Der 31. Bundesliga-Spieltag hielt am Samstagnachmittag reichlich Drama bereit. Dem FC Bayern gelingt nach 0:3-Pausenrückstand ein Comeback für die Geschichtsbücher. Parallel entscheidet Patrik Schick mit einem Doppelpack das Rheinderby für Leverkusen, während Heidenheim seine Mini-Hoffnung auf die Rettung weiter aufrechterhält.
Der Samstagnachmittag in der Bundesliga stand vor allem im Zeichen des Abstiegskampfes. Heidenheim und St. Pauli lieferten sich das direkte Kellerduell, parallel waren die ebenfalls akut abstiegsgefährdeten Wolfsburger gegen Gladbach gefordert. In Köln kam es zu einem rheinischen Derby: Die Geißböcke empfingen Bayer Leverkusen. Parallel duellierten sich Augsburg und Frankfurt, während der seit letzter Woche feststehende Deutsche Meister aus München in Mainz gastierte.
Mainz vs. Bayern
Während Mainz 05 die letzten Zweifel ob seiner künftigen Ligazugehörigkeit beseitigen wollte, ging es für den Titelverteidiger aus München vor dem wichtigen Champions-League-Halbfinale gegen PSG praktisch ausschließlich darum, die eigenen Spieler zu schonen und Verletzungen zu vermeiden. Demnach kam es auch wenig überraschend, dass die Hausherren den besseren Start erwischten und nach einer Direktabnahme von Dominik Kohr in Führung gingen (15.). Gegen eine Münchner B-Elf war Mainz die deutlich gefährlichere Mannschaft, nach 29 Minuten erhöhte Paul Nebel per Abstauber auf 2:0. Für den in der Höhe dann doch überraschenden 3:0-Pausenstand sorgte Sheraldo Becker (45.+2).
Nach der Pause wurde der Rekordmeister stärker, Nicolas Jackson nutzte eine Direktabnahme zum Anschlusstreffer (53.). Michael Olise – eingewechselt und Vorbereiter beim 1:3 – zog dann in unnachahmlicher Manier nach innen und schlenzte die Kugel traumhaft zum 2:3 ins lange Eck (73.). Mit Anbruch der Schlussphase war in Mainz plötzlich die Spannung zurück – und dann wurde es völlig absurd: Nach Zusammenspiel mit – natürlich – Olise traf Jamal Musiala zum Ausgleich (81.). Nur zwei Minuten später staubte der ebenfalls frische Harry Kane zum 4:3-Siegtreffer ab und setzte dem Wahnsinn damit die Krone auf.
Köln vs. Leverkusen
Beim Rheinderby zwischen Köln und Leverkusen stand viel auf dem Spiel: Während die Domstädter wichtige Punkte im Abstiegskampf benötigten, wollte die Werkself ihre Chancen auf einen Champions-League-Platz wahren. Nachdem Köln-Müngersdorf eine überfallartige Anfangsviertelstunde der Hausherren gesehen hatte, erspielte sich auch Bayer zunehmend bessere Chancen. Kurz nachdem Said El Mala aus leicht spitzem Winkel das leere Tor verfehlt hatte, gab es auf der anderen Seite einen diskutablen Handelfmeter: Eric Martel bekam aus kurzer Distanz unglücklich den Ball an den Arm, den fälligen Strafstoß verwandelte Patrik Schick zur Leverkusener Pausenführung (43.).
Auch das 2:0 resultierte aus einer Kölner Torchance: Nachdem Jakub Kaminski zu ungenau gezielt hatte, schaltete die Werkself schnell um, Nathan Tella bediente Schick, der technisch anspruchsvoll den Doppelpack schnürte (52.). Die Geißböcke gaben sich nicht auf und verkürzten durch Luca Waldschmidt auf 1:2 (77.). Der späte Ausgleich gelang trotz Kölner Aufbäumens aber nicht mehr.
