In der 93. Minute glaubte der Iran an das Weiterkommen: Shoja Khalilzadeh traf zum vermeintlichen 2:1 gegen Ägypten — bis der VAR einschritt. Die knappe Abseitsstellung ließ den Treffer nicht gelten, das Spiel endete 1:1, und die Ausgangslage für den Iran ist damit deutlich komplizierter geworden.
Die Szene: 93. Minute, VAR, kein Tor
Was in der Schlussphase passierte, dürfte im Iran noch lange diskutiert werden. Khalilzadeh erzielte in der Nachspielzeit das, was zunächst wie der entscheidende Treffer aussah — ein Tor, das den Einzug in die K.o.-Runde bedeutet hätte. Der Schiedsrichter ließ prüfen, der VAR entschied: Abseits, knapp, aber regelkonform.
Solche Entscheidungen sind statistisch unvermeidbar, wenn Abseitsprüfungen im Millimeterbereich stattfinden. Das ändert nichts an der Konsequenz: Ein Punkt statt drei, und damit eine Ausgangslage, die der Iran nicht selbst kontrolliert.
Gruppenrechnung: Der Iran braucht Schützenhilfe
Der Iran steht in der Gruppe G nach der Vorrunde auf Platz drei mit drei Punkten. Das Weiterkommen hängt damit nicht mehr von eigenen Ergebnissen ab, sondern vom Abschneiden der übrigen Gruppendrittplatzierten im Turnier. Acht der besten Gruppendritten ziehen bei dieser WM weiter — ob der Iran dazugehört, lässt sich erst nach Abschluss aller Gruppenspiele beurteilen.
Drei Punkte aus der Gruppenphase sind kein komfortabler Wert. Je nach Turnierverlauf der anderen Gruppen könnte er ausreichen — oder nicht. Der Iran befindet sich in einer Warteschleife, die er selbst nicht auflösen kann.
Ägypten weiter: Duell mit Australien
Für Ägypten ist die Situation klar: Das Remis reichte zum Einzug in die K.o.-Runde. Im Sechzehntelfinale trifft die Mannschaft auf Australien — ein Gegner, der sich ebenfalls aus der Gruppenphase qualifiziert hat.
Aus Sicht der Tabellenlogik hat Ägypten das Minimum erreicht: Weiterkommen gesichert, ohne im entscheidenden Spiel gewinnen zu müssen. Ob das die Basis für eine tiefere Turnierteilnahme ist, wird sich im direkten Vergleich mit den Socceroos zeigen.
Was offen bleibt: Der Iran wartet auf die Ergebnisse der anderen Gruppen. Drei Punkte auf Platz drei — ob das für einen der acht Weiterkommer-Plätze unter den Gruppendrittplatzierten reicht, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu beurteilen. Die Entscheidung fällt erst, wenn alle Gruppenspiele abgeschlossen sind.

