In Chicago fiel Robert Lewandowskis MLS-Debüt aus. In Philadelphia zogen sie den Anpfiff eine Stunde vor. Über New York aber steigt am Sonntag das WM-Finale – unter demselben kanadischen Rauch. Absagen wird es trotzdem niemand.
Was über New York liegt
Seit Wochenbeginn treibt der Qualm von über hundert Waldbränden in Kanada, vor allem aus Ontario, nach Süden. Am Donnerstag kletterte der Luftqualitätsindex in New York City und Teilen New Jerseys auf „very unhealthy“ – Werte über 200, in der Spitze um die 270.
Beide Bundesstaaten stehen unter Warnstufe. New York verteilt KN95-Masken, NJ Transit legt sie an Raststätten aus. Toronto hatte am Mittwoch zeitweise die schlechteste Luft der Welt, der dortige FIFA-FanFest schloss. Und das alles bei der heißesten WM der Geschichte – Forscher zählen 26 von 104 Partien unter gefährlicher Hitze.
Chicago zieht den Stecker
Andere Ligen handelten längst. Das MLS-Duell zwischen Chicago Fire und Vancouver Whitecaps – Lewandowskis Startelf-Premiere – wurde bei als „hazardous“ eingestufter Luft auf den 6. Oktober verlegt. Strände und Freibäder der Stadt: dicht. In Philadelphia rückte die MLB den Mets-Phillies-Anpfiff nach vorn.
| Ereignis | Ort | Entscheidung |
|---|---|---|
| Chicago Fire – Vancouver (MLS) | Soldier Field | verlegt auf 6. Oktober |
| Mets – Phillies (MLB) | Philadelphia | Anpfiff eine Stunde vorgezogen |
| WM-Finale Spanien – Argentinien | MetLife Stadium | findet statt |
Der Unterschied ist kein Zufall. US-Ligen haben Schwellenwerte für die Luftqualität. Die FIFA hat sie nicht.
Die Frage ist nicht, ob abgesagt wird
Das MetLife Stadium ist ein offenes Rund: kein Dach, keine Klimaanlage. Regen und Hitze sind für die FIFA kein Absagegrund, ihr einziger echter Notfallplan gilt dem Blitz – schlägt einer im Umkreis von rund 13 Kilometern ein, ruht das Spiel, eine halbe Stunde lang. Für Rauch existiert kein Protokoll.
Kühlpausen zur Mitte jeder Halbzeit? Gibt es das ganze Turnier – aber die zielen auf die Hitze, nicht auf die Partikel in der Luft. Mediziner warnen, dass der Qualm die Spieler härter trifft als die Ränge: Wer 90 Minuten sprintet, atmet ein Vielfaches. Die Frage ist also nicht, ob das Finale dem Rauch zum Opfer fällt. Die Frage ist, warum es für die Luft, die mehr als 80.000 Menschen einatmen, keine Regel gibt – wohl aber für den Blitz.
Der Wind als Notfallplan – vielleicht
Die gute Nachricht liefert die Meteorologie. Für Samstag ist kräftiger Regen angesagt, der den Großteil des Rauchs auswaschen dürfte, eine Kaltfront am Sonntagmorgen soll den Rest nach draußen schieben. Die Vorhersage fürs Finale: Mitte 20 Grad, gut 20 Prozent Schauerrisiko – für einmal keine drückende Hitze.
Heißt: Wahrscheinlich löst der Wind das Problem, bevor die FIFA es lösen müsste. Ein Regelwerk, das auf die richtige Windrichtung baut, bleibt trotzdem keines.
Häufige Fragen zum WM-Finale und dem Rauch über New York
Wird das WM-Finale wegen der Luftqualität abgesagt oder verlegt?
Danach sieht es nicht aus. Die FIFA unterbricht Spiele nur bei schwerem Unwetter, konkret bei Blitzen im Stadionumkreis – ein Protokoll für Rauch gibt es nicht. Zudem sollen Regen am Samstag und eine Kaltfront am Sonntag den Qualm bis zum Anpfiff weitgehend vertreiben.
Wie schlecht ist die Luft in New York und New Jersey aktuell?
Am Donnerstag erreichte der Luftqualitätsindex „very unhealthy“ – Werte über 200, in der Spitze um 270. Beide Bundesstaaten riefen Warnstufen aus, rieten von Anstrengung im Freien ab und verteilten Masken.
Warum wurde in Chicago abgesagt und beim Finale nicht?
US-Ligen wie MLS und MLB haben feste Schwellenwerte für Luftqualität. Das Spiel Chicago Fire gegen Vancouver wurde deshalb auf den 6. Oktober verschoben. Die FIFA kennt solche Grenzwerte für Rauch nicht – ihr Notfallplan greift nur bei Blitzschlag.
Welche Rolle spielt die Hitze im offenen MetLife Stadium?
Es ist die heißeste WM der Geschichte. Der Schnitt am 19. Juli liegt in East Rutherford bei 28 Grad, gefühlt 32. Für Sonntag sind Mitte 20 Grad vorhergesagt. Kühlpausen zur Mitte jeder Halbzeit gibt es das ganze Turnier.

