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90PLUS » Elf Tage bis zum Schluss – und die Kader sind es nicht
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Elf Tage bis zum Schluss – und die Kader sind es nicht

Fritz Pecker
21.08.26, 13:35
Fritz Pecker
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Deadline Day 2026

Die 2. Liga hat zwei Spieltage gespielt. Der DFB-Pokal beginnt an diesem Freitag. Die Bundesliga startet am 28. August. Und erst danach, am 1. September um 20 Uhr, dürfen die Klubs aufhören, an ihren Kadern zu bauen.

Der Kalender ist verschoben – der Markt nicht mitgezogen

Der Turniersommer hat alles nach hinten gedrückt. 2. Bundesliga und 3. Liga eröffneten am 7. August, die erste Pokalrunde läuft vom 21. bis 24. August, die Bundesliga folgt am 28. August. Der Transferschluss aber bleibt, wo er immer liegt: am Ende des Monats. Genauer gesagt einen Tag danach.

Denn der Deadline Day fällt in diesem Sommer nicht auf den 31. August, sondern auf Dienstag, den 1. September, 20 Uhr. Der letzte Montag im August ist in England gesetzlicher Feiertag, die fünf großen Ligen haben sich deshalb auf ein gemeinsames, um 24 Stunden verlängertes Fenster verständigt. Ein Detail, das in der Praxis 24 zusätzliche Stunden Telefonzeit bedeutet – und in der Wahrnehmung ein Datum verschiebt, das viele im Kopf falsch abgespeichert haben.

Die Folge ist eine Konstellation, die es so selten gibt: Punkte werden vergeben, bevor die Kader stehen. Bayern und Dortmund treten sogar erst am 1. und 2. September zur ersten Pokalrunde an – Rekordpokalsieger und Vizemeister spielen ihr erstes K.-o.-Spiel am Deadline Day beziehungsweise einen Tag danach.

Termin Was ansteht Warum es den Kader betrifft
7. August Start 2. Bundesliga und 3. Liga Zwei Spieltage vor Marktschluss absolviert
21.–24. August Erste DFB-Pokalrunde K.-o.-Spiele mit unfertigen Kadern
28. August 1. Bundesliga-Spieltag Punkte vor Kaderschluss
1. September, 20 Uhr Transferschluss Letzte Meldung an die DFL
1./2. September Pokal für BVB und Bayern Erste Runde am und nach dem Deadline Day

Freiburg hat zwei Nummern eins – und das ist eine zu viel

Wer sehen will, wie ein blockierter Markt einen fertig geplanten Kader lähmt, schaut in den Breisgau. Der SC Freiburg hat früh gehandelt und Mio Backhaus von Werder Bremen als neuen Stammtorhüter verpflichtet. Nur ist der bisherige Stammtorhüter noch da. Noah Atubolu, 24, will weg, trainiert seit Wochen abseits der Mannschaft und war beim Trainingslager in Schruns nicht dabei.

Sportdirektor Klemens Hartenbach hat die Ursache im kicker benannt: Man habe unterschätzt, wie spät Tempo in diesen besonderen Torwartmarkt kommt. In einem WM-Jahr legen sich Klubs auf der neuralgischsten Position eben zuletzt fest. Aston Villa, Bournemouth, zwischenzeitlich Newcastle, zuletzt Marseille, Napoli und Juventus – gehandelt wurde viel, unterschrieben nichts. Freiburg soll die Forderung inzwischen von rund 20 auf etwa 15 Millionen Euro gesenkt haben. Als aktuell konkretester Interessent gilt laut kicker Eintracht Frankfurt, die Bild bringt zusätzlich eine Vertragsverlängerung mit sofortiger Weiterleihe ins Spiel.

Das ist keine Randnotiz. Solange Atubolu im Kader steht, blockiert er Gehalt, Kaderplatz und Planungssicherheit gleich zweifach – in Freiburg und bei jedem Klub, der auf ihn wartet.

München wartet, Mönchengladbach zählt nach

Beim FC Bayern klingt die Lage ruhiger, als sie ist. Max Eberl hatte den Sommer früh auf ein bis zwei Positionen begrenzt, Ismael Saibari und Nathaniel Brown kamen vor beziehungsweise während des Turniers, Leon Goretzka und Raphael Guerreiro sind weg, die Leihe von Nicolas Jackson lief aus. Der Kader umfasst rund 29 Spieler bei einem geschätzten Marktwert von etwa 1,08 Milliarden Euro. Was fehlt, sind keine Zugänge – es sind Abgänge und Unterschriften. Die Vertragsfragen bei Harry Kane und Michael Olise laufen weiter, Manuel Neuer hat angedeutet, dass 2026/27 seine letzte Saison sein könnte. Die Torhüterfrage stellt sich in München nicht im August. Sie stellt sich im Januar.

Borussia Mönchengladbach hat den umgekehrten Fall. Nico Elvedi, Rocco Reitz, Marvin Friedrich, Nathan Ngoumou, Giovanni Reyna – die Abgangsliste liest sich wie ein halber Kaderumbau. Isac Lidberg kam aus Darmstadt, Yukhym Konoplia von Schachtar, David Herold aus Karlsruhe. Ob das reicht, wird sich nicht in der Bilanz zeigen, sondern in den Automatismen. Und Automatismen entstehen nicht am Deadline Day.

Zwischen Anpfiff und Meldeschluss

Die Frage ist also nicht, welcher Klub am 1. September noch einen Namen präsentiert. Namen präsentieren sie alle. Die Frage ist, welcher Klub bis dahin ohne die Spieler auskommen muss, die er eigentlich verkaufen wollte – und wie viele Punkte diese Wochen kosten, in denen der Kader offiziell noch gar nicht existiert. Wer im September einen Kader zusammenstellt, hat im August schon gespielt.

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