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90PLUS » Resümee zum 1. Spieltag der WM: Die ersten Lehren des Turniers
WM 2026

Resümee zum 1. Spieltag der WM: Die ersten Lehren des Turniers

90PLUS Redaktion
18.06.26, 06:16
90PLUS Redaktion
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WM, Deutschland
Foto: Getty Images

Mexiko und Südafrika machten den Anfang, Usbekistan und Kolumbien das Ende. Der 1. Spieltag dieser WM ist damit abgeschlossen und schon jetzt lassen sich erste klare Tendenzen erkennen. Welche Lehren liefert der Auftakt?

Der Qualitätsunterschied ist kleiner als viele erwartet hatten

Aufgrund des vergrößerten Teilnehmerfelds und der vermeintlich großen qualitativen Unterschiede rechneten viele Experten vor dem Turnier mit mehreren klaren Ergebnissen und hohen Siegen. Wirklich deutlich wurde es am 1. Spieltag allerdings nur beim 7:1 Deutschlands gegen Curacao. Ansonsten zeigte sich schnell, dass auch die kleineren Fußballnationen weit mehr können, als nur tief zu verteidigen.

Die DR Kongo trotzte Portugal nicht nur einen Punkt ab, sondern spielte phasenweise auch sehenswerten Fußball. Neuseeland und der Irak galten vor dem Turnier vielerorts als zwei der schwächsten Mannschaften im Feld. Beide Teams widerlegten dieses Bild zumindest teilweise. Der Irak ging zwar am Ende mit 1:4 gegen Norwegen unter, ließ den Ball aber über weite Strecken ordentlich laufen und hatte vor der Pause sogar mehrere Möglichkeiten in Führung zu gehen. Auch Neuseeland überzeugte beim 2:2 gegen den Iran, erzielte zwei sehenswerte Treffer und machte damit insgesamt einen sehr ordentlichen Eindruck.

Deutschland gehört wieder zum Favoritenkreis der WM

Vor dem Turnier wurden vor allem England, Argentinien, Frankreich, Portugal und Spanien zum engeren Kreis der Titelanwärter gezählt. Vor allem Portugal und Spanien dürften nach ihren eher enttäuschenden Auftritten zunächst etwas an Glanz eingebüßt haben. Beide taten sich gegen tief stehende afrikanische Gegner enorm schwer und fanden kaum klare Lösungen.

Bei Spanien muss man allerdings einordnen, dass mit Lamine Yamal und Nico Williams zwei enorm wichtige Offensivspieler zunächst nur angeschlagen zur Verfügung standen. England, Argentinien und Frankreich unterstrichen ihre Ambitionen dagegen zumindest phasenweise mit Siegen.

Und das DFB-Team? Nach dem wohl überzeugendsten Auftritt des 1. Spieltags darf sich auch Deutschland wieder in dieser Liste wiederfinden. Anders als viele andere Topteams erspielte sich die Mannschaft von Julian Nagelsmann eine Vielzahl klarer Chancen und knackte mit ihren technisch starken Offensivspielern immer wieder die gegnerische Abwehrreihe. Die Zweifel an der Konterabsicherung bleiben allerdings bestehen. Das Duell gegen die Elfenbeinküste am Samstag darf mit Spannung erwartet werden.

Ein frühes Favoritensterben ist kaum zu erwarten

Auch wenn Brasilien, Portugal oder Spanien jeweils nur mit einem Unentschieden in das Turnier gestartet sind, zeigt der Modus einmal mehr, wie unwahrscheinlich ein frühes Scheitern großer Nationen ist. Schon ein Sieg in den beiden verbleibenden Gruppenspielen dürfte für viele Favoriten reichen, um das Weiterkommen nahezu sicherzustellen.

Darin liegt auch die eigentliche Schwäche dieses Formats. Dass acht der zwölf Gruppendritten ebenfalls in die K.O.-Phase einziehen, nimmt der Vorrunde viel Schärfe. Die Gruppenphase droht dadurch eher zu einer längeren Warm-up-Phase zu werden als zu einer echten ersten Auslese.

Messi kann auch mit 38 noch WM-Spiele entscheiden

Wer in der Nacht auf Mittwoch lange wach blieb, bekam die nächste Messi-Show geboten. Der 38-Jährige entschied das Spiel gegen Algerien mit drei Treffern praktisch im Alleingang und machte damit einmal mehr deutlich, dass er für Argentinien weiterhin die größte Stärke dieser Mannschaft ist.

Seine Qualität im Abschluss ist nach wie vor überragend, seine Rolle als Kreativzentrum in der Mannschaft von Lionel Scaloni unverzichtbar. Dank Messi gehört Argentinien auch bei dieser Weltmeisterschaft wieder zu den ganz großen Favoriten.

Die Trinkpausen stören den Rhythmus spürbar

Offiziell wurden die Trinkpausen wegen der hohen Temperaturen eingeführt. Nach dem ersten Spieltag lässt sich jedoch bereits festhalten, dass diese Unterbrechungen dem Spiel nicht immer guttun. Zwar ist kein pauschaler Qualitätsabfall nach den Pausen zu erkennen, die Dynamik und Statik vieler Partien verändert sich aber spürbar.

Gerade emotional nehmen diese Unterbrechungen dem Spiel häufig etwas. Mannschaften verlieren ihren Rhythmus, Zuschauer verstummen und die Intensität kippt. Sportlich sind die Trinkpausen vielleicht nachvollziehbar, für den Spielfluss bleiben sie dennoch ein klarer Störfaktor.

Die Stimmung ist da

Vor dem Turnier gab es vor allem mit Blick auf die nordamerikanischen Gastgeber Zweifel, ob überhaupt echte WM-Stimmung aufkommen würde. Nach dem 1. Spieltag lässt sich aber klar festhalten: Die Atmosphäre ist da.

Der starke 4:1-Auftaktsieg der USA hat im Gastgeberland sofort für Euphorie gesorgt. Auch in Kanada, das mit einem 1:1 gegen Bosnien in das Turnier startete, richtet sich der Blick des Landes klar auf die Weltmeisterschaft. Insgesamt ist zu spüren, dass dieses Turnier weltweit Aufmerksamkeit erzeugt. Auch weil die Spiele bislang spannend sind, schöne Tore fallen und viele große Namen bereits geliefert haben.

Unbekannte Spieler können plötzlich zu Helden werden

Die schönsten Geschichten schreibt dieses Turnier bislang rund um Spieler, die vor wenigen Tagen außerhalb ihrer Heimat kaum jemand auf dem Zettel hatte. Akteure aus kleineren Fußballnationen können mit einem starken WM-Spiel plötzlich weltweite Aufmerksamkeit bekommen.

Bereits vor dem Turnier wurde Tim Payne durch eine kuriose Online-Aktion zu einem kleinen Phänomen. Nach dem 1. Spieltag entwickelte sich nun auch Costa Ricas 40-jähriger Keeper Vozinha aufgrund einer starken Leistung gegen Spanien zu einem Internethelden und steigerte sich von 50 Tausend Follower zu rund 13 Millionen. Solche Geschichten zeigen einmal mehr, warum eine Weltmeisterschaft eben nicht nur von den ganz großen Namen lebt.

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