Italien steht vor einem der wichtigsten Spiele der jüngeren Geschichte. In den WM-Playoffs gegen Nordirland geht es nicht nur um die Qualifikation, sondern vor allem auch um das Ende einer langen Durststrecke.
Nach zwei verpassten Weltmeisterschaften in Folge droht der stolzen Fußballnation ein historischer Tiefpunkt. Doch die Chance zur Qualifikation für die WM 2026 besteht.
Gattuso beschwört Ruhe
Nationaltrainer Gennaro Gattuso gibt sich nach außen betont gelassen, weiß aber um die enorme Bedeutung der Partie. Intern ist klar, dass ein weiteres Scheitern kaum zu erklären wäre. Trotz individueller Qualität und klarer Favoritenrolle steht Italien unter immensem Druck.
Die Mannschaft bringt zwar viel internationale Erfahrung mit, doch die letzten Auftritte haben immer wieder Zweifel genährt. Vor allem in der Qualifikation zeigte die Squadra Azzurra immer wieder Schwächen und musste sich teils deutlicher Kritik der eigenen Fans stellen.

Die jüngere Geschichte lastet schwer auf dem Team. 2018 scheiterte Italien in den Playoffs an Schweden, 2022 folgte das überraschende Aus gegen Nordmazedonien. Seit dem letzten WM-Spiel 2014 ist eine ganze Generation ohne echtes Turniererlebnis aufgewachsen. Zwar sorgte der EM-Titel 2021 kurzzeitig für Aufbruchsstimmung, doch die strukturellen Probleme im italienischen Fußball bestehen weiterhin. Diskussionen über Ausbildung, Spielstil und Entwicklung begleiten die Nationalmannschaft seit Jahren.
Sportlich spricht vieles für Italien. Der Kader ist deutlich stärker besetzt, die Bilanz gegen Nordirland klar positiv. Trotzdem zeigt die Vergangenheit, dass Favoritenrollen in solchen Spielen wenig bedeuten. Mit einem Sieg würde Italien ins entscheidende Playoff-Finale einziehen, wo Wales oder Bosnien-Herzegowina warten würden. Für die Squadra Azzurra zählt diesmal nur das Ergebnis, ganz egal, wie es zustande kommt.

