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90PLUS » Ein eigentlich uneinholbarer Rekord fällt! 5 Hot Takes zur WM 2026
WM 2026

Ein eigentlich uneinholbarer Rekord fällt! 5 Hot Takes zur WM 2026

Philipp Overhoff
10.06.26, 12:35
Philipp Overhoff
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Luka Modric
Foto: IMAGO

Donnerstagabend eröffnen Co-Gastgeber Mexiko und Südafrika die WM 2026. Es ist der Startschuss für ein Turnier, das schon vor dem ersten Anpfiff jede Menge Reibung erzeugt.

Das gilt neben der politischen auch für die sportliche Dimension. Der neue Modus, 48 Teilnehmer und ein überarbeitetes Regelwerk spalten die Fußball-Öffentlichkeit schon jetzt. Was erst einmal ungewohnt anmuten mag, sind andererseits die perfekten Bedingungen für ein paar steile Thesen. Fünf davon haben wir für euch zusammengestellt.

Kroatien erlebt ein bitteres Vorrunden-Aus

Kroatien stand bei den letzten Weltmeisterschaften für Erfolg pur. 2018 zogen die Osteuropäer ins Finale ein, 2022 folgte ein ebenso starker Platz drei. An ein solches Abschneiden ist in diesem Jahr kaum zu denken. Die Generation um Luka Modrić ist in weiten Teilen über ihren Zenit hinaus, was bereits bei der EM 2024 deutlich wurde, als man sang- und klanglos in der Gruppenphase ausschied. Auch der jüngste Auftritt im Test gegen Belgien (0:2) passte ins Bild einer Mannschaft, die den zwischenzeitlich hergestellten Anschluss an die Weltspitze wieder verloren hat.

In einer Vorrundengruppe mit England als klarem Favoriten und Ghana als unangenehmem, aber gefährlichem Außenseiter besteht reichlich Stolper-Potenzial. Der Offensive geht neben der entscheidenden Durchschlagskraft vor allem das notwendige Tempo ab, weshalb Kroatien bei dieser WM früh in die Bredouille gerät. Trotz eines ungefährdeten Sieges über Panama wird die Tordifferenz dem Serien-Medaillengewinner den letzten Stoß versetzen und dafür sorgen, dass es nicht einmal für den Sprung unter die acht besten Gruppendritten reicht. Das Turnier endet deutlich früher, als viele erwarten.

Marco Pasalic
Foto: Getty Images

Nur ein Viertel der Tore fällt nach Standardsituationen

Standards sind im modernen Fußball omnipräsent. Es gibt kaum ein Top-Team, das nicht einen spezialisierten Coach für Ecken, Freistöße und Einwürfe beschäftigt. Der FC Arsenal, frischgebackener englischer Meister, steht sinnbildlich für diese Entwicklung. Perfekte Laufwege, einstudierte Blockbewegungen und maximaler Ertrag aus ruhenden Bällen sind das fußballerische Gebot der Stunde. Diese Feststellung legt nahe, dass eine WM angesichts der geringeren spielerischen Qualität noch stärker von Standards geprägt sein müsste.

Doch genau das Gegenteil wird passieren. Die gestiegene Aufmerksamkeit für ruhende Bälle hat auch für einen höheren Fokus auf Defensiv-Standards gesorgt. Teams sind besser vorbereitet, organisierter, aggressiver im Raum und im Mann-gegen-Mann-Verhalten. Das zeigte schon die WM 2022, bei der „nur“ rund 29 Prozent der Treffer nach ruhenden Bällen fielen. 2018 waren es noch etwa 45 Prozent.

Dieser Rückgang ist beileibe kein Zufall. Je mehr offensive Varianten entstehen, desto schneller reagieren die Defensiven. Die Folge: Standards bleiben selbstredend unabdingbar, aber sie reichen nicht als primäre oder gar einzige Waffe. In diesem Turnier wird sich das weiter zuspitzen. Am Ende wird sich ein Wert um die 25 Prozent einpendeln. Ein Viertel aller Tore, nicht mehr, fällt in diesem Jahr nach einem ruhenden Ball.

