Die Situation von Haris Tabakovic ist verzwickt. Der Bosnier, bis Saisonende von der TSG Hoffenheim an Borussia Mönchengladbach ausgeliehen, liefert sportlich gute Gründe, um Borussia Mönchengladbach von einer festen Verpflichtung zu überzeugen. Dennoch arbeiten die Borussen nach Informationen des kickers nicht aktiv an einer festen Verpflichtung. Dafür gibt es strategische Gründe.
Denn selbst Tabakovic, in dieser Spielzeit mit elf Saisontoren bester Torjäger der Fohlen, konnte bis jetzt nicht im Alleingang verhindern, dass die Borussia weiterhin im Abstiegskampf der Bundesliga feststeckt. Solange die Chefetage der Niederrein-Elf nicht sicher mit dem Klassenerhalt planen kann, werden in der Causa Tabakovic die Füße stillgehalten. „Liga heißt gleichzeitig Budget. Wenn wir endgültig in der Liga sind, dann werden Gespräche geführt. Aber natürlich ergebnisoffen.“ Das Statement von Sportchef Rouven Schröder verdeutlicht den Wunsch nach Planungssicherheit.
Dazu kommt in Gladbach eine unübersichtliche Stürmersituation. Platzhirsch Tim Kleindienst wird nach langer Verletzungspause spätestens zur kommenden Saison vollwertig zurück im Team sein. Auch Shuto Machino und Tomas Cvancara zählen Stand jetzt zum Kader der Saison 2026/27 und müssen bezahlt werden. Letztgenannter ist aktuell allerdings an Celtic Glasgow verliehen, die Schotten besitzen zudem eine Kaufoption für den Tschechen.
Kehrt Tabakovic nach Hoffenheim zurück?
Auch da Gladbach noch keine Verhandlungen aufnehmen kann und will, stellt eine Rückkehr das Bosniers zur TSG Hoffenheim eine realistische Option dar. Im Kraichgau läuft sein Vertrag bis 2027. Zudem würde der 1,96m große Stürmer in der aktuellen Form der TSG nächste Saison vor allem in der Breite weiterhelfen können. Aller Voraussicht nach spielt das Team von Trainer Christian Ilzer 2026/27 international und muss der Dreifachbelastung entgegenwirken.

Der 31-Jährige selbst macht sich währenddessen wenig Stress um seine Zukunft. „Wenn keine Gespräche geführt werden, muss ich mir auch keine Gedanken machen. Ich habe noch ein Jahr Vertrag in Hoffenheim. Für mich geht es darum, in den verbleibenden sechs Spielen meine Leistung zu zeigen und meinen Beitrag zu leisten, dass wir in der Liga bleiben.“ Den Stress sollen sich Andere machen.
Neu ist nun auch noch: Aus Frankreich ist zu hören, dass Tabakovic ein heißer Kandidat beim OSC Lille ist, um dort Olivier Giroud zu ersetzen. Die Wechselwahrscheinlichkeit sinkt dadurch natürlich nicht wirklich.

