Lionel Messi musste am Sonntag im letzten MLS-Spiel vor der WM-Pause angeschlagen vom Platz. 24 Stunden später meldet Inter Miami: keine ernsthafte Verletzung, sondern eine Überlastung. Ein nüchterner Blick auf die Lage.
In der 73. Minute der Partie gegen Philadelphia Union bat Messi selbst um seine Auswechslung und griff sich an den hinteren linken Oberschenkel. Die Schlagzeilen am Sonntagabend waren entsprechend: Schock, Sorge, WM in Gefahr. Am Montag dann die Mitteilung des Klubs — Überlastung der linken Oberschenkelmuskulatur, voraussichtlich rund zehn Tage Pause.
Wer den Spielverlauf kannte, war über die Entwarnung wenig überrascht.
Die Umstände passen zur Diagnose
Inter Miami und Philadelphia trennten sich nach 45 Minuten 4:4 — laut MLS die torreichste erste Halbzeit der Liga-Geschichte. Dazu kam strömender Regen und ein entsprechend tiefer Platz. Messi bereitete vor seiner Auswechslung zwei Treffer vor, am Ende gewann Miami mit 6:4. Trainer Guillermo Hoyos nannte die Auswechslung im Anschluss eine reine Vorsichtsmaßnahme: „Leo war erschöpft und müde. Der Platz war tief. Im Zweifelsfall versucht man, Risiken zu vermeiden.“
Bei einem 38-Jährigen drei Wochen vor einer WM ist das die nüchtern richtige Entscheidung. Es ist nicht das Bild, das man bei einer ernsthaften muskulären Verletzung erwartet.
Der Zeitplan spricht für Messi
Argentinien startet am 16. Juni in Kansas City gegen Algerien in das Turnier. Zwischen der Auswechslung und diesem Spiel liegen 23 Tage. Eine zehntägige Pause würde Messi bis Anfang Juni einsatzbereit machen — mit Spielraum für die Nationalmannschafts-Vorbereitung.
Das macht einen Algerien-Einsatz wahrscheinlich, aber nicht selbstverständlich. Überlastungen am hinteren Oberschenkel haben in dieser Altersklasse eine erhöhte Wiederholungsneigung, und ein WM-Turnier zieht sich über fünf Wochen. Ein gesunder Auftakt sagt nichts über die K.o.-Phase.
Was offen bleibt
Zwei Punkte hat die Entwarnung nicht beantwortet. Erstens steht der argentinische WM-Kader noch nicht fest. Messi hat sich öffentlich nicht festgelegt, ob er an seiner sechsten Weltmeisterschaft teilnimmt. Zweitens fehlt eine offizielle Bestätigung des Verbands. Die zehn Tage Pause kommen aus Klubkreisen und der argentinischen La Nación, nicht von der AFA.
Für den Moment gilt: Der Titelverteidiger plant mit seinem Kapitän. Mehr Information ist erst nach der Kaderbekanntgabe zu erwarten.

