Der kuriose Afrika-Cup ist seit Dienstagabend um eine Geschichte reicher. Zwei Monate nach dem Triumph ist der Senegal plötzlich nur noch zweiter Sieger.
Der afrikanische Fußballverband CAF annullierte den Titel der Mannschaft um Top-Star Sadio Mane nachträglich und erklärte Marokko zum Sieger. Die senegalesische Auswahl hatte bei einem ohnehin schon turbulenten Finale in Rabat den Platz verlassen, als Gastgeber Marokko kurz vor Schluss ein Elfmeter zugesprochen wurde. Erst nach einigen Minuten kehrte das Team wieder zurück, der Rest ist Geschichte. Brahim Diaz lupfte den Strafstoß in die Arme von Edouard Mendy, in der Verlängerung gewann der Senegal mit 1:0.
Zunächst beließ es der CAF bei einer Geldstrafe und ließ das Ergebnis unangetastet. Die unterlegenen Marokkaner legten jedoch Einspruch ein und bekamen nun doch Recht. Die zuvor ausgesprochenen Geldstrafen und Sperren für zwei senegalesische Spieler bleiben weiterhin bestehen.
Senegal will vor den CAS ziehen: „Das Recht ist auf unserer Seite“
Die Reaktion aus dem Senegal ließ nach der Schock-Nachricht am Dienstagabend nicht lange auf sich warten. „Der senegalesische Fußballverband verurteilt diese ungerechte, beispiellose und inakzeptable Entscheidung, die den afrikanischen Fußball in Verruf bringt“, teilte der Verband mit.
Generalsekretär Abdoulaye Seydou Sow bezeichnete die Entscheidung im staatlichen Rundfunk RTS gar als „Schande für Afrika“ und kündigte an, vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS zu ziehen: „Wir werden Kontakt mit unseren Anwälten aufnehmen und Rechtsmittel einlegen. Wir werden vor nichts zurückschrecken. Das Recht ist auf unserer Seite.“ Das ist offenbar auch schon geschehen.

Der afrikanische Verband hatte die Entscheidung am Dienstag offiziell bekanntgegeben. „Die CAF-Berufungskommission hat entschieden, dass gemäß Artikel 84 des Reglements des CAF-Afrika-Cups (AFCON) das Finale des TotalEnergies CAF-Afrika-Cups (AFCON) Marokko 2025 für die senegalesische Nationalmannschaft als verloren gilt und das Ergebnis des Spiels mit 3:0 zugunsten der Fédération Royale Marocaine de Football (FRMF) gewertet wird“, hieß es in der Mitteilung des CAF. Weiteren Einspruch schloss der Verband aus, weshalb dem Senegal nur der Gang vor den CAS bleibt.

