Kurz vor dem Ziel, dem Endspiel in der Champions League, schied der FC Bayern in dieser Saison in der Champions League aus. Seit dem Triumph vor sechs Jahren wartet der FCB auf den Einzug in das Endspiel.
Unter Trainer Vincent Kompany wurde Bayern aber besser, spielte intensiver. Schon in der ersten Saison war das zu erkennen. Und in der zweiten Saison hat man noch einmal eine Schippe draufgelegt.
Viele fanden das intensive Spiel sehr gut. Aber manch einem Experten ist das insgesamt auch einfach zu viel gewesen. So ein Experte ist auch Didi Hamann.
Hamann mit Kritik am FC Bayern
BILD veröffentlichte vorab Auszüge aus Hamanns neu erschienenem Buch „Der Spielverderber“ und dabei ging es explizit auch um die aktuelle Saison des FC Bayern. Und eben um die Intensität. „Ja, ist denn heute schon das Finale? Das fragte ich mich am 4. Spieltag der Gruppenphase im November 2025, die Bayern spielten in Paris. In der Vorrunde der Champions League lassen es die großen Vereine meist ein bisschen ruhiger angehen. Doch die Bayern legten an diesem Abend eine Leidenschaft an den Tag, als ginge es um alles. Sie überrannten den verblüfften Titelverteidiger“, so Hamann.

Und weiter: “ Ich habe noch den fassungslosen Blick des Abwehrchefs Marquinhos vor Augen, als der wieder mal von einem Gegenspieler wild angelaufen wurde, der ihm den Ball abjagte. ‚Was ist mit euch los?‘, stand in einer imaginären Sprechblase über seinem Kopf. ‚Wir kommen doch beide gemütlich in die K.-o.-Phase.‘ Luis Díaz mag diesen Fußball. Der kolumbianische Stürmer schoss zwei Tore, sah aber – bezeichnend für diese Spielweise – nach einem Foul an der Mittellinie kurz vor der Pause die Rote Karte. In der zweiten Halbzeit verteidigten die Bayern ihren Erfolg trotz Unterzahl.“
Zudem, so Hamann, lief Bayern selbst in Unterzahl am Ende mehr als PSG. Und das kann auf Dauer so nicht funktionieren. „Ich bin daher skeptisch, ob Kompanys All-in-Fußball eine Strategie von Dauer sein wird. Wie oft kann ein Sportler alles aus sich herausholen? Wie lange ziehen alle mit? Wem kommt dieser Fußball überhaupt entgegen? Nicht alle sind, wie Luis Díaz, Konrad Laimer und Joshua Kimmich, Verfechter von Sekundärtugenden“, so der ehemalige Nationalspieler.Er rät Bayern, den eigenen Stil anzupassen, mehr Pragmatismus zuzulassen. Und sich die höchste Intensität für die wichtigsten Spiele aufzuheben.