Der neue WM-Modus wird nach dem Turnier deutlich beliebter sein

Kaum eine strukturelle Änderung im Weltfußball wurde im Vorfeld so kritisch beäugt wie die Aufstockung der WM auf 48 Teams mit zwölf Vorrundengruppen. Zu groß, zu lang, zu unübersichtlich – so lautete der Tenor vieler Fans. Doch diese Skepsis folgt einem bekannten Muster: Fußballanhänger reagieren allergisch auf Veränderung, bis sie sich an sie gewöhnt haben.

Das war bereits bei der reformierten Champions League zu beobachten. Inzwischen gilt das neue System vielerorts als sinnvoll und spannender als gedacht. Ähnlich verhält es sich mit der Einführung der UEFA Conference League.

Auch die WM wird diesen Weg gehen. Ja, das fußballerische Niveau dürfte wohl kaum steigen. Ja, es wird mehr Spiele mit klaren Favoriten geben. Aber gleichzeitig öffnet das Turnier den Raum für charmante Underdog-Storys und schafft echte WM-Momente für Nationen, die bisher kaum auf der großen Bühne vertreten waren. Genau darin liegt der Reiz: Am Ende definiert sich ein großes internationales Turnier ohnehin weniger über spielerische Qualität, sondern viel eher über seine Atmosphäre, Überraschungen und Emotionen. Diese Aspekte sorgen dafür, dass der neue Modus nach dem Ende der WM deutlich besser bewertet wird als noch aktuell.

Zwei afrikanische Teams stehen im Viertelfinale

Historisch gesehen gehört der afrikanische Kontinent nicht zu den Big Playern des Weltfußballs. Erst vier Teams aus dem CAF-Verband schafften es überhaupt ins Viertelfinale: Kamerun 1990, Senegal 2002, Ghana 2010 und Marokko 2022. Dieser Wert könnte bei diesem Turnier deutlich ansteigen.

Achraf Hakimi
Foto: IMAGO

Mit der erweiterten Teilnehmerzahl nehmen auch die Chancen auf tiefere Runs afrikanischer Mannschaften zu. Marokko bringt als WM-Halbfinalist und aktueller Afrikameister die wohl größte Qualität mit und ist längst im Konzert der Großen etabliert. Der Senegal verfügt über eine physisch starke, taktisch reife Mannschaft, die in K.-o.-Spielen extrem unangenehm werden kann. Hinzu kommen weitere gefährliche Nationen wie Ägypten, Ghana, die Elfenbeinküste oder Algerien. Viele dieser Teams haben Einzelspieler auf Top-Niveau und agieren inzwischen auch mannschaftstaktisch deutlich verbessert.

Der entscheidende Faktor: Die K.-o.-Phase wird breiter, das Turnier länger, die Überraschungswahrscheinlichkeit höher. Genau deshalb ist es realistisch, dass diesmal nicht nur ein afrikanisches Team Geschichte schreibt, sondern gleich zwei den Sprung ins Viertelfinale schaffen.

Der WM-Scorerrekord fällt

Die Frage nach dem besten WM-Scorer aller Zeiten ist statistisch nur schwer zu beantworten, weil frühere Turniere unterschiedlich oder nur lückenhaft ausgewertet wurden. Doch eine Marke scheint ziemlich gesichert: 15 direkte Torbeteiligungen hat bislang niemand übertroffen. Der Brasilianer Ademir kam 1950 wohl auf diese Zahl, Gerd Müller könnte 1970 je nach Zählweise ebenfalls dort gelegen haben.

Alle News und Storys rund um die Weltmeisterschaft 2026

Dieses Turnier bietet jedoch eine neue Ausgangslage. Durch den erweiterten Wettbewerb und die Möglichkeit, bis zu acht Spiele zu absolvieren, steigt das Maximum an potenziellen Scoring-Gelegenheiten deutlich. Mehr Spiele bedeuten mehr Minuten und mehr Chancen für Ausnahmespieler, den Wert von 15 Torbeteiligungen zu erreichen.

Gleich mehrere Akteure besitzen das Profil für eine solche Leistung: Spieler wie Lamine Yamal oder Kylian Mbappé sind nicht nur Torjäger, sondern die offensiven Fixpunkte ihrer Teams. Sie sammeln allerhand Tore und Vorlagen und dürften qua Stärke ihrer Teams auch am Final-Wochenende dieser WM noch vertreten sein. Bei einem Turnier, das durch viele Spiele und breitere Leistungsunterschiede geprägt sein wird, bietet sich genau der passende Nährboden für einen solchen Rekord.

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