Wenn man sich für Fußball begeistert, dann ist die UEFA Champions League ein gefundenes Fressen. Denn schließlich warten hier die absoluten Spitzen des internationalen Fußballs auf. Für viele Fans wird dieses Turnier tatsächlich höher gewertet als die Weltmeisterschaft. Und für das Finale der diesjährigen Saison steht ein Spiel auf dem Plan, das das Zeug zu einem absoluten Klassiker hat. Die Titelverteidiger von Paris Saint-Germain treffen auf die dominante Kraft des europäischen Fußballs, Arsenal London.
Was für ein Turnier
Wenn man sich den Verlauf des Turniers ansieht, dann waren nicht nur die regelmäßigen Verfolger von Champions League Quoten, sondern auch die Fans des sportlichen Spektakels mehr als nur zufrieden. Die deutschen Teams schafften es mit dem letzten Vertreter, dem FC Bayern München, leider nur bis ins Halbfinale. Auch die spanischen Teams schieden relativ frühzeitig aus, mit der Ausnahme von Atletico, die dann aber an Arsenal scheiterten. Jetzt steht also fest, wer im Finale aufeinandertreffen wird. Für viele Beobachter sind Arsenal und Paris die beiden Teams und auch Spielphilosophien, die den europäischen Fußball gerade am meisten bestimmen. Daher wird das Spiel besonders spannend.
Arsenal – der Topfavorit
Überraschenderweise ist Arsenal erst das zweite Mal im Finale der Champions League. Das erste Mal war im Jahre 2006, während das Team aus London nun aber als der Favorit an den Start geht. Natürlich liegt das an der starken Leistung der Londoner in der Premier League und an dem Selbstbewusstsein und der Spieldominanz, die das Team unter dem Cheftrainer Mikel Arteta entwickelt hat. Man erkennt hier ein Team mit einer klaren Strategie und einer straffen Verteidigung. Dabei fällt vor allem die Widerstandsfähigkeit der Mannschaft auf, die auch in zähen Partien die Leistung immer am oberen Level hält.
Paris Saint-Germain – der Titelverteidiger
In Frankreich spielt man Fußball ein wenig anders und in den letzten Jahren auch sehr erfolgreich. Das Team von Paris Saint-Germain schaffte im letzten Jahr das Unmögliche und holte den Titel der Champions League nach Hause. Ziel in diesem Jahr ist es natürlich, ein Vermächtnis zu hinterlassen und den Titel ein zweites Mal zu gewinnen. Damit würden sich die Pariser zu einem sehr exklusiven Club gesellen, zu dem zum Beispiel auch Real Madrid gehört. Dabei kommt den Franzosen die hohe Angriffskraft der Mannschaft zugute, der zuletzt im Halbfinale der FC Bayern zum Opfer gefallen ist.
Das stilistische Match
Wenn man von Arsenal im Moment eines erwarten kann, dann ist es Kontrolle. Das Team wird sich früh auf einen hohen Ballbesitz konzentrieren und dann das Zentrum überladen, sodass die Pariser keine Chance haben, überhaupt ins Spiel zu kommen. Dem wird Paris natürlich die französische Eleganz entgegensetzen und auf plötzliche Kontergelegenheiten warten. Man hat hier wirklich zwei komplett unterschiedliche Spielphilosophien vorliegen. Einmal der rollende Käfig Arsenal, der im Prinzip versucht, mit dem Ball ins Tor hineinzulaufen. Und auf der anderen Seite hat man das flüssige, teamorientierte Spiel von Paris, das das Zentrum des Matches in Windeseile von der einen auf die andere Seite verlegen kann.
Wie geht das Spiel aus?
Man erwartet hier ein bisschen ein Spiel zwischen Hammer und Amboss. Paris Saint-Germain hat definitiv die stärkeren Angreifer und wird mehr Torchancen herausarbeiten. Arsenal auf der anderen Seite wird eine Defensive wie Treibsand aufbauen und die Pariser beim Spielaufbau und Abschluss massiv stören. Für die erste Halbzeit wird es vermutlich viel Taktieren und Ausprobieren geben. Klare Chancen kann man erst in der zweiten Hälfte erwarten, wenn die Kondition ein wenig nachlässt. Aufgrund der sich gegenseitig ausbalancierenden Stärken wäre es übrigens nicht verwunderlich, wenn das Spiel in die Verlängerung oder sogar zum Elfmeterschießen geht.
Ein paar Überlegungen zur nächsten Saison
Mit der Entscheidung im Finale wird es auch eine Richtung für den europäischen Fußball als Ganzes geben. Geht die Reise zurück zum strukturierten Besitzfußball, oder verlässt man sich weiterhin auf Pressing und Konterchancen? Wird es in der Zukunft eher um Laufstärke oder um die Präzision im Passspiel und im Spielaufbau gehen? Man erkennt also schnell, dass dieses Finale mehr Auswirkungen hat, als man auf den ersten Blick meinen möchte. Aber eines ist natürlich klar: Für die Fans steht eine Begegnung der Extraklasse auf dem Programm, die man selbst dann genießen kann, wenn man kein Fan der beiden Mannschaften ist.