Heidenheim vs. St. Pauli
Heidenheim war im direkten Kellerduell gegen St. Pauli zum Siegen verdammt, um die letzten Hoffnungen auf den Klassenerhalt aufrechtzuerhalten. Dabei erwischte die Elf von der Ostalb einen Traumstart: Keine drei Minuten waren von der Uhr, als Budu Zivzivadze aus kurzer Distanz zum frühen 1:0 traf. In der Folge taten sich beide Teams schwer, spielerische Lösungen zu finden, Andreas Hountoundji vergab die einzige Großchance der Gäste in Halbzeit eins (24.).
Auch im zweiten Durchgang war vieles in Heidenheim Magerkost – bis Eren Dinkci nach einem langen Abschlag zum Tänzchen ansetzte und sehenswert ins lange Eck zum 2:0-Endstand traf (82.). Damit darf Heidenheim weiter hoffen. St. Pauli kassiert einen Dämpfer, behält aber Platz 16 …
Wolfsburg vs. Gladbach
… weil Wolfsburg gegen Borussia Mönchengladbach nicht über ein Remis hinauskommt. Während der VfL als Tabellen-17. praktisch zum Siegen verdammt war, konnte sich auch die Borussia mit fünf Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz noch nicht als gerettet wähnen. Die Zuschauer in der Volkswagen-Arena sahen eine muntere erste Halbzeit, in der Gladbach dominierte, vorne aber die letzte Zielstrebigkeit vermissen ließ. Die Wölfe wurden ihrerseits zweimal durch Mohamed Amoura gefährlich.
Nach dem Seitenwechsel hatte die Partie viele Längen, so richtig interessant wurde es erst wieder in der Schlussphase, in der erst die Wölfe am Führungstreffer schnupperten und auf der anderen Seite dann Gio Reyna den Pfosten traf. Kurz vor Abpfiff holte sich Jens Castrop auf Gladbacher Seite mit einer rohen Grätsche die Rote Karte ab, der Punktgewinn geriet dadurch aber nicht mehr ins Wanken.
Augsburg vs. Frankfurt
Die Eintracht wollte im Gastspiel in Augsburg Platz sieben und damit ihren Startelf für die Conference League zurückerobern. Dieses Vorhaben sollte sich alsbald jedoch als biederes Unterfangen erweisen. Die Zuschauer in der WWK-Arena sahen eine zähe Partie, in der die SGE gegen zweikampfstarke Fuggerstädter große Schwierigkeiten hatte. Quasi mit der einzigen echten Torchance erzielte Anton Kade per Abstauber die Augsburger Halbzeitführung (45.).
Nach dem Seitenwechsel wurde die Eintracht stärker, Ritsu Doan gelang mithilfe des Innenpfostens der Ausgleich (66.). Das 1:1 bedeutete trotz einer chancenreichen Schlussphase den Endstand.
Bundesliga: Ergebnisse und Torschützen vom Samstagnachmittag
1. FSV Mainz 05 – FC Bayern 3:4 (3:0)
Tore: 1:0 Kohr (13.), 2:0 Nebel (29.), 3:0 Becker (45.+2), 3:1 Jackson (54.), 3:2 Olise (73.), 3:3 Musiala (81.), 3:4 Kane (83.)
1. FC Köln – Bayer 04 Leverkusen 1:2 (0:1)
Tore: 0:1 Schick (43., Handelfmeter), 0:2 Schick (52.), 1:2 Waldschmidt (77.)
1. FC Heidenheim – FC St. Pauli 2:0 (1:0)
Tore: 1:0 Zivzivadze (3.), 2:0 Dinkci (82.)
VfL Wolfsburg – Borussia Mönchengladbach 0:0
Tore: Fehlanzeige
FC Augsburg – Eintracht Frankfurt 1:1 (1:0)
Tore: 1:0 Kade (44.), 1:1 Doan (66.)

