Wenige Wochen vor dem Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko wächst die Sorge vor den extremen Wetterbedingungen. Laut einer neuen Analyse des Forschernetzwerks World Weather Attribution könnten zahlreiche Spiele unter gefährlicher Hitze stattfinden. Sogar Spielunterbrechungen oder Verschiebungen gelten inzwischen als möglich.
Wie aus der Untersuchung hervorgeht, könnten 26 der insgesamt 104 WM-Spiele unter Bedingungen stattfinden, bei denen laut Experten ein erhöhtes Gesundheitsrisiko für Spieler und Fans besteht. Grundlage der Analyse ist der sogenannte WBGT-Wert, der neben der Temperatur auch Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und Wind berücksichtigt.
Forscher warnen vor extremer Belastung bei der WM
Besonders kritisch wird laut den Forschern ein Wert ab 26 Grad Wet Bulb Globe Temperature gesehen. Ab diesem Bereich empfiehlt die Spielergewerkschaft FIFPRO bereits Trinkpausen während der Spiele. Ab 28 Grad sollten Partien nach Einschätzung der Gewerkschaft sogar unterbrochen oder verschoben werden.
Genau solche Szenarien könnten bei mehreren Begegnungen der WM 2026 eintreten. Fünf Spiele sollen laut der Analyse sogar Werte über dieser kritischen Marke erreichen können. Selbst das Finale im MetLife Stadium in New Jersey sei betroffen. Dort bestehe laut World Weather Attribution eine reale Wahrscheinlichkeit für gefährliche Hitzebedingungen.

Bereits jetzt reagiert die FIFA auf die Problematik. Für alle Spiele des Turniers wurden zusätzliche Abkühlpausen angekündigt. Zudem verfügen 17 der potenziell betroffenen Stadien über Kühlsysteme. Die Forscher sehen die Entwicklung allerdings als deutliches Warnsignal. Laut Klimawissenschaftlerin Friederike Otto habe der Klimawandel das Risiko extremer Hitze in Nordamerika seit der WM 1994 massiv erhöht. Besonders Fans seien gefährdet, da sie anders als die Profis nicht dauerhaft medizinisch betreut würden.
Die Diskussion um Wetterbedingungen bei großen Turnieren begleitet den Fußball inzwischen regelmäßig. Schon bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar hatte die extreme Hitze für massive Debatten gesorgt. Die WM 2026 könnte das Thema nun erneut in den Mittelpunkt rücken, diesmal mitten im Sommer in Nordamerika.

