Die WM 2026 in Nordamerika steht vor der Tür. Gespielt wird in den USA, Kanada und Mexiko. Schon lange vor dem Turnier gab es viel Kritik an den Veranstaltern, vor allem aufgrund der Ticketpreise und der horrenden Summen, die rund um ein WM-Spiel auf die Fans zukommen.
Blicken wir einmal kurz zurück auf die letzte Europameisterschaft in Deutschland. Die Stimmung im Land? Fantastisch. Die Stadien? Prallgefüllt, teilweise vorher doppelt und dreifach überbucht. Die Fans hatten Spaß, Bilder zahlreicher Oranje-Anhänger, die fröhlich hüpfend durch die Straßen zogen, gingen um die Welt.
Und die Preise waren erschwinglich. Klar gab es hohe Ticketpreise für bestimmte Spiele und bestimmte Plätze, aber die Preise für die Fankurve waren niedrig. Und bleiben das auch, wie von den Ausrichtern der nächsten EM, Großbritannien und Irland, schon angekündigt wurde.
Die Tickets der günstigsten Kategorie sollen maximal 34 Euro kosten, die günstigsten Tickets für Kategorie zwei maximal 69 Euro. Zahlen, von denen der Fan in Nordamerika nur träumen kann.
Die Preise sind eine Zumutung
Es sind noch nicht einmal die Absolutzahlen, die hier für Aufregung sorgen. Besonders umstritten ist die dynamische Preisgestaltung: Je nach Nachfrage können die Preise steigen oder fallen. Fan-Organisationen kritisieren schon länger „Wucher“-Preise beim XXL-Turnier.
Auch die Anreise sorgt für Ärger. Für Spiele im MetLife Stadium sollen Fans aus New York mehr als 100 Dollar für öffentliche Verkehrsmittel zahlen müssen. Parkplätze kosten demnach sogar 225 Dollar. Und das sind keine Einzelfälle, wobei derartige Erhöhungen und Preise vor allem in den USA sichtbar sind.

Um alles einmal zu verdeutlichen gibt es ein kurzes Beispiel aus DFB-Sicht. Das deutsche Spiel gegen Curacao, nun wirklich kein absoluter Topgegner, fällt mit Ticketpreisen zwischen 155 und 430 Euro ins Gewicht. Im Achtelfinale zum Beispiel ist kaum ein Ticket für weniger als 200 Euro zu bekommen und die günstigste Kategorie wurde auch am wenigsten ausgespielt.
Und dann ist man ja noch einmal in Nordamerika. Flüge sind teuer, Unterkünfte sind sehr teuer, die Verpflegung ist teuer. Die FIFA redet immer davon, ein solches Turnier sei dafür da, um Menschen zu verbinden, verschiedene Kulturen unter dem Deckmantel des Fußballs zu vereinen. Das kann man getrost vergessen. Es ist kein Turnier für die Fans, es ist ein Turnier für diejenigen, die es sich leisten können, einem solchen Großereignis beizuwohnen. Und das kann nicht Sinn der Sache sein.

