem er Xaver Schlager auswechselte und Antonio Nusa brachte, entwickelte sich erst recht ein offener Schlagabtausch. Genau das, was immer dazu führt, dass man selbst die Kontrolle verliert. Und genau das war der Fall. Erneut.
BVB bestraft die Fehler der Leipziger
Die Gäste aus Dortmund haben zwar zwei Punkte auf den FC Bayern eingebüßt, dennoch kann man einiges mitnehmen, was positiv war. In der ersten Halbzeit vielleicht eher nicht, hier hat der BVB zu viele einfache Fehler gemacht. Der Aufbau war unsauber, man spielte nicht selten genau die Pressingtrigger von RB an und verlor schon in der eigenen Hälfte den Ball. Zudem waren die Konter zu hektisch ausgespielt, wenn mal eine schnelle Umschaltmöglichkeit vorhanden war.
Doch Dortmund lernte daraus. Passte sich RB an. Und er kannte, dass die Leipziger in diesem Spiel nicht in der Lage sind, den Fuß mal auf den Ball zu stellen, das Tempo rauszunehmen. Die Kovac-Elf verteidigte etwas disziplinierter, sicherte die Halbräume besser ab und profitierte davon, dass die jungen Wilden aus Leipzig zu wild und zu unkontrolliert wurden. Dortmund nutzte das, erspielte sich Chancen, traf zweimal und hätte unter gewissen Umständen vielleicht sogar noch gewinnen können. Der Punkt fühlte sich nach Halbzeit eins dennoch wie ein Sieg an und zeigte, dass man auch in kniffligen Phasen die Ruhe behalten kann. Das ist eine wichtige Erkenntnis.

