Fünf Jahre Verlängerung, deutlich mehr Gehalt, Vertrag bis Sommer 2031. Das ist die Meldung, die Manchester City am Dienstag verschickt hat. Die interessantere Geschichte steht daneben – denn die Absage, die Josko Gvardiol erteilt hat, ging nicht nach München. Der Kroate hatte im Sommer genau zwei ernsthafte Optionen: bleiben oder nach Madrid. Er blieb.
Bayern war längst raus – und zwar zu 100 Prozent
Wochenlang lief Gvardiol als Wunschkandidat für die Säbener Straße durch die Berichterstattung. Sky-Reporter Florian Plettenberg beendete das schon Anfang Juni: Bayern sei „zu 100 Prozent“ aus dem Rennen. Zu teuer – kolportiert wurden mindestens 70 Millionen Euro Ablöse – und in der Abwehrmitte mit Upamecano, Tah, Kim und Ito ohnehin dreifach abgesichert. Ein Transfer wäre nur über größere Verkäufe finanzierbar gewesen. Die kamen nicht.
Wer das Ganze jetzt als bayerische Niederlage verkauft, kommt sechs Wochen zu spät.
Der Verlierer sitzt in der spanischen Hauptstadt
Real Madrid verfolgte Gvardiol über Wochen und mit Nachdruck – Fabrizio Romano beschrieb City im Juni als zuversichtlich, aber eben nicht als sicher. Auch Barcelona soll vorstellig geworden sein und wurde von Sportdirektor Hugo Viana abgeblockt. Dass die Verlängerung erst nach der WM-Pause unterschrieben wurde, hatte einen simplen Grund: Gvardiol wollte das Turnier abwarten, bevor er sich festlegt.
Was City sich da gesichert hat
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Ablöse 2023 (RB Leipzig) | ca. 90 Mio. € |
| Pflichtspiele für City | 122 |
| Tore | 13 |
| Titel mit City | 6 |
| Alter | 24 |
Premier League, FA Cup, Ligapokal, Klub-WM, UEFA Super Cup, Community Shield – und dazu die Auszeichnung als Spieler der Saison 2024/25. Ein Innenverteidiger, der ohne Qualitätsverlust links hinten spielt, mit 24 Jahren bereits über 120 Pflichtspiele in England hat und noch zwei Jahre Vertrag besaß: Solche Spieler verhandeln aus einer Position, in der sie nichts müssen.
Viana nannte ihn bei der Verkündung einen der besten Verteidiger der Welt. Marketingsprech gehört bei solchen Anlässen dazu. In diesem Fall ist er nicht besonders weit von der Realität entfernt.
Und für die Bundesliga?
Gvardiol ist bis 2031 vom Markt. Für Bayern ändert das wenig, weil die Münchner die Personalie längst abgehakt hatten. Es ändert etwas an der Erzählung, die sich in den vergangenen Wochen etabliert hat – die vom Rekordmeister, der im Rennen um Europas Elite mitbietet und knapp verliert. Hier war er gar nicht mehr am Start, als es ernst wurde. Wer das als Absage liest, verwechselt einen Zuschauerplatz mit einer Niederlage.

