Zum Abschluss des 23. Spieltages traf der 1. FC Heidenheim auf den VfB Stuttgart und lieferte dem Favoriten einen großen, mit vielen Toren garnierten Kampf.
Durch den 2:1-Erfolg von St. Pauli über Werder Bremen trennten Heidenheim vor dem Anpfiff bereits sieben Zähler vom Relegationsrang. Die jüngsten wegweisenden Duelle gegen den HSV und Augsburg gingen jeweils unglücklich verloren. Mit dem VfB Stuttgart gastierte ein formstarker Kontrahent auf der Ostalb. Die Schwaben trumpften erst am Donnerstagabend in der Europa League, indem sie eindrucksvoll mit 4:1 bei Celtic gewannen.
Spektakulärer VAR-Angriff bei Auf und Ab zwischen Heidenheim und Stuttgart
Die nur 81 Kilometer angereisten Gäste erwischten einen perfekten Start. Chris Führich stibitzte dem unaufmerksamen Jan Schöppner den Ball, nahm an Tempo auf und vollendete frei vor Dilant Ramaj per Flachschuss zum 0:1. Anschließend gab der VfB weiter den Ton an. Er ließ den Ball sicher durch die eigenen Reihen laufen, ohne allerdings weitere klare Möglichkeiten zu generieren.
Diese erarbeiteten sich dagegen der FCH durch eine Umschaltsituation. Ein leicht abgefälschtes Zuspiel von Christian Conteh erreichte Eren Dinkci, der die Ruhe behielt und unhaltbar für Alexander Nübel zum etwas überraschenden 1:1 traf (20.). Trotz des Ausgleichstreffers nahm Frank Schmidt kurz darauf eine Veränderung vor und nahm Schöppner – den Verursacher des Gegentores – schon in der 24. Minute vom Feld.
Seine Mannschaft begab sich derweil kurzzeitig in den offenen Schlagabtausch mit den spielstarken Stuttgartern. Dies mündete darin, dass Dinkci im letzten Moment von Maximilian Mittelstädt gestoppt wurde und die Gäste sich umgehend im Gegenangriff. Führich bediente Ermedin Demirovic, der aus der Drehung zum vermeintlichen 1:2 traf. Nach Ansicht der TV-Bilder ahndete Schiedsrichter Sascha Stegemann jedoch das Einsteigen von Mittelstädt gegen Dinkci und entschied auf Strafstoß, den Arijon Ibrahimovic eiskalt ins rechte Eck zur Heidenheimer Führung verwandelte.

Die Gastgeber zogen sich danach nicht zurück. Besonders Dinkci agierte weiter auffällig, sein Schlenzer aus halbrechter Position verfehlte nur knapp das lange Eck (37.). Defensiv leistete sich der FCH im Saisonverlauf aber immer wieder verhängnisvolle Fehler. So auch kurz vor Ende der regulären Spielzeit, als Conteh den Weg von Andres Chema kreuzte und diesen zu Fall brachte. Stegemann zeigte umgehend auf den Punkt. Mittelstädt übernahm die Verantwortung und verlud Ramaj überlegt zum 2:2-Pausenstand.
Heidenheim schnuppert am Sieg, ehe Undav ausgleicht
Der zweite Durchgang begann ebenfalls temporeich. Heidenheim versteckte sich weiterhin nicht. Ibrahimovic prüfte Nübel per Flachschuss, den der Schlussmann zur Seite abwehrte (51.). Rund 120 Sekunden darauf fehlten Mittelstädt aus der Distanz nur wenige Zentimeter. Der VfB Stuttgart ergatterte mehr Spielanteile, wobei der Tabellenletzte immer wieder zu Kontermöglichkeiten kam. Er spielte sie aber oftmals unsauber zu Ende.
Gefährlich wurde es erst wieder in der 69. Minute. Dem Abschluss des frisch eingewechselten Stefan Schimmer fehlte jedoch der Druck. Nahezu im direkten Gegenzug köpfte Deniz Undav in die Arme von Ramaj. Wenig später war der Keeper bei einem Kopfball von Demirovic machtlos, aber der Stürmer befand sich hauchdünn im Abseits. Damit wurde ihm bereits der zweite Treffer am heutigen Abend aberkannt.
Stattdessen ging der 1. FC Heidenheim mit 3:2 in Führung. Jorrit Hendriks verlor gegen Schimmer an der Mittellinie den Ball, Ibrahimovic eilte daraufhin bis an den Sechszehner und zog ab, Nübel wehrte unzureichend ab, sodass der für seinen Bruder Christian eingewechselte Sirlord Conteh abstaubte. Der VfB Stuttgart fand wieder eine Antwort. Eine schnelle Kombination brachte Undav in Position, der nicht lange fackelte und scharf wie platziert aus 14 Metern zum 3:3 einnetzte (88.). Mit Beginn der Nachspielzeit hatte Undav sogar den Siegtreffer auf dem Fuß, scheiterte aber an Ramaj. Ebenso rettete Ramaj gegen Jeff Chabot. Somit blieb es beim 3:3, womit beide Teams nach spektakulärem Spielverlauf wohl nur bedingt leben konnten.
1. FC Heidenheim – VfB Stuttgart 3:3 (2:2)
Heidenheim: Ramaj,-Ibrahimovic, Mainka, Gimber, Siersleben (75. Kölle), Behrens,-Niehues (75. Dorsch), Schöppner (24. Traore),-Dinkci, C. Conteh (64. S. Conteh),-Pieringer (64. Schimmer)
Stuttgart: Nübel,-Assignon (78. Vagnoman), Hendriks, Chabot, Mittelstädt,-Chema, Stiller (78. Karazor),-Tomás (52. Undav), El Khannouss (66. Nartey), Führich (66. Leweling),-Demirovic
Tore: 0:1 Führich (5.), 1:1 Dinkci (20.), 2:1 Ibrahimovic (Foulelfmeter, 34.), 2:2 Mittelstädt (Foulelfmeter, 44.), 3:2 S. Conteh (82.), 3:3 Undav (88.)
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