Die deutsche Nationalmannschaft spielt am heutigen Donnerstag bei der WM 2026 gegen Ecuador. Nach zwei Siegen zum Auftakt hat man Platz eins in der Gruppe schon sicher.
Das sorgt natürlich für eine gewisse Freude, allerdings ist dabei auch zu bedenken, dass das zweite Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste alles andere als optimal verlief. Hier war man zeitweise sogar die unterlegene Mannschaft.
Es ist also extrem wichtig, den Fokus hochzuhalten. Und weiter an Stellschrauben zu drehen. Aber eben nicht nur. Dieses Spiel kann für den weiteren Turnierverlauf sogar richtungsweisend sein. Aus mehreren Gründen.
Der Faktor Schonung
Es wird wohl das einzige Spiel bei dieser WM sein, in dem die deutsche Auswahl die Gelegenheit haben wird, Spieler zu schonen. Manuel Neuer kam aus einer Verletzung in das Turnier, Kai Havertz hatte viele Blessuren im Verlauf der Saison, Jamal Musiala fehlte länger und hatte nach seinem Comeback auch einige Probleme und Nathaniel Brown laboriert aktuell an muskulären Beschwerden.
All das sind Faktoren, die bei einem Achtelfinale gegen Frankreich sicher nicht zur Schonung geführt hätten. In einem solchen Spiel ist das aber sehr gut vorstellbar. Die zweite Reihe kann sich zeigen, was bei manch anderen Topnationen eher nicht der Fall ist. Für das Aufladen der Akkus dieser besagten Spieler kann die Partie also enorm wichtig sein.
Dabei muss man natürlich auch bedenken, dass es nach dem dritten Gruppenspiel nicht mehr allzu lange dauert, ehe das erste K.O.-Spiel ansteht. Die Taktung wird engmaschiger. Auch hier ist es nicht schlecht, Kräfte zu sparen.
Keine Komplettrotation von Nagelsmann
Aber: Man muss auch beachten, nicht zu viel zu rotieren. Eine komplette Rotation oder auch eine von acht, neun Spielern bringt wiederum die Gefahr mit sich, dass der Fokus und der Rhythmus verloren geht.
Ein Beispiel ist die Abwehr. Joshua Kimmich ist hinten rechts gesetzt, innen waren das Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck. Durch das WM-Aus von Schlotterbeck muss sich Tah jetzt mit Antonio Rüdiger einspielen. Den Bayern-Star zu schonen wäre also das falsche Signal.
Deswegen ist es auch ein wenig ein Vabanquespiel für den Bundestrainer, der auf mehrere Faktoren und Komponenten achten muss. Die Vernunft, die Balance, den Fokus, das eigene Bauchgefühl und auch das Klima innerhalb der Mannschaft. All das unter einen Hut zu bekommen wird schwierig. Wenn das aber gelingt, dann kann es auch rein sportlich ein sehr erfolgreiches Spiel werden.

