Die WM 2026 findet in politisch aufgeladenen Zeiten statt. Ein Ex-Bundestrainer rät dem DFB-Team, sich auf den Sport zu konzentrieren.
Das Team solle sich in den USA „absolut nicht“ politisch positionieren, sagte Jürgen Klinsmann in der Talksendung Maischberger. „Du gehst nicht als Team in ein Land, um politische Botschaften zu überbringen. Das gehört sich nicht. Wenn ich das aus der Ferne mache – egal, ob Katar oder Russland, dann kreiere ich schlechtes Karma“, zitiert Bild den Weltmeister von 1990, der selbst seit vielen Jahren in Kalifornien lebt.
Jetzt reinhören: WM-Wecker – Der Daily Podcast zur WM 2026!
Bei der WM in Katar vor vier Jahren hatte die „One-Love-Kapitänsbinde“ für Diskussion gesorgt und wurde letztendlich verboten. Vor einem Gruppenspiel hielt sich die deutsche Mannschaft aus Protest den Mund zu. Eine Aktion, die Klinsmann gar nicht gefiel: „Und dann vor allem: Man hat Katar unglaublich schlechtgeredet, ohne irgendwelche Beweise vorzulegen. Dann schädigst du deine Mannschaft.“ Und weiter: „Das macht man einfach nicht. Die Lektion haben wir jetzt gelernt von Russland und Katar.“
DFB-Präsident fordert Zurückhaltung: „Nicht jede Aussage kommentieren“
DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat beim RedaktionsNetzwerk Deutschland bereits angekündigt, sich in Zurückhaltung zu üben: „Wir tun als Fußballverband gut daran, in dieser hektischen Zeit nicht jedes tagespolitische Ereignis und jede Aussage reflexhaft zu kommentieren.“

2022 stand die WM in Katar wegen erheblicher Menschenrechtsverletzungen im Emirat sowie der unwürdigen und lebensgefährlichen Umstände auf den Stadion-Baustellen massiv in der Kritik. Auch die WM 2026 wird von zahlreichen politischen Themen begleitet. Neben den strengen Kontrollen an den US-Grenzen, dem Krieg mit Iran und den Provokationen von Präsident Donald Trump in mehrere Richtungen, gilt auch die innenpolitische Lage in den Vereinigten Staaten als angespannt.

