Mainz 05 verschafft sich Luft im Abstiegskampf – und stößt Werder Bremen noch tiefer in den Keller. Das direkte Duell gegen die Hanseaten gewannen die Rheinhessen am Sonntagnachmittag mit 2:0.
Da Niklas Stark und Senne Lynen kurzfristig ausfielen, musste Werder-Coach Daniel Thione nach dem 4:1-Sieg bei Union gezwungenermaßen seine Startelf verändern. Für die beiden wichtigen Stammkräfte rotierten Julian Malatini und Leonardo Bittencourt ins erste Glied. Dreimal wechselte derweil Union-Trainer Urs Fischer, nach dem torlosen Remis bei Sigma Olmütz im Achtelfinal-Hinspiel der Europa League durfte unter anderem Jae-Sung Lee wieder von Beginn an ran.
Mainz 05 erwischt Traumstart – Querbalken verhindert direkte Antwort
Im direkten Kellerduell zählten für beide Seiten nur die drei Punkte. Dabei erwischte Mainz 05 einen Traumstart: Nach einem Einwurf spritzte Philipp Mwene auf Linksaußen durch und flankte an den Elfmeterpunkt, wo Paul Nebel angerauscht kam und per Flugkopfball zum frühen 1:0 traf (6.). Auf der anderen Seite köpfte Leonardo Bittencourt eine Flanke aus ähnlicher Position an die Latte und verpasste damit die direkte Antwort (8.). Die Gäste versuchten das Spiel zu machen und erspielten sich nach 16 Minuten die nächste gute Chance, bei der Phillip Tietz aber zu überrascht agierte und die Kugel neben das Tor setzte.
Etwa zur Mitte des ersten Durchgangs übernahm dann Werder mehr Kontrolle. Mehr als ein halbwegs gefährlicher Schuss von Romano Schmid kam aber nicht vonseiten der Hausherren, denen es im eigenen Spiel an Ideen mangelte. Die 05er standen unterdessen kompakt gegen den Ball und verteidigten die knappe Führung in die Pause.
Mainz 05 trifft wieder früh – Werder ohne Durchschlagskraft
War die Partie bis dahin einiges an Höhepunkten schuldig geblieben, hatten es immerhin die jeweiligen Anfangsphasen in sich. Auch zu Beginn des zweiten Durchgangs setzten beide Mannschaften schnell ihr erstes Ausrufezeichen. Nachdem Werder es erstmals richtig schön bis zum Ende spielte, verfehlte Marco Grüll nur knapp das rechte Eck (48.). Aufseiten der Mainzer köpfte köpfte Tietz eine klasse Flanke von Sheraldo Becker freistehend am Tor vorbei (51.). Kurz darauf eroberte Kaishu Sano die Kugel tief in der eigenen Hälfte, anschließend ging es schnell über die rechte Seite. Dort hatte Sheraldo Becker das Auge für Jae-Sung Lee, der im Zentrum lauerte und die Kugel zum 2:0 über die Linie bugsierte (52.).
Die Nachrichten wurden nicht besser für die Bremer, zumal sich kurz nach dem zweiten Gegentreffer auch noch Malatini verletzte. Für den Argentinier kam Mick Schmetgens in die Partie, der 18-jährige Verteidiger feierte damit sein Bundesliga-Premiere. Mit dem Debütanten auf dem Feld lief es auch nur bedingt besser, Stage sah nach einem überharten Einstieg seine fünfte Gelbe Karte und fehlt damit beim nächsten Kellerduell in Wolfsburg. Justin Njinmah setzte immerhin mal ein Ausrufezeichen und verfehlte aus 15 Metern nur knapp das linke Eck (64.). Auf der anderen Seite schraubte Lee am Doppelpack und wurde dabei zweimal geblockt (67.).
Die Hausherren hatten, wie schon im ersten Durchgang, mehr Ballbesitz, allerdings weiterhin kaum Ideen. Mainz 05 dagegen verteidigte aktiv seine Zwei-Tore-Führung, ohne sich zu weit zurückfallen zu lassen. Die Gäste aus aus Rheinhessen ließen zunehmend weniger Zweifel an den drei Punkten aufkommen, dafür agierte Werder auch viel zu harmlos. Salim Musah war der nächste Bundesliga-Debütant aufseiten der Hanseaten, der 20-jährige Stürmer traf unmittelbar nach seiner Einwechslung immerhin mal das Außennetz (86.). Mit Anbruch der Nachspielzeit wurde es nochmal über Patrice Covic gefährlich (90.), Schmid zimmerte aus der Distanz knapp drüber (90.+1). Das war es dann aber aus Sicht der Werderaner, die am Ende ob der eigenen Harmlosigkeit und der Mainzer Abgezocktheit leistungsgerecht mit 0:2 verloren.

