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90PLUS » Pastell statt Braun-Weiß – St. Paulis Pokaltrikot ist da
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Pastell statt Braun-Weiß – St. Paulis Pokaltrikot ist da

Fritz Pecker
20.08.26, 13:56
Fritz Pecker
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St. Paulis Pokaltrikot ist da

Zwei Monate liegen zwischen zwei Ansagen. Im Juni verkaufte der FC St. Pauli seine neuen Trikots mit dem Versprechen, ohne Ornamente, ohne Trends und ohne Erklärung auszukommen. Seit Donnerstagmorgen hängt im Fanshop ein Pastellteil mit englischem Werbespruch.

Seit 10 Uhr im Regal

Am Mittwoch konnten es Besucherinnen und Besucher einer Autogrammstunde im Fanshop bereits begutachten, am Donnerstagmorgen um Punkt zehn ging es offiziell in den Verkauf. Der Klub verbreitete die Nachricht ohne große Inszenierung über die sozialen Kanäle, mit einem Satz auf Englisch: „Not here to fit in. Here to brighten the game.“

Das dritte Trikot heißt beim FC St. Pauli traditionell Pokaltrikot – seit Jahren ist es genau jenes Kleidungsstück, das die Kiezkicker im DFB-Pokal tragen. Beim schwarzen Vorgängermodell der Saison 2025/26 formulierte der Klub das noch ausdrücklich so.

Mint, Rosa, Weiß – was über das Design bekannt ist

Eine ausführliche Designbeschreibung hat der Verein bislang nicht nachgeliefert. Das Branchenportal Footy Headlines hatte den Entwurf im Frühjahr geleakt und beschrieb ihn als überwiegend mintgrün, kombiniert mit Rosa und Weiß, dazu ein flächiges Muster im Pinselstrich-Look. Zum Vergleich: Das Heimtrikot 2026/27 kommt in tiefem Braun, das Auswärtstrikot in Weiß mit braunen Grafiken. Dass Puma die Trainingskollektion dieser Saison ebenfalls in Mint anbietet, passt ins Bild.

Im Juni klang das noch anders

Bemerkenswert ist weniger die Farbe als die Tonlage. Als Puma und der FC St. Pauli im Juni Heim- und Auswärtstrikot vorstellten, lautete der gemeinsame Nenner Braun-Weiß, kompromisslos und echt. Das Heimtrikot brauche keine Ornamente, keine Trends, keine Erklärung – so stand es in der Vereinsmitteilung. Acht Wochen später kommt ein Pastellentwurf, der ausdrücklich nicht dazugehören will.

Ein Widerspruch ist das nur auf den ersten Blick. Das dritte Trikot war am Millerntor immer die Spielwiese, auf der ausprobiert werden darf, was auf dem Heimtrikot nichts zu suchen hat: Regenbogenwappen, Petrol, Totenkopf-Prägung. Trotzdem stehen die beiden Marketingsätze dieser Saison ziemlich unvermittelt nebeneinander.

Drei Tage vor Essen

Der Zeitpunkt ist der zweite auffällige Punkt. Am Sonntag um 18 Uhr tritt St. Pauli im Stadion an der Hafenstraße zur ersten DFB-Pokalrunde bei Drittligist Rot-Weiss Essen an. Die Gastgeber sind längst im Rhythmus – am Mittwoch mühten sie sich im Niederrheinpokal beim Oberligisten SV Sonsbeck nach 2:2 in die Verlängerung und gewannen am Ende mit 7:2. Die Hamburger bereiten sich Freitag und Samstag hinter verschlossenen Toren vor.

Ob das neue Trikot am Sonntag tatsächlich sein Pflichtspieldebüt gibt, hat der Verein bislang nicht bestätigt. Die Tradition spricht dafür, eine Ansage gibt es nicht.

Zwölf Spiele ohne Sieg, ein Trikot mit Leuchtkraft

Sportlich trifft die Neuheit auf eine Mannschaft im Umbau. Nach dem Bundesliga-Abstieg verließen Jackson Irvine, Hauke Wahl, Manolis Saliakas, Nikola Vasilj, Karol Mets und Torjäger Danel Sinani den Klub, auf der Bank sitzt mit Marcel Rapp ein Trainer, der bis Februar noch Holstein Kiel betreute. Vor dem Gastspiel in Kiel war St. Pauli seit elf Pflichtspielen ohne Sieg – die längste Serie aller Zweitligisten. Das 2:2 an der Förde, nach 2:0-Führung, machte zwölf daraus. Zum Auftakt hatte es gegen Greuther Fürth ein 1:1 gegeben.

Von einer gespaltenen Fanszene lässt sich zwei Stunden nach der Veröffentlichung seriös noch nichts sagen; ein einzelner spöttischer Kommentar im Fanblog MillernTon ist kein Stimmungsbild. Was sich sagen lässt: Ein Trikot kann eine Saison aufhellen. Gewonnen hat noch keins.

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